Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Weinlesefest: Wo sich 2026 das Riesenrad drehen könnte

Der Abbau läuft: Beim Riesenrad fehlte am Dienstagvormittag schon ein großes Stück.
Der Abbau läuft: Beim Riesenrad fehlte am Dienstagvormittag schon ein großes Stück.

Zufriedene Gesichter zum Abschluss des Deutschen Weinlesefests 2025: Welche Angebote besonders gut ankamen, was Kritiker sagen – und warum schon eifrig für 2026 geplant wird.

So schnell kann es gehen. Wo am Montagabend noch Wein getrunken und Riesenrad gefahren wurde, da waren am Dienstagmorgen schon viele fleißige Helfer zugange. Das Deutsche Weinlesefest 2025 ist Geschichte. Martin Franck, Geschäftsführer der für das Fest verantwortlichen Tourist, Kongreß und Saalbau (TKS) GmbH, sagt am Dienstagvormittag: „Es ist super gelaufen“ und bezieht dies ausdrücklich auf die Haiselscher, den Spiegelpalast und den Jahrmarkt in der Exterstraße.

Höhepunkt war mal wieder der Winzerfestumzug, der am Sonntag 80.000 Gäste nach Neustadt gelockt hat. „Der Tag war perfekt, das Wetter dafür war toll“, sagt Franck. Auch wenn die Bedingungen nicht an allen Tagen gepasst haben, weil es kühl und regnerisch war, habe sich das nicht negativ ausgewirkt, betont der TKS-Chef. Insgesamt habe man – inklusive des Umzugs – seit Ende September rund 300.000 Besucher gezählt. „Wobei das immer eine vorsichtige Angabe ist.“ Und auch mit Blick auf die Umsätze habe die TKS nur positive Rückmeldungen erhalten: Sowohl aus den Haiselschern als auch vom Spiegelpalast und dem Jahrmarkt. Für Franck ist das wichtig, weil seiner Meinung nach alle drei Komponenten zum Deutschen Weinlesefest gehören, weil sie für einzelne Zielgruppen besondere Angebote machten.

„Ein Pfund: Die bequeme Anreise“

Trotz der positiven Rückmeldungen steht fest, dass die Kirmes 2026 nicht mehr in der Exterstraße sein wird. Wegen des Umbaus des Bahnhofsvorplatzes musste der Jahrmarkt 2024 in die Exterstraße umziehen, was zum Teil auf heftige Kritik stieß. In diesem Jahr hatte die TKS einige Kritikpunkte in der Planung berücksichtigt, am grundsätzlichen Kirmesaufbau wurde aber nichts geändert. Dies ist jedoch für nächstes Jahr geplant, wie Franck betont. Hauptherausforderung dabei: Der Bahnhofsvorplatz könne nicht mehr wie früher genutzt werden, da der Busverkehr dort das ganze Jahr über sichergestellt werden müsse. „Wir machen uns jetzt intensive Gedanken“, so Franck.

Mit Blick auf Anlieger und Geschäftsleute und deren Befindlichkeiten werde man sich definitiv von der Exterstraße verabschieden. Die Festwiese sei wegen fehlender Infrastruktur keine Option. Denkbar sei, so Franck, kleinere Jahrmarktangebote wie die Schiffschaukel oder das Entenangeln am umgestalteten Bahnhofsvorplatz anzubieten. Für die größeren Fahrgeschäfte wie das Riesenrad sei der Parkplatz hinter der Bundespolizei eine Option. Ebenso denkbar: die Sperrung der Landauer Straße für den Jahrmarkt. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, alles müsse noch beraten werden, sagt Franck. Aber man wolle auch künftig alle Fest-Komponenten anbieten – und das möglichst in Bahnhofsnähe. „Die bequeme Anreise per Bahn ist ein Pfund für uns.“

Modehändler Jochen Stahler ist einer der schärfsten Kritiker des Jahrmarktstandorts Exterstraße. Er bescheinigt der Stadt, auf einige Kritikpunkte reagiert zu haben. Dennoch sei das Parkhaus Hetzelgalerie nur schwach belegt gewesen und er habe viele verunsicherte Kunden und Lieferanten erlebt. Er sei froh, dass das Fest nun rum sei und begrüße es, dass für 2026 an einer neuen Jahrmarktlösung gearbeitet werde. Trotz der Einschränkungen habe er sein Jubiläum 30 Jahre Modehaus Jacob bewusst in die Weinlesefestzeit gelegt – was „umsatztechnisch gut“ funktioniert habe. Für nächstes Jahr sei er angesichts der TKS-Ankündigungen „zuversichtlich und erleichtert“. Denn eigentlich sei er ja ein Weinlesefest-Fan und gern bei den Haiselschern und im Spiegelpalast. Es sei toll, wie viele Touristen dadurch nach Neustadt gelockt würden.

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