Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Weinbiet: Vorschläge für fünf legale MTB-Strecken

Radsport im Pfälzerwald wird immer beliebter. Mit Blick auf Naturschutz und anderweitige Nutzung der Wege wird um legale Trails
Radsport im Pfälzerwald wird immer beliebter. Mit Blick auf Naturschutz und anderweitige Nutzung der Wege wird um legale Trails gerungen. Auf dem 554 Meter hohen Weinbiet könnte sich künftig etwas tun.

Schon lange schwelt der Konflikt um Mountainbiker (MTB), die im Pfälzerwald fahren – vor allem, weil es um Neustadt zwar den größten Waldbereich des Landes, bisher aber keine legalen MTB-Strecken gibt. Das könnte sich in Zukunft ändern.

Radsportenthusiasten mussten lange warten, nun geht es in Sachen legale Strecken (sogenannte Trails) im Bereich Neustadt voran: Fünf Vorschläge für Trails lägen auf dem Tisch, sagte Martin Franck, Geschäftsführer der Tourist, Kongreß und Saalbau GmbH, in der letzten Stadtratssitzung auf einen Antrag der SPD-Fraktion, der bemängelte, dass sie bereits 2016 eine Projektgruppe aus Vertretern der TKS, des Pfälzerwald-Vereins Neustadt, des RSC Neustadt, des Radsportverbandes RLP, der aktiven Sportler, der Umweltabteilung, des Forstamtes und der Fraktionen unter der Leitung eines Fachbüros für die Planung von Mountainbikestrecken gefordert hatte. Diese sollte nach einstimmigem Stadtratsbeschluss ein Konzept erarbeiten und im Stadtrat vorlegen. Der Oberbürgermeister möge überlegen, so der SPD-Antrag, „welches Signal an den Stadtrat gesendet wird, wenn ein Beschluss des Stadtrats sieben Jahre lang nicht umgesetzt wird“.

Ein fertiges Konzept wurde im Rat zwar noch nicht vorgestellt, passiert ist im Hintergrund aber derweil einiges. Grundlage für die Planung der MTB-Trails sei das Besucherlenkungskonzept der Stadt, sagt Cathia Mullem, die das Konzept vonseiten der TKS mitbetreut. Schon seit 2010 verfolgt der Bezirksverband Pfalz als Träger des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen so ein Konzept, die TKS arbeitet seit 2019 daran. Die ersten Pläne scheiterten 2021 an der Kernzone Stabenberg (Gimmeldingen/Königsbach), an der auf Wunsch der Ortsbeiräte die fünf Wanderwege bestehen bleiben sollten.

Ihr zweiter Konzeptvorschlag – diesmal mit nur einem zentralen Rundweg am Stabenberg – wurde schließlich im Juni 2023 abgesegnet. Er beinhaltet 112,36 Kilometer auf 25 Wegen. Beschilderung, Wegpflege und Werbekonzept mit Karten und Broschüren sollen bis Ende dieses Jahres fertig sein.

„Blaupause für andere“

Mit dem Besucherlenkungskonzept als Basis konnte man den Blick auf die Radsportler im Wald legen: Um für sie attraktive Routen zu identifizieren, analysierte man laut Mullem auch sogenannte Heatmaps, auf denen viele Mountainbiker ihre Daten per GPS aufzeichnen lassen, selbst wenn sie sich auf illegalen Strecken bewegen. Aus diesen Daten wählten die Pfalzbiker als Interessenvertretung der Fahrer in Absprache mit Behörden wie dem Forstamt fünf Vorschläge aus. Die Vorgehensweise sei „eine Blaupause für andere Gebiete“, meint Mullem.

Marcus Felski, Vorsitzender und Streckenwart der Pfalzbiker, hat ein entsprechendes Konzept für abfahrtsorientierte MTB-Strecken am Weinbiet eingereicht, wie er auf Anfrage bestätigt. Sieben Kilometer sollen sie insgesamt haben und in Richtung Lindenberg, Gimmeldingen und Haardt führen. Bei der Haardter Abfahrt werde der Pumptrack, der am Sportplatz am Ludwigsbrunnen innerhalb des Projektes Stadtdörfer angelegt werden soll, mit eingebunden, erklärt Felski.

Gutachten steht aus

Ob die Vorschläge für die fünf legalen Trails am Weinbiet umgesetzt werden und wie der genaue Streckenverlauf dann sein wird, ist derzeit noch offen. Zunächst müssen die Pfalzbiker ein Umwelt- und Naturschutzgutachten erstellen lassen. In einer Mitgliederversammlung sei einstimmig dafür votiert worden, sagt Felski. Das Gutachten werde rund 20.000 Euro kosten. Wann es vorliegen wird, sei bisher noch nicht abzusehen. Da die Natur in diesem Jahr wegen der milden Temperaturen früher ausschlägt als üblich, könnte das die notwendigen Untersuchungen eventuell verzögern.

Alles über den MTB-Bundeskongress Anfang Juni in Annweiler lesen Sie hier.

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