Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Wasserball: Erstligist SC Neustadt startet mit Heimspielen in die Abstiegsrunde

SCN-Tormann Hendrik Hummel gesteht, dass sich die Neustadter mehr von dieser Saison versprochen hatten.
SCN-Tormann Hendrik Hummel gesteht, dass sich die Neustadter mehr von dieser Saison versprochen hatten.

Für den Erstligisten SC Neustadt startet am Wochenende mit zwei Heimspielen der Abstiegskampf. Der wird bis in die Freibadsaison hinein dauern. Obwohl die Saison fortgeschritten ist, beginnt der SCN bei null.

Am Wochenende geht beim Wasserball-Bundesligisten SC Neustadt der Kampf um den Klassenverbleib los. Nach der regulären Hauptrunde in den zwei Bundesliga-B-Gruppen folgt ein Zusammenlegen der verbliebenen Vereine, um die Teams zu ermitteln, die in die Zweite Liga absteigen müssen. In der Gruppe F, der Abstiegsrunde, tritt auch der SC Neustadt an. Der SCN startet am Samstag um 18 Uhr im Stadionbad gegen den SV Würzburg. Am Sonntag folgt um 14 Uhr ein weiteres Heimspiel, dann gegen den SV Weiden.

Die Corona-Pandemie hatte im Vorjahr Einfluss auf die Einteilung der höchsten deutschen Spielklasse: Neben einer A-Gruppe mit den acht spielstärksten Mannschaften gab es zwei weitere Gruppen mit sechs und fünf Teams. Denn im Jahr zuvor waren keine Absteiger ermittelt worden. In der Gruppe des SCN spielten Weiden, Würzburg, Düsseldorf und Uerdingen. In der zweiten Gruppe sind die beiden Hamburger Clubs sowie Krefeld, Duisburg und Köln angetreten.

Experiment des SCN

Die beiden Bestplatzierten dieser beiden B-Gruppen haben keine Abstiegssorgen. In einer Zwischenrunde versuchen diese Teams (Bayer Uerdingen, SGW Rhenania/BW Poseidon Köln, SV Krefeld, Düsseldorfer SC), sich in der offiziellen Gruppe D bestmöglich zu positionieren. Für die anschließenden Relegationsspiele gegen die vier letztplatzierten Teams der A-Gruppe entscheidet die Platzierung über die Zuordnung der jeweiligen Gegner aus der A-Gruppe.

In dieser Zwischenrunde hätten die SCN-Verantwortlichen ihre Mannschaft gerne gesehen. Doch belegen nach der Vorrunde Bayer Uerdingen und der Düsseldorfer SC die ersten beiden Plätze. Der SCN ist Schlusslicht. „Wir hatten uns mehr versprochen in der Hauptrunde“, gibt Torwart Hendrik Hummel zu. Indes hatten Trainer Davorin Golubic und Manager Michael Heinz vor Rundenbeginn immer betont, dass es ein Experiment sei, nur mit den drei etablierten Akteuren Matthias Held, Fernando Mongrell, Stefan Ehrenklau und Nachwuchsspielern, die meisten davon nicht einmal 20 Jahre alt, in der Bundesliga zu spielen.

Herausforderung in der Schule

Doch wer Golubic und Heinz kennt, weiß auch, dass jetzt das Thema Klassenverbleib dominiert. Keeper Hummel hat, wie die meisten seiner Teamkollegen, die 2021 deutscher Vizemeister in der Altersklasse U18 geworden waren, im Januar eine andere Herausforderung gemeistert. Die meisten Spieler besuchen die 13. Jahrgangsstufe an einem Gymnasium. Dort waren im Januar die schriftlichen Abiturklausuren angesetzt. „Unsere Trainingsbeteiligung wurde deshalb heruntergefahren. Auch in den Spielen waren unsere Köpfe nicht frei“, sagt Hummel. Aber die kurze Spielpause zwischen Haupt- und Abstiegsrunde habe dem Team gut getan. Er sei überzeugt, dass die Chancen auf den Klassenverbleib gar nicht so schlecht stünden, so Hummel.

Den Grundstock dazu gilt es, in den ersten beiden Heimspielen zu legen. Gegen Würzburg gab es für Neustadt in der Hauptrunde einen 12:9-Heimsieg. Das Rückspiel hatte der SCN krankheitsbedingt und weil weitere Spieler in der U18-Bundesliga einen Spieltag absolviert haben, absagen müssen. Es wurde mit einem 10:0-Sieg für Würzburg gewertet. Gegen den SV Weiden gab es indes zwei echte Niederlagen. Selbst im Stadionbad verlor der SCN mit 7:14. In Weiden folgte eine 9:18-Niederlage.

Held fällt diese Saison aus

„Doch das spielt jetzt keine Rolle mehr. Wir beginnen bei null“, betont Trainer Davorin Golubic. Er ist mit dem bisherigen Verlauf unzufrieden. „Neben Abiturprüfungen gab es noch Ausfälle wegen Verletzung und Krankheit.“ Kapitän Matthias Held, der mit seiner Erfahrung die Führungsrolle im Wasser übernommen hatte, fällt mit einer Handverletzung für den Rest der Saison aus. In die Heimpartien geht der SCN mit drei U18-Spielern: Moritz Giese, Philipp Guth, Silas Beck. Nur Fernando Mongrell und Benedikt Hummel heben den Altersdurchschnitt auf über 20 Jahre.

Die Entscheidung um den Ligaverbleib zieht sich bis in die Freibadsaison. Allein der Tabellenletzte steigt direkt ab. Der Vorletzte geht in die Relegation mit den Zweitliga-Meistern.

So spielen sie

SCN: Hendrik Hummel – Vagts, Schädler, Hrvic, Tim Schwarzkopf, Lukas Schwarzkopf, Guth, Benedikt Hummel, Mongrell, Luis Ananias, Giese, Beck, Ehrenklau (?).

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