Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Was macht Neustadt für Sie aus? So beschreiben RHEINPFALZ-Leser ihre Stadt

„Mein absoluter Lieblingsort ist der Kirchbergweg in Hambach. Hier oben vereint sich alles, was ich hier liebe. Hier fühle ich m
»Mein absoluter Lieblingsort ist der Kirchbergweg in Hambach. Hier oben vereint sich alles, was ich hier liebe. Hier fühle ich mich frei und pudelwohl«, schreibt Christoph Gaiser.

Neustadt feiert in diesem Jahr 750 Jahre Stadtrechte. Dazu gibt es ganz viele Veranstaltungen und Informationen. Wir haben unsere Leser gefragt: Was macht Neustadt für Sie aus? Die Antworten zeigen: Es gibt viele Gründe, das „Herz der Weinstraße“ zu lieben und sich hier wohlzufühlen.

Ursula Baus muss gar nicht lange nachdenken, um zu erklären, warum sie ihre Heimatstadt mag und sie zielt damit auf eine Besonderheit ab, die zu Neustadt gehört, die aber bestimmt nicht jeder sofort auf dem Schirm hat. Baus schreibt: „Für mich sind die Highlights hier die Konzerte der Klassikreihe des Hambacher Musikfests (Mandelring-Quartett) und die Konzerte in der Stiftskirche (Simon Reichert). Das herausragende Niveau dieser Konzerte könnte allerdings von der Stadt überregional besser bekannt gemacht werden.“ Wenn sie Besuch hat, zeigt Baus besonders gerne den Marktplatz sowie die gesamte Innenstadt (dort stören sie nur die „zu vielen Autos“) und das Hambacher Schloss.

Auch Edeltraud Schlaghecken mag an Neustadt insbesondere ein Angebot, das zwar viele kennen, aber nicht unbedingt zu den großen Aushängeschildern zählt: „Mein Lieblingsort ist in der Von-Hartmann-Straße 11, das Mehrgenerationenhaus (MGH). Nach meiner Berentung war ich auf der Suche nach einer Beschäftigung mit Menschen. Und siehe da, ich habe sie gefunden in diesem Haus. Dafür bin ich sehr dankbar. Es ist ein Haus, auf das die Neustadter und Neustadterinnen sehr stolz sein können. Alle Mitarbeiter dieses Hauses, ob ehrenamtlich oder hauptamtlich, reichen sich die Hände und versuchen, jeden Besucher so zu nehmen wie er ist. Egal ob Flüchtling, Gehandicapter oder Hilfesuchender, alle sind hier willkommen.“ Sie freue sich darauf, dort weiterhin ehrenamtlich mitwirken zu dürfen, so Schlaghecken.

„Wunderschöne Lage“

Franz Rothbrust wohnt seit 40 Jahren in Neustadt. „Gerne“, wie er betont. Er schätzt vor allem die „wunderschöne Lage mit den Weinbergen und der Haardt“. Ebenso angetan haben es ihm die „lieblichen Weindörfer“ sowie die historische Altstadt mit ihren Gassen, Brunnen und Plätzen. Besonders hebt er den Marktplatz mit dem „Wochenmarkt und der einmaligen Atmosphäre an Sommerabenden“ hervor. Zudem lobt Rothbrust das kulturelle Leben: „Es ist großartig – Veranstaltungen, Kunstausstellungen, Konzerte, das Weinfest, der Umzug.“ Und eines vergisst er nicht beim Neustadt-Lob: „Der freundliche Menschenschlag und das Wir-Gefühl.“

Auch ein Stück Neustadt: Das Mandelring-Quartett bei einem Konzert im Saalbau.
Auch ein Stück Neustadt: Das Mandelring-Quartett bei einem Konzert im Saalbau.

Christoph Gaiser will Neustadt aus der Sicht eines Zugezogenen beschreiben. Er habe die ersten 34 Jahre seines Lebens in Baden verbracht. Die Pfalz habe er nur als „Weinfest-Touri“ gekannt. Doch vor rund zehn Jahren habe sich das geändert: „Die Liebe hat mich erst online erwischt und nach einem halben Jahr auf die Hambacher Höhe gebracht.“ Heute könne er sich „keinen schöneren Ort zum Leben mehr vorstellen“. Ihm gefalle die „wunderschöne Altstadt, die Mentalität der Menschen hier, unser Schloss, die schier unendlichen Wälder, die Waldhütten zum Einkehren, die Rebenmeere, das Erleben der Jahreszeiten so intensiv wie nirgendwo sonst, die teils sehr schrägen Diskussionen in irgendwelchen Facebookgruppen, unsere Weinfeste, den Globus, unsere Weindörfer, das angenehme Klima und die sehr guten Weine“. Die Liebe zur Pfalz und vor allem zu Neustadt lasse er auch „unseren Nachwuchs spüren und wissen. Schließlich wohnen wir in einem Ort und in einer Gegend, in der andere Menschen Urlaub machen. Wie heißt es so schön: Awwer annerschtwu is annerscht und halt net wie in de Palz.“

„Nirgendwo sonst“

Christa Landmesser fasst ihr Neustadt-Gefühl so zusammen: „Ein guter Ort mit eigentlich den besten Voraussetzungen zum zufriedenen Leben, auch im Alter, dieses Neustadt an der Weinstraße.“ Sie denke immer wieder mehr als acht Jahrzehnte zurück und erinnere sich an die Zeit, als sie um die Welt gereist ist und „wunderschöne Orte“ gesehen hat. Sie habe auch je ein Jahr glücklich in England und Frankreich gearbeitet und gelebt. Trotzdem sei beim Zurückkommen immer „große Freude“ aufgekommen, als sie die Haardt und damit auch die Kirchtürme von Mußbach, Gimmeldingen und Hambach gesehen habe. „Dann wusste und weiß ich ganz sicher, dass ich nirgendwo sonst auf der Welt wohnen und leben wollte“, schreibt Landmesser. Sie fährt fort: „Wenn ich nun am Fenster stehe und mit den Augen den Feldweg zwischen den gegenüberliegenden Häusern entlanggehe, durch die Weinberge, den Schlossberg hoch zur Maxburg, dann wird mir es wohlig warm, und ich weiß, dass es auch diese gesegnete Landschaft ist, die den Geist der Freiheit und schon 1832 den deutschen Demokratiegedanken der Vorfahren, atmet und vermittelt.“ Beim Blick aus dem Fenster und auf den vor 45 Jahren aus einer Mandel gezüchteten Mandelbaum wisse sie, „dass ich genau hier meine Familie gründen und meine Kinder großziehen wollte“.

Die historische Altstadt ist für viele Neustadter eine Besonderheit, auf die sie stolz sind.
Die historische Altstadt ist für viele Neustadter eine Besonderheit, auf die sie stolz sind.

„Mehr Neustadt geht nicht, wage ich zu behaupten, denn überall in der Innenstadt finde ich Spuren meiner Familie“, schreibt Ursula Korz und ergänzt: „Seit über 100 Jahren ist unser Haus in der oberen Karolinenstraße im Familienbesitz. Dort ist auch mein Lieblingsplatz in einem Erker mit Blick auf die Wolfsburg nach Westen und nach Osten über Stifts- und Marienkirche bis zu den Steinbrüchen bei Heidelberg. Meine Eltern wurden in diesem Erker 1937 getraut und ich 1942 von Dekan Lischer getauft.“ Ebenfalls ein Lieblingsplatz: die Welsch-Terrasse, „wo ich auch das erste Eis meines Lebens genießen konnte, denn dort gab es schon kurz nach dem Krieg einen Kiosk und einen Spielplatz“, schreibt Korz. Früh habe sie sich für Sport begeistert und sei gerne zum Stadion und Schwimmbad gegangen – beides nur zehn Minuten zu Fuß von daheim entfernt. „So wurde ich Deutsche Jugendmeisterin im Kugelstoßen 1958“, schreibt Korz. Aber sie lobt auch eine besondere Einrichtung in Neustadt: „Hervorzuheben ist die VHS, in der ich 40 Jahre lang vor allem wegen ihrer ,exotischen’ Sprachen (Chinesisch) Kurse belegt habe, die selten anderswo angeboten werden.“ Als „unvergessliches Erlebnis“ beschreibt sie die Führung anlässlich der Restaurierung des Kuby’schen Hofes: „Durch den Laubengang-Bau machten wir gegenüber dem Erker halt, und meine Tochter Sylvia Flick und ich trauten unseren Augen kaum. Dort war über dem Erkerfenster in kunstvoller Schrift eingeschnitzt: Robert u. Luise Hendel – u. Tochter Käte 1911. Wir hatten Tränen in den Augen, als wir sahen, dass unsere Vorfahren doch noch in ihrem ehemaligen Anwesen dokumentiert sind.“ Ihr Großvater, Kommerzienrat Robert Hendel, betrieb dort einen Delikatessen-Großhandel. „Außerdem gründete er 1927 die Fridericus-Drogerie an der Ecke Friedrich-/Kellereistraße, die ich zusammen mit meinem Mann Werner Korz bis Dezember 2001 führte. Nach der Schließung wurde die gesamte Drogerie einschließlich ihrer Originaleinrichtung unter Denkmalschutz gestellt“, schreibt Ursula Korz weiter.

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