Deidesheim Was hätte ich getan? Das Theaterstück „Abgerungen“ kommt in die ehemalige Synagoge
Das Theaterstück „Abgerungen“ hatte 2021 seine Premiere in direkter Nachbarschaft zum ehemaligen Lagergelände des KZs Dachau, jenem Ort, wo sein Protagonist, der Pallottinerpater Richard Henkes, 1945 als Häftling starb. Fünf Jahre und weit über 100 Aufführungen später präsentiert der Schauspieler Bruno Lehan es jetzt am Samstag, 7. März, ab 19 Uhr in der ehemaligen Synagoge in Deidesheim.
In dem Ein-Personen-Stück von Boris Weber verbinden sich Theater und Geschichte auf gleich mehreren Ebenen: Lehan spielt einen Schriftsteller, der sich darauf eingelassen hat, ein Theaterstück über Henkes zu schreiben – zunächst nur wegen des Geldes, doch schon bald begeistern ihn Leben und Wirken des Paters aus dem Westerwald, der in seinem Kampf gegen den Nationalsozialismus mehrmals von der Gestapo verhaftet und 1943 schließlich im „Pfarrerblock“ in Dachau untergebracht wurde. Dort starb er am 22. Februar 1945 an Typhus, weil er freiwillig typhuskranke Mithäftlinge in die Quarantäne begleitet hatte, um ihnen Pflege und menschliche Nähe zuteilwerden zu lassen. Diese Bereitschaft, sich ganz in den Dienst seiner Leidensgenossen zu stellen, nötigt dem Schriftsteller großen Respekt ab und stellt ihn zugleich vor die Frage: Was hätte ich getan?
Der Eintritt ist frei. Zu dem Projekt gehört auch die Wanderausstellung „Mehr Leben entdecken – Haltung Heute“ der gleichnamigen Stiftung aus Vallendar, die von 10.–24. Mai in der ehemaligen Deidesheimer Synagoge gezeigt werden soll.