Neustadt Wählen will gelernt sein

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Für die Landtagswahl am Sonntag werden diese Stimmen natürlich nicht zählen, sie dürften aber interessante Vergleiche mit den „richtigen“ Wahlergebnissen zulassen. Kurz vor 8 Uhr am Montagmorgen. Im dritten Stock der Siebenpfeiffer-Realschule plus heftet Sozialkundelehrerin Eva Cörper einen Hinweis an die Tür von Raum 319, der diesen als Wahllokal kennzeichnet. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Timo Reuther kontrolliert sie, bevor sie zum Unterricht geht, noch einmal die Räumlichkeit: Die Wahlkabinen sind akkurat aufgestellt. Stifte liegen darin bereit. Vor einem Fenster, in dessen Scheibe sich eventuell die Hand des Wählers auf dem Stimmzettel spiegeln könnte, ist der Vorhang zugezogen. Stimmzettel und Wählerverzeichnis liegen auf dem Tisch am Eingang bereit, an dem gleich Klassensprecher in ihrer Funktion als Wahlhelfer Platz nehmen werden. Ein paar Fragen stehen noch an. „Ist die Urne auch tatsächlich leer?“, lässt Timo Reuther den ersten Wahlhelfer nachsehen. „Ja, das ist sie, und auch versiegelt.“ „Was ist, wenn jemand keinen Wahlzettel dabei hat?“, wollen die Schüler wissen. „Wenn ihr ihn kennt, ist das in Ordnung. Ihr müsst ihn nur auf der Liste abhaken“, beseitigt Reuther die Unsicherheit. „Und denkt daran“, erinnert er die Schüler noch einmal, „in jeder Wahlkabine darf immer nur eine Person sein. Darauf müsst ihr achten“. Die ersten Wahlberechtigten betreten das Lokal. Munter ins Gespräch vertieft, geben sie ihre Wahlbenachrichtigungen ab, lassen ihre Namen im Verzeichnis abhaken und nehmen die blauen Stimmzettel im Empfang. Bevor sie damit in die Wahlkabinen verschwinden, hält Reuther sie noch einmal auf: „Ihr dürft euch, wenn ihr in der Wahlkabine seid, nicht mehr unterhalten.“ Es wird still. Die ersten haben gewählt. Jetzt gilt es, den Zettel in die Urne zu stecken, aber zusammengefaltet; und zwar so, dass die bedruckte und angekreuzte Seite innen liegt, so dass eventuelle Beobachter nicht erkennen können, wer da was gewählt hat. „Ist ja ganz geheimnisvoll“, murmelt ein Schüler beim Hinausgehen. Tatsächlich muss das Wahlgeheimnis auch bei den Juniorwahlen 2016 gewahrt bleiben. Wenn am heutigen Donnerstag alle rund 500 wahlberechtigten Schüler der Siebenpfeiffer-Realschule plus und Fachoberschule ihre Kreuzchen gemacht haben, wird ausgezählt. Die Ergebnisse gehen an den Verein „Kumulus“, den Organisator der Juniorwahl (siehe „Zur Sache“). Dort werden die Daten landesweit eingepflegt. Mit dabei sein werden auch die Wahlergebnisse des Hannah-Arendt-Gymnasiums (HAG). Auch dieses nimmt an den Juniorwahlen 2016 teil. Somit dürfte sich für Haßloch im Vergleich mit den richtigen Wahlen im Wahlkreis 42 ein repräsentatives Bild davon abzeichnen, welche politische Richtung und Aussagen den jungen Leuten wichtig sind. Immerhin wählen an der Realschule plus etwa 500 Schülerinnen und Schüler, am HAG wurden 469 Wahlbenachrichtigungen verteilt, hat Stefanie Pins ausgerechnet. Sie hat die Wahlen hier gemeinsam mit ihren Kollegen Yves Schoppé und Julius Jung organisiert. Am HAG allerdings wurde die Wahl auf den 4. März vorgezogen, damit sie sich nicht mit Terminen fürs Abitur überschneidet. (hjm)

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