Maikammer RHEINPFALZ Plus Artikel Vom Waffenmechaniker bei der Bundeswehr zum Förster im Pfälzerwald

In der freien Natur fühlen sich Förster Patrick Poth und Hündin Inge am wohlsten.
In der freien Natur fühlen sich Förster Patrick Poth und Hündin Inge am wohlsten.

Seit dem 1. Oktober leitet Förster Patrick Poth das Revier Kalmit. Zum Försterberuf kam der ehemalige Zeitsoldat bei der Bundeswehr über eine Begegnung in einer Pizzeria.

Das Revier hat eine Größe von 2150 Hektar und umfasst die Wälder der drei Gemeinden Kirrweiler, Maikammer und St. Martin. Auch einige Hektar Privatwald gehören dazu. Die Leitung übernahm Patrick Poth von Vorgänger Rainer Northoff. Poth, der aus Haßloch stammt und derzeit in Frankweiler wohnt, durchlief nach seinem Studium an der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg am Neckar den Vorbereitungsdienst als Forstinspektoranwärter beim Forstamt Bad Dürkheim. Die Ausbildung schloss er im September 2025 erfolgreich ab.

Bereits vor dem Vorbereitungsdienst absolvierte er verschiedene forstwirtschaftliche Einsätze und sammelte in den Revieren Taubensuhl und Weinbiet-Ordenswald als Unterstützer der Revierleiter praktische Erfahrung.

Wichtige Begegnung in der Pizzeria

Mit seinen vielfältigen Kompetenzen überzeugte Patrick Poth im Bewerbungsverfahren die Mitglieder des Forstzweckverbandes und deren Vorsitzenden, den Kirrweilerer Ortsbürgermeister Rolf Metzger (Bürgerliste). In den Ortsgemeinden wird sich der Revierförster noch näher vorstellen. Auch die Waldbegänge, wie sie schon sein Vorgänger durchführte, wird er fortführen.

Schon immer Förster werden, wollte er eigentlich nicht. Denn Poth war zuvor neun Jahre lang Zeitsoldat bei der Bundeswehr. In dieser Zeit absolvierte er eine Ausbildung zum Feinmechaniker und war dann als Unteroffizier für die Waffen in seiner Kompanie verantwortlich. Nebenbei betätigte er sich als Pizzabote für eine Pizzeria, in der seine damalige Freundin arbeitete.

In das Lokal kam regelmäßig eine Dame, die in der Forstverwaltung arbeitete. Mit dieser kam er ins Gespräch. Die Arbeit, über die sie berichtete, fand er so interessant, dass er ein Praktikum im Forstrevier Scharfeneck bei Förster Jörg Siegmund absolvierte. Dort begann die Liebe zum Försterberuf. Er holte die Fachhochschulreife nach – denn sie ist eine Bedingung für das Studium. Dann studierte er sieben Semester lang und beendete das Studium mit dem Bachelorabschluss.

Sich für den Klimawandel wappnen

Was die Zukunft des Waldes angeht, will man im Revier für die Zukunft gewappnet sein. „Wir wollen klimastabile Wälder generieren. Dabei sind die Durchmischung, sprich die Artenvielfalt der Bäume, aber auch die der Tiere im Wald, sehr wichtig. Der Mischwald muss erhalten und sogar noch ausgebaut werden – gerade auch im Hinblick auf die Veränderungen durch den Klimawandel“, erklärt Poth.

Schade findet er, dass mittlerweile auch sehr viel Büroarbeit zu verrichten sei. „Den Förster, wie ihn sich die breite Masse der Bevölkerung vorstellt, der von früh bis spät im Wald unterwegs ist, gibt es heute nicht mehr.“ Gerade deshalb seien ihm auch die Waldbegänge wichtig. Denn so könne man den Menschen direkt vor Ort näherbringen, welche Arbeiten im Forst zu verrichten seien.

Auch Öffentlichkeitsarbeit ist wichtig

„Viele Menschen lehnen die Durchforstungsarbeiten ab, die eben auch teilweise mit größeren Geräten durchgeführt werden müssen. Dabei sehen sie nicht, wie wichtig diese Arbeiten sind. Sie dienen schließlich nicht zuletzt dem Schutz des Waldes und dessen Bewohnern“, sagt Poth. Auch die Öffentlichkeitsarbeit nehme immer mehr zu. Das sei aber aus seiner Sicht immens wichtig, um den Menschen zu verdeutlichen, was alles im Wald passiert.

Zu den Jagdpächtern pflegt er bereits gute Kontakte. Denn auch die Bejagung von Wildschweinen und Rehen sei ein wichtiger Aspekt, wenn es um den Erhalt der hiesigen Wälder gehe. So gebe es im Vorderwald viele Wildschweine – was wohl daran liege, dass es dort viele Kastanienbäume gebe, deren Früchte als Nahrungsmittel für die Schweine dienten.

Rehe interessieren sich hingegen eher für Eichen und Tannen. „Diese sind für die Rehe so etwas wie eine leckere Schokolade“, erklärt Poth. Da es durch Rehe ständig Verbiss an neu gepflanzten und sehr jungen Bäumen gibt, müssen diese teilweise durch Gitterzäune geschützt werden, bis sie eine gewisse Größe erreicht haben. Wildschweine graben auch immer mal wieder kleine Bäume aus und zerstören mitunter Waldwege. Mittlerweile verursachten sie in der Landwirtschaft noch mehr Schäden als im Wald.

Am liebsten im Wald unterwegs

Auch Poths Zusammenarbeit mit den Gemeindeverantwortlichen verlaufe problemlos. Forstwirtschaft sei immer etwas Regionales. „Bei uns sieht die Arbeit etwas anders aus als beispielsweise in Brandenburg oder im Schwarzwald“, sagt Poth. Das liege an den unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten und den Arten der Bäume, die dort wachsen. Nicht alle Bäume gediehen überall gleich gut.

Wenn er durch sein Revier streift, begleitet ihn auch immer seine Hündin Inge, eine sechs Monate alte Brandlbracke, die noch sehr verspielt ist, aber ihrem Herrchen schon gehorcht. In der freien Natur fühlen sich Patrick Poth und seine tierische Begleiterin am wohlsten.

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