Neustadt Verpflegung als Konfliktthema

Der Arbeitskreis Humanitäre Hilfe für Asylbewerber (AK Asyl) suche dringend Zimmer und Wohnungen für anerkannte Asylbewerber, sagten Aktive des Vereins bei der Mitgliederversammlung am Dienstag.

In der neuen Asylbewerberunterkunft in der ehemaligen orthopädischen Fachklinik in Haardt laufe es „ganz gut“, berichteten Iris Schlichthärle, Vorsitzende des AK Asyl, und Jack Catarrata, der mit einer halben Stelle in der Einrichtung arbeitet. Massive Spannungen habe es in der früheren Asylbewerberunterkunft in der Talstraße zwischen der Pächterin, die für die Bewirtschaftung des Hauses zuständig war, und einzelnen Asylbewerbergruppen gegeben. Diese Konflikte seien durch den Vertreter einer autonomen Gruppe angestachelt worden, so Schlichthärle. Ein Konfliktthema in der Haardter Unterkunft sei die Verpflegung, sagte Catarrata: „Die Bewohner kämpfen dafür, dass sie selbst kochen können.“ Seit 1. April bekommen sie das Geld für Frühstück und Abendessen ausgezahlt, mittags gibt es weiter Gemeinschaftsverpflegung. Nach Angaben von Catarrata sind von den 60 Plätzen offiziell 29 belegt, zwei Bewohner seien allerdings nicht da. Zwar gebe es noch Anlaufschwierigkeiten, aber „die Stimmung im Haus ist ganz gut“. Schwierig sei, dass die Asylbewerber oft zeitliche Vereinbarungen nicht einhielten. Gute Resonanz fänden die Angebote des Nachbarschaftsladens, wie Konversations- und Englischkurse sowie Verkehrsunterricht. Da den Asylbewerbern der Weg von Haardt in die Räume des AK Asyl in der Talstraße zu weit sei, habe man einen Teil des vom AK angebotenen Deutschunterrichts in die ehemalige Fachklinik verlegt, so Schlichthärle. Nach ihren Angaben würden auch einige in der Verbandsgemeinde Lambrecht lebende Asylbewerber gern an dem Deutschunterricht teilnehmen, doch sei die Verwaltung nicht bereit, ihnen das Geld für Bahn oder Bus zu zahlen. Das werde nun wohl der AK Asyl übernehmen, so Schlichthärle. Die Vorsitzende berichtete, dass es nach vielen Bemühungen gelungen sei, auch für nicht anerkannte Asylbewerber Zuschüsse für einen Integrationskurs an der Volkshochschule zu bekommen. Wie mehrfach berichtet, war dies bisher nicht möglich. Laut Schlichthärle hat der Kurs Anfang März mit 20 Teilnehmern begonnen. Die wöchentliche Beratungsstunde des AK Asyl finde nach wie vor „guten Zuspruch“. Positiv sei, dass sich weitere Aktive dem AK Asyl angeschlossen hätten. Auch weil die Beratung und Betreuung der Asylbewerber oft sehr aufwendig sei. Sommerfest, Nikolausfest, Teilnahme am „Multi-Kulti-Fest“ und regelmäßige Helfertreffen nannte Schlichthärle als einige der weiteren Aktivitäten des AK Asyl. Laut Kassenwart Manfred Hampel, hat der AK Asyl im vergangenen Jahr einen Überschuss erwirtschaftet. Wie Schlichthärle berichtete, wurde wegen der „Reibereien“ zwischen den drei Gruppen, die im Interkulturellen Haus ansässig sind, inzwischen ein Gespräch geführt. (ann)

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