Am Rande der Bande
TV Ruppertsberg: Mit Pizzapower in die B-Klasse?
Wer öfter in französischen Dörfern unterwegs ist, der kennt sie: Pizza-Automaten. Seit gut drei Wochen steht ein solches Gerät nun auch direkt am Eingang zur K10-Arena des TV Ruppertsberg. Rund um die Uhr können sich Hungrige hier an sieben Tagen pro Woche mit 13 bis 14 verschiedenen Pizzasorten versorgen. Erst einmal aber nur versuchsweise.
Im Schnitt 100 Pizzen pro Woche
„Wir sind noch in der Probephase“, verrät Otwin Veth, Vorsitzender des TV Ruppertsberg. Für den 17. Mai sei die Einweihung geplant. Grundvoraussetzung des französischen Unternehmens „Pizza Don“ sei es, dass mindestens sechs Pizzen pro Tag verkauft würden, nennt Christian Fiedler, im TVR der Werbemanager, im Hauptberuf Verkaufsleiter im Lebensmittel-Einzelhandel, die Bedingungen. „Es lohnt sich“, hat er aber schnell festgestellt und nennt einen 100er-Schnitt pro Woche. „Der Automat liegt an der K10 an einer Durchfahrtsstraße. Er wird angenommen“, betont er. Kunden kämen aus dem Verein, aber ebenfalls aus dem Dorf. Sogar die Fußballer der TSG Deidesheim hätten die Ruppertsberger schon kontaktiert, wie sie zu dem Pizza-Automaten gekommen seien.
Er habe einen Wink von einem TVR-Mitglied bekommen, berichtet Fiedler, der sich sogleich auf die Suche nach einem Unternehmen gemacht hat. Bislang sammeln die Ruppertsberger nur gute Erfahrungen mit der Pizza-Maschine. „Es ist eine sichere monatliche Einnahmequelle“, sagt Fiedler und spricht damit die Miete an, die das französische Unternehmen dem TVR zahlt. Weil der Automat Strom braucht, gibt es extra einen separaten Zähler dafür. „Der Automat wird mit einer Kamera überwacht“, erklärt der Werbemanager, wie Vandalismus verhindert werden soll. Gebe es eine Störung, sei ein Mitarbeiter des Pizza-Unternehmens „schnell vor Ort“. Der Vorteil sei, dass die Firma inzwischen einen Sitz in Neustadt habe.
Sauberkeit wichtig
Ein Firmenmitarbeiter ist ohnehin täglich in Ruppertsberg. „Ganz wichtig ist die Sauberkeit“, betont Fiedler. „Der Automat wird jeden Tag neu befüllt und gesäubert“, ergänzt er. Vor Ort könnten Kunden per Paypal, Karte oder auch bar bezahlen. „Man kann ebenfalls über eine App zu Hause die Pizza bestellen und bezahlen“, weiß Fiedler. Am Automaten an der K10-Arena müsse man dann nur einen Code eingeben und erhalte die gewünschte Speise.
Anfangs, gibt der Werbemanager zu, habe es Skeptiker im Verein gegeben. „Aber wer diese Pizza probiert, sagt, dass es für eine Automatenpizza ein sehr gutes Produkt sei“, wirbt Fiedler für die Neuerung auf dem TVR-Gelände.
Keine Konkurrenz zum Clubheim
Und Konkurrenz zum in Eigenregie betriebenen Clubheim des TV Ruppertsberg ist der Automat nicht, wohl aber eine Ergänzung. „Dienstags bis freitags haben wir das Clubheim ab 18 Uhr geöffnet“, erzählt Otwin Veth und nennt es eine Win-win-Situation, „wenn wir nach 21 Uhr die Küche schließen, aber jemand noch Hunger hat“. Zudem gebe es im Clubheim gutbürgerliches Essen wie Schnitzel und Wurstsalat, aber eben keine Pizza. Manchmal dauere der Sportbetrieb länger als bis 21 Uhr, dann könnten sich die Fußballer am Automaten versorgen. Die belegen übrigens in der C-Klasse Rhein-Mittelhaardt West Platz zwei und haben, so Veth, „noch alle Chancen aufzusteigen“. Jetzt mit neuer Pizzapower sollte das kein Problem sein.
Weil es nach Angaben der Pizza-Automaten-Firma rund drei Minuten dauert, bis eine Pizza fertig ist, kann es nur vorkommen, dass der erste Spieler einer Fußballmannschaft schon längst satt ist, bis der letzte bestellt hat ...