Handball
TSG Haßloch: Ina Bühl verbindet Sport, Beruf und Teamgeist
Noch sind die Damen der TSG Haßloch ohne Niederlage. Und diese Serie wollen sie auch gegen den HC Koblenz (Samstag, 18.30 Uhr, TSG-Sportzentrum) fortsetzen. Denn eine Woche später geht es definitiv um die Meisterschaft und damit um die Qualifikation für die dritte Liga.
Bei ihr dreht sich fast alles um Sport. Keinesfalls nur um Handball. Auch um die deutsche Fußball-Liga (DFL). Dabei hat Ina Bühl keinesfalls die Sportart gewechselt. Trotzdem ist die 28-Jährige eine, die viel tiefer in das Innenleben des Sports eintaucht, dieses sogar erforscht. Es geht bei ihr um die Sichtbarkeit von Sponsoring in den sozialen Medien. Das war auch das Thema ihrer Masterarbeit, wo sie neue Methoden hierfür entwickelt habe. „Es umfasst das gesamte Spektrum der Medienanalyse und kann für alle Sportarten angewandt werden“, erzählt Bühl, die vor ihrem Berufseinstieg auch als Werkstudentin beim Handball-Zweitligisten Eulen Ludwigshafen tätig war.
Ergebnis der Masterarbeit steht noch aus
Die Schifferstädterin hat nach ihrem Studium der Sportwissenschaften an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz noch den Master in Internationales Sportmanagement absolviert und wartet derzeit noch auf das Ergebnis der Masterarbeit von der Hochschule. Dabei steht sie schon länger in Brot und Lohn. Bei der Deutschland-Niederlassung von Global MMK in Schriesheim gehört sie zu jenem Team um den ehemaligen Mutterstadter Marc Rapparlie, der als Firmengründer und Datenanalyst rund um den Sport international zu einer Marke geworden ist.
Der Ex-Handballer, der derzeit in Kroatien lebt, ist auch als Spielerberater unterwegs. Aber damit beschäftigt sich Bühl nicht. Ihre Konzentration gilt neben ihrem Beruf dem Handball bei der TSG Haßloch. Nach sieben Jahren bei den Kurpfalz-Bären in Ketsch gehört Bühl seit der Saison 2022/23 zum festen Stamm der Handballfrauen der TSG Haßloch, deren Kapitänin sie seit der laufenden Saison ist.
Darüber hinaus hat sie das Amt der Kleiderwartin inne. In Bezug auf die Bekleidung des Spielfeldes bei besonderen Anlässen legt Bühl, die inzwischen auch in Haßloch lebt, die Kleiderordnung fest. Deutlich mehr Aufwand hat sie als Spielführerin. Sie ist für die Organisation innerhalb der Mannschaft verantwortlich. Zu ihren Aufgaben zählt auch die Vorauswahl der Ausrüstung für die Mannschaft, womit sie sich auch in diesen Tagen beschäftigt. „Es ist mehr Arbeit als ich zunächst gedacht habe, aber es macht auch Spaß, gerade wenn wir so ein tolles Team sind“, erzählt Bühl. Darüber hinaus dient sie als Bindeglied zu Teammanager Peter Wingerter, mit dem sie Ideen, Aktionen und Helferdienste abstimmt.
Dabei läuft es für die Spielmacherin und ihre Kolleginnen sportlich besser als zunächst angenommen. In der laufenden Spielzeit ist die Mannschaft des Trainer-Duo Marc Robin Eisel und Benne Hettich noch ungeschlagen. Und diese Bilanz wollen sie auch in den nächsten Wochen fortsetzen. Das Ziel ist klar definiert: Die Meisterschaft und die Relegation zur dritten Liga. „Wir müssen uns auf keinen Fall verstecken, ich glaube schon, dass wir bei einem Aufstieg in die dritte Liga gute Chancen haben, zu bestehen. Und sollten wir die Relegation nicht schaffen, dann haben wir trotzdem eine mega, mega gute Runde gespielt. Darauf dürfen wir heute schon stolz sein“, sagt sie. Das ist aber noch Zukunftsmusik.
Stolz auf Mannschaft und Umfeld
Die Konzentration gilt der nächsten Partie, wenn am heutigen Samstag (18.30 Uhr) der HC Koblenz im TSG-Sportzentrum gastiert, nachdem die TSG souverän am Deutschen Eck gewinnen konnte. Dabei warnt Bühl davor, den Gegner zu unterschätzen. „Jedes Spiel muss erst einmal gespielt werden. In dieser Liga ist alles möglich“, so die 28-jährige. „Ein Sieg ist Pflicht, dazu wollen wir so hoch als möglich gewinnen“. Es ist aber auch eine kleine Generalprobe für das „Spiel des Jahres“ eine Woche später bei der HSG DJK Marpingen-Alsweiler das sie unbedingt gewinnen müssen, um die Meisterschaft nach Haßloch holen zu können.
„Sicherlich bietet uns das kommende Spiel die Möglichkeit, auch einige Dinge zu testen“, sagt Bühl. Nach dem vierten Platz im Vorjahr wäre das der nächste Schritt in der Aufwärtsentwicklung bei den Damen der TSG Haßloch. „Wir haben nochmals qualitativ zugelegt, aber wir sind in Haßloch ein richtiges Team, wir haben sehr guten Zusammenhalt und ich glaube, das ist das A und O“, blickt Bühl ein wenig stolz auf die Mannschaft und ihr Umfeld.