VG Lambrecht
Tote Schafe im Pfälzerwald: Es war kein Wolf
Anfang Januar hatte das Koordinationszentrum für Luchs und Wolf (Kluwo) zwei Schadensfälle gemeldet: Am 26. Dezember waren in Frankeneck sechs tote Schafe aufgefunden worden, zwei Tage später wurden zwei tote Schafe aus Weidenthal gemeldet. In beiden Fällen wurden DNA-Abstriche genommen und an das Senckenberg-Institut zur Analyse geschickt. Jetzt meldet das Koordinationszentrum: In Frankeneck war es ein Luchs, der die Tiere riss, wobei eine „Individualisierung“ der Proben nicht erfolgreich gewesen sei. Das Koordinationszentrum stehe wegen der Ausgleichszahlung sowie der Förderung und Umsetzung von luchsabweisenden Herdenschutzmaßnahmen mit den Tierhaltern in Kontakt.
In Weidenthal dagegen sei bei der Untersuchung der Proben Hunde-DNA nachgewiesen worden, informierte das Kluwo weiter. Hinweise auf die Beteiligung eines Luchses oder Wolfs lägen nicht vor.
Luchs-Nachwuchs im Kreis
Es ist nicht der erste Fall eines nachgewiesenen Luchsrisses in der Verbandsgemeinde Lambrecht. Anfang 2025 kamen fünf Schafe zu Tode, drei davon in Esthal. Im November wurden fünf Schafe bei Frankeneck tot aufgefunden, laut Kluwo gehen sie auf das Konto des Luchses „Alfi“, der für etliche weitere Risse in der Region verantwortlich ist. Das Tier ist mit der Luchs-Wiederansiedlung im Pfälzerwald freigelassen worden und seither überwiegend im Zentrum des Biosphärenreservats zwischen Pirmasens und Bad Dürkheim unterwegs. „Alfi“ hat unter anderem auch in Hofstätten (Kreis Südwestpfalz) zugeschlagen, dort hat er Anfang 2025 acht Ziegen und Schafe totgebissen.
Unterdessen hat das Kluwo für den Landkreis Bad Dürkheim Luchs-Nachwuchs bekanntgegeben. Das Luchsweibchen „Tarda“ habe 2025 zum zweiten Mal nach 2024 Nachwuchs bekommen, hieß es im Dezember. Ob das Jungtier von 2024 ebenfalls im Landkreis Bad Dürkheim sesshaft geworden ist, sei nicht bekannt.
Im Pfälzerwald waren zwischen 2016 und 2021 im Rahmen eines Wiederansiedlungsprogramms 20 Luchse ausgewildert worden. Das Koordinationszentrum geht davon aus, dass die Population inzwischen auf 30 angewachsen ist. Die Großkatzen hätten sich bis in die Vogesen ausgebreitet, heißt es.
