Elmstein RHEINPFALZ Plus Artikel Tante-Enso-Laden: Was das Gesetz zum Einkauf rund um die Uhr sagt

Der Tante-Enso-Laden im Elmsteiner Ortsteil Appenthal ist fast fertig.
Der Tante-Enso-Laden im Elmsteiner Ortsteil Appenthal ist fast fertig.

Rund um die Uhr einkaufen – das soll im fast fertiggestellten Tante-Enso-Laden in Elmstein möglich sein. Doch wie passt das zum Ladenschutzgesetz?

Einkaufen an allen sieben Tagen der Woche und das rund um die Uhr, damit wirbt die Enso eCommerce GmbH, die demnächst einen Tante-Enso-Laden in Elmstein eröffnen will. Möglich machen soll das eine Kundenkarte, mit der sich die Tür öffnen lässt. Ob es dennoch Einschränkungen geben wird, ist noch offen.

Das hängt zusammen mit dem rheinland-pfälzischen Ladenschlussgesetz, dessen gültige Fassung aus dem Jahr 2015 stammt. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine Automatenläden, also Läden, die auch ohne Verkaufspersonal in Betrieb sein können. Deshalb enthält das Gesetz auch keine Regelungen darüber, wann in solchen Läden eingekauft werden darf. Vor der jüngsten Landtagswahl im März wurde über eine Überarbeitung des Ladenschlussgesetzes diskutiert. Derzeit ist aber noch unklar, ob und wenn ja, wie die künftige Landesregierung das Gesetz ändern will.

„Enger Austausch“ mit Landesregierung

Die Enso GmbH stehe zum Thema Ladenschlussgesetz „in einem guten Austausch“ mit dem designierten Ministerpräsidenten Gordon Schnieder (CDU) und den Grünen, teilt Jessica Renziehausen, Leiterin der Abteilung Marketing und Unternehmenskommunikation der Enso GmbH, auf Anfrage mit. Wobei der Kontakt zu den rheinland-pfälzischen Grünen inzwischen nicht mehr relevant sein dürfte.

Nach Angaben von Renziehausen sind in Tante-Enso-Läden nur an Werktagen stundenweise Mitarbeiter tätig. Deshalb sei der Arbeitsschutz von Mitarbeitern bei der Frage der Öffnungszeiten kein Problem. Doch sei es derzeit Auslegungssache, ob die Tante-Enso-Läden als Automatenladen, sogenannte Smart Stores, eingestuft werden. Die Entscheidung treffe die zuständige Verwaltung. Für Elmstein ist das die Verbandsgemeindeverwaltung Lambrecht, und dort der Fachbereich Bürgerdienste. Bisher liege kein Antrag zu den Öffnungszeiten vor, und der Verwaltung seien die geplanten Öffnungszeiten nicht bekannt, informiert Sebastian Rapp, Leiter des Fachbereichs Zentrale Dienste, auf Anfrage.

Bereits fünf Läden in Rheinland-Pfalz

Sollten das Konzept und die Öffnungszeiten jenen der anderen schon in Betrieb befindlichen Märkte in Rheinland-Pfalz entsprechen, sehe die Verwaltung keinen Handlungsbedarf, so Rapp. Laut der Homepage der Enso eCommerce GmbH gibt es in Rheinland-Pfalz derzeit fünf Tante-Enso-Läden: in Atzel, Bollendorf, Eppenbrunn, Heltersberg, Mastershausen und Wassenach. In diesen Läden können Inhaber der Kundenkarte an allen sieben Tagen der Woche rund um die Uhr einkaufen, für andere Kunden ist der Einkauf nur möglich, wenn Personal im Laden ist. Eine Kundenkarte kann laut der Enso eCommerce GmbH jeder bekommen, der volljährig ist und ein Bankkonto hat. Sie sei kostenlos. Ein Anteil an der Genossenschaft, die den Laden finanziert, sei nicht nötig.

Das Gebäude, das das genossenschaftlich organisierte Unternehmen nutzen wird, entsteht derzeit im Elmsteiner Ortsteil Appenthal, Bauherrin ist die von Ortsbürgermeister Rene Verdaasdonk (SPD) gegründete Reverda GmbH & Co. KG. Ursprünglich war die Eröffnung für Dezember 2025 geplant, was sich letztlich als ein zu ehrgeiziger Plan erwies. Im Dezember hatte Verdaasdonk dann angekündigt, dass das Gebäude bis April fertig sein werde.

Inzwischen sei man „in den letzten Zügen“, so Verdaasdonk. Das Gebäude stehe, der Maler sei fast fertig, der Elektriker führe die letzten Arbeiten aus. Im Außenbereich werde noch an den Parkplätzen gearbeitet, außerdem müsse der Fußboden noch verlegt werden.

Bis alles eingerichtet sei, werde es danach noch etwas dauern. Nach früheren Angaben braucht das Unternehmen nach Abschluss der Bauarbeiten etwa vier Wochen, bis die Inneneinrichtung eingebaut und der Laden eingeräumt ist.

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