VG Maikammer / Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Stadt vs. Land: VG Maikammer als schwarze Insel im roten Wahlkreis

In Maikammer selbst sowie in der gesamten Verbandsgemeinde hat die CDU einen deutlichen Vorsprung.
In Maikammer selbst sowie in der gesamten Verbandsgemeinde hat die CDU einen deutlichen Vorsprung.

Ein genauerer Blick auf den Wahlkreis 50 zeigt, wie weit Stadt und Land politisch auseinanderliegen. Besonders deutlich wurde das in einem Ort in der VG Maikammer.

Die SPD hat den Wahlkreis 50 für sich entschieden. Mit einer knappen Mehrheit von einem Prozentpunkt gewinnt ihr Kandidat Florian Maier das Direktmandat. Claudia Braun (CDU) lag nur knapp dahinter. In absoluten Zahlen erhielt Maier 12.500 Wahlkreisstimmen, Braun 12.075 – die beiden trennen also nur 425 Stimmen. Auch bei den Zweitstimmen liegen die Sozialdemokraten vorn. Ein genauerer Blick auf die Ergebnisse zeigt jedoch, dass sich hinter diesem Erfolg ein klar konturiertes Muster verbirgt: Die SPD gewinnt die Stadt, die CDU das Land.

Dass die Sozialdemokraten den Wahlkreis Landau bei den Zweitstimmen mit 30,4 Prozent vor der CDU mit 26,9 Prozent für sich entscheiden können, verdanken sie vor allem ihrer Stärke im urbanen Raum. Die Verbandsgemeinde Maikammer trägt zu diesem Ergebnis nur wenig bei. Im Gegenteil: Auf der Karte, die die Ortsgemeinden jeweils nach der stärksten Kraft einfärbt, bilden die Verbandsgemeinden Maikammer und Edenkoben eine große schwarze Insel. Die CDU gewinnt zwar mehr Fläche, die SPD aber mehr Wählerstimmen im dichter besiedelten Landau.

Dort erreicht die SPD 31,3 Prozent der Zweitstimmen, die CDU folgt mit einigem Abstand bei 22,8 Prozent. Auffällig ist nicht nur der Vorsprung der Sozialdemokraten. Auch Grüne und Linke schneiden in der Stadt deutlich stärker ab. Bündnis 90/Die Grünen kommen in Landau auf 13,6 Prozent, die Linke auf 8,5 Prozent.

CDU dominiert im ländlichen Raum

In der Verbandsgemeinde Maikammer hingegen dominieren traditionell die Christdemokraten. Sie kommen auf 37,6 Prozent und liegen damit deutlich vor der SPD, die 27,5 Prozent erreicht. Die Linke spielt im ländlichen Raum des Wahlkreises kaum eine Rolle: In der VG Maikammer kommt sie auf 2,6 Prozent, in der VG Edenkoben auf 3,5 Prozent.

In der Verbandsgemeinde Edenkoben liegt die CDU mit 31,0 Prozent vorne, wenn auch deutlich knapper als in Maikammer; die SPD folgt dort mit 29,7 Prozent nahezu auf Augenhöhe.

An dieser Stelle finden Sie Statistiken von 23degrees.

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Absolute Hochburg der CDU in der VG Maikammer ist St. Martin. Dort stellen die Christdemokraten mit Timo Glaser nicht nur den Ortsbürgermeister, sondern erzielten bei der Wahl mit 43,7 Prozent auch das stärkste Zweitstimmenergebnis innerhalb der VG und des Wahlkreises.

Die SPD blieb dort mit 25,6 Prozent deutlich zurück. Auch für den SPD-Direktkandidaten und Wahlkreissieger Florian Maier war St. Martin kein gutes Pflaster: Er kam dort lediglich auf 23,3 Prozent. CDU-Kandidatin Claudia Braun erzielte in St. Martin mit 47,4 Prozent hingegen ihr stärkstes Ergebnis in der VG Maikammer. Noch etwas höher fiel ihr Stimmenanteil nur in ihrem Heimatort Edesheim aus (47,6 Prozent). In allen Wahlbezirken der VG Maikammer lag Braun jedoch über der 40-Prozent-Marke.

Etwas kleiner, aber immer noch deutlich ist der Abstand zwischen Schwarz und Rot in Maikammer selbst: Dort erreicht die CDU 36,5 Prozent, die SPD 29,1 Prozent. Immerhin stellt die SPD mit Markus Sell den Ortsbürgermeister. In Kirrweiler kommt die CDU auf 35,0 Prozent, gefolgt von der SPD mit 25,8 Prozent.

AfD schneidet weniger stark als im Land ab

Die AfD, landesweit klare Gewinnerin der Wahl, bleibt in der Verbandsgemeinde Maikammer mit 13,8 Prozent zwar deutlich unter dem Landesdurchschnitt, legt aber dennoch kräftig zu. Im Vergleich zur Landtagswahl 2021 gewinnt sie 7,8 Prozentpunkte hinzu – so stark wie keine andere Partei in der VG.

Der größte Verlust entfällt dort auf die FDP: Die Liberalen büßen gegenüber der vergangenen Landtagswahl 4,5 Prozentpunkte ein und scheitern landesweit am Wiedereinzug in den Landtag.

Relativ stabil bleiben in der VG Maikammer die Grünen mit 9,1 Prozent. Sie verlieren dort lediglich 0,9 Prozentpunkte, bleiben damit aber deutlich unter ihrem Ergebnis in der Stadt Landau (13,6 Prozent).

Grünen: „Nachholbedarf auf dem Land“

Dass die Grünen auf dem Land deutlich schwächer abschneiden als in der Stadt, wird am Wahlabend auch parteiintern offen eingeräumt. „Auf dem Land haben wir definitiv noch Nachholbedarf“, sagt Simone Fischer-Gora, Vorsitzende des Grünen-Ortsverbands Maikammer, Kirrweiler und St. Martin. In einigen Köpfen gebe es noch immer ein „verkrustetes Bild“ davon, dass die Grünen gegen die Landwirte seien. „Dabei ist das Gegenteil der Fall“, versichert Fischer-Gora.

Unabhängig davon, wie in der VG Maikammer gewählt wurde, fällt auf, dass die Menschen dort in besonders großer Zahl an die Urnen gingen. Mit 77,3 Prozent liegt die Wahlbeteiligung in der Verbandsgemeinde nicht nur deutlich über der des gesamten Wahlkreises Landau (73 Prozent), sondern auch klar über dem Landesdurchschnitt von 68,5 Prozent.

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