Niederkirchen RHEINPFALZ Plus Artikel Sondervermögen vom Bund: Was Niederkirchen auf dem Wunschzettel hat

Der größte Teil des Geldes aus dem Sondervermögen soll in die Kita in Niederkirchen investiert werden.
Der größte Teil des Geldes aus dem Sondervermögen soll in die Kita in Niederkirchen investiert werden.

Aus dem Infrastruktursondervermögen des Bundes kann die Gemeinde Niederkirchen mit fast 900.000 Euro rechnen. Für die Verwendung gibt es schon konkrete Pläne.

Dass Kommunen ausnahmsweise einen Wunschzettel mit Projekten vorlegen dürfen, die sie mit Fördergeldern umsetzen möchten, kommt selten vor. In Rheinland-Pfalz sind einige Gemeinden dank des Infrastruktursondervermögens, mit dem Bund und Land Investitionen in zentrale Zukunftsbereiche anschieben, derzeit in genau dieser glücklichen Situation. Insgesamt stehen dem Land Rheinland-Pfalz daraus rund 5,45 Milliarden Euro zur Verfügung, davon fließen rund 3,51 Milliarden Euro in die kommunale Ebene.

Die Gemeinde Niederkirchen hat aus dem Infrastruktursondervermögen rund 863.000 Euro in Aussicht gestellt bekommen. Die Verteilung innerhalb der Verbandsgemeinde Deidesheim erfolgt jeweils zur Hälfte nach Einwohnerzahl und nach der gezahlten Verbandsgemeinde-Umlage.

Förderfähig sind Investitionen, die der Schaffung, Verbesserung oder Erweiterung öffentlicher Vermögensgegenstände dienen. Dazu zählen insbesondere Ausgaben für Planung, Neubau, Ausbau, Umbau und Sanierung baulicher Anlagen, aber auch bestimmte Maßnahmen im Bereich der Digitalisierung. Jede Maßnahme muss ein Mindestinvestitionsvolumen von 250.000 erfüllen.

Energetische Sanierung der Kita

In Niederkirchen steht die energetische Sanierung der Kita laut Ortsbürgermeister Stefan Stähly (FWG) ganz oben auf der Prioritätenliste. Die Verwaltung veranschlagt dafür ein Investitionsvolumen von rund 600.000 Euro. Vorgesehen sind unter anderem eine Lüftungs- beziehungsweise Klimaanlage, der Austausch der Heizung durch eine Wärmepumpe, Maßnahmen an Fenstern und Türen sowie eine Speichermöglichkeit für die bereits auf dem Dach installierte Photovoltaikanlage. Auch der Glasgang soll in die Sanierung einbezogen werden. „Es ist ein großes Haus und es gibt auf jeden Fall Bedarf“, sagt Stähly. Viele Maßnahmen, die sonst nur nach und nach hätten umgesetzt werden können, ließen sich mit Hilfe des Sondervermögens nun „in einem Rundumschlag“ angehen.

Auch an anderer Stelle will die Gemeinde energetisch nachbessern. Als zweites Projekt ist die Sanierung des Anwesens Hintergasse 28/30 vorgesehen. Rund 262.000 Euro sollen dort investiert werden. Bei den Gebäuden handelt es sich um zwei gemeindeeigene Häuser, in denen Wohnungen vermietet werden. Das Obergeschoss der beiden Häuser nutzt laut Stähly der Verein für Kultur und Dorfgemeinschaft „Lebendiges Niederkirchen“. Die übrigen Wohnungen seien derzeit vermietet. Das solle auch während der Bauarbeiten so bleiben. Die Sanierung soll so organisiert werden, dass die Mieter in ihren Wohnungen bleiben können, erklärt der Ortsbürgermeister. Geplant seien unter anderem Dämmmaßnahmen an Fassade und Dach, eine Wärmepumpe sowie Arbeiten an Fenstern und Haustüren.

Als Nachrücker-Projekt hat Niederkirchen die energetische Sanierung beziehungsweise die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur an der Sportanlage mit einem Investitionsvolumen von 262.000 Euro angegeben. „Ich denke aber, dass wir mit den ersten beiden Projekten das Investitionsvolumen ausgeschöpft haben sollten“, sagt Stähly. Der Gemeinderat stimmte der Beschlussvorlage einstimmig zu.

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