Neustadt So stellen die Feucht-Fröhlichen ihre Vereinsarbeit neu auf
Seit knapp eineinhalb Jahren bilden Daniel Schmedeshagen und Jennifer Mayr das neue Vorstandsduo der Feucht-Fröhlichen-Neustadter (FFN). Bekannt ist der Verein vor allem durch seinen Ausschank im Haiselsche auf dem Weinlesefest und durch die Pflege der Kontakte zur englischen Partnerstadt Lincoln. Dort gibt es sogar einen FFN-Partnerschaftsverein. Der Verein steht also für Tradition und will mit dem Vorstandsduo Schmedeshagen (36) und Mayr (38) nun die Zukunft gut gestalten.
„Kommunikation ist dabei sehr wichtig. Wir brauchen den Austausch mit unseren Mitgliedern und wollen Informationen direkt weitergeben, um möglichst viele zu erreichen“, sagt Mayr. Daher gibt es eine Whatsapp-Gruppe für die Vereinsmitglieder. „Der Zeitaufwand, um darüber zu kommunizieren, ist viel geringer“, verdeutlicht Schmedeshagen. Man wolle so die neu zum Verein gestoßenen Mitglieder eng an die FFN binden. Zugleich müsse man aufpassen, „dass wir auch die älteren Mitglieder erreichen“. Die Whatsapp-Gruppe habe sich bewährt.
Deutlich gespürt hat Daniel Schmedeshagen dies mit Blick auf den 7. September. Dann fahren die Anonyme Giddarischde mit dem Kuckucksbähnel nach Elmstein. Die FFN dürfen dieses Mal die Bewirtung der Gäste übernehmen. Als er überlegte, wie er die dafür nötigen Helfer rekrutieren könne, erstellte Schmedeshagen kurzerhand eine Whatsapp-Umfrage: „Nach zehn Minuten hatte ich die zehn Helfer beisammen“, freut er sich. Das sei alles deutlich einfacher als früher, als man mit Telefonlisten um Unterstützer geworben habe. Wichtig sei aber: „Die Anrede muss persönlich sein, auch per Whatsapp.“ Die Mitglieder sollten immer spüren, dass sie dazu gehören und warum es sich lohnt, im Verein zu sein.
Skepsis hat sich gelegt
Jennifer Mayr pflegt vor allem die Kontakte nach Lincoln. Auch im Umgang mit den Vereinsvertretern dort seien die modernen Kommunikationsformen wie Whatsapp hilfreich. Vieles lasse sich so schneller und direkter regeln, als es selbst über E-Mails möglich war. Die gesamte Organisation für den Rheinland-Pfalz-Tag, als eine Delegation aus Lincoln in Neustadt war, habe digital funktioniert.
Beide sind nach einem Jahr froh, dass sich die anfängliche Skepsis im Verein über die Veränderungen in der Kommunikation gelegt habe. „Jetzt merken alle: Es geht schnell und es funktioniert“, freut sich Mayr. Die große Whatsapp-Gruppe sei zwar für alle Mitglieder offen. Aber nur der Vorstand könne Nachrichten hinterlassen. „Da geht es nur um Informationen und Helfer-Abfragen“, erklärt Mayr. Es gebe aber noch eine zweite Gruppe, „da können dann alle Grüße zu Weihnachten schicken oder Lustiges posten“.
Schmedeshagen und Mayr ist bei aller Offenheit fürs Moderne bewusst, dass sie bei offiziellen Anlässen weiterhin zu förmlichen E-Mails oder gar Telefonaten greifen. Es gebe inzwischen sogar eine Beauftragte, die sich – ganz altmodisch – um Postkarten zu runden Geburtstagen oder Hochzeiten kümmere. „Das kommt extrem gut an.“
Treue Mitglieder halten, Neue dazugewinnen
Beiden ist wichtig: treue Mitglieder bei den FFN zu halten und zugleich offen für junge Neugierige zu sein. Im Vorjahr habe es 20 Zugänge gegeben. „Man ist heute aber nicht mehr einfach so Mitglied. Die wollen einen Mehrwert und Informationen“, sagt Schmedeshagen. „Hierfür bietet sich Whatsapp perfekt an.“ Auch die Rekrutierung der Helfer fürs Weinlesefest laufe über Online-Formulare und die Detailabsprachen dann über Whatsapp-Gruppen. Beim Fest arbeiten die FFN nun mit einem digitalen Kassensystem: „Das ist ein ganz wichtiges Hilfsmittel, damit alles korrekt ist und ausgewertet wird.“
Doch nicht nur intern habe sich das Leben des Vereins geändert. Nach außen setzt der FFN-Vorstand auf Social Media. „Wir müssen ja jung auftreten, um Jüngere für uns zu gewinnen“, bringt es Schmedeshagen auf den Punkt. Und jungen Menschen müsse man erst einmal erklären, was die FFN alles machen. Daher präsentiere sich der Verein mit einer neuen Webseite und spreche junge Menschen direkt über Social-Media-Plattformen an. „Nur so geht es heute.“ Mayr fasst die Strategie so zusammen: „Wir bemühen uns um eine gute Mischung. Unsere älteren Mitglieder wollen wir natürlich behalten. Zugleich brauchen wir Wege, um an neue Mitglieder zu kommen.“ Zum Teil funktioniere das schon ganz automatisch. So hätten sich viele Neustadter und Gäste aus Lincoln beim Rheinland-Pfalz-Tag in einer Whatsapp-Gruppe vernetzt, „einfach weil der schnelle und direkte Kontakt so wertvoll ist“.
Schmedeshagen mag das Vereinsleben der FFN und lobt die Resonanz auf die verschiedenen Angebote. Daher glaubt er auch, dass der Schritt in die Zukunft gelingen wird: „Der Verein lebt davon, dass er sich verändert. Und da sich die Kommunikation in den vergangenen Jahren so maßgeblich verändert hat, müssen wir darauf reagieren.“ Die Chancen der modernen Technik gelte es im Sinne des Vereinslebens zu nutzen. Schmedeshagen hat da auch schon eine Idee: FFN-Mitglieder könnten in der Whatsapp-Gruppe doch Schnappschüsse aus dem Urlaub veröffentlichen. „Wenn da jeder unser T-Shirt oder ein Dubbeglas präsentiert, sorgt das für Emotionen und Verbundenheit.“


