Neustadt So mozartgetreu wie möglich

Neustadt. Zu einem Konzerterlebnis mit besonderen Spannungsmomenten laden der Heinrich-Schütz-Chor aus Neustadt und die Markuskantorei aus Oggersheim unter der Leitung von Lemi Reskovac für morgen in die St. Piuskirche auf der Hambacher Höhe ein. Zur Aufführung kommt eines der Hauptwerke der abendländischen Kirchenmusik, das Requiem d-Moll von Wolfgang Amadeus Mozart, in einer Fassung des in Deidesheim lebenden Komponisten Nors Josephson.
Den orchestralen Part des Abends übernimmt mit dem „Kurpfälzischen Kammerorchester aus Mannheim eines der angesehensten Profi-Ensembles der Region, das außerdem weitere Kompositionen wie beispielsweise das Adagio für Streicher von Samuel Barber aufführen wird. Die Solisten des Abends werden die Sopranistin Karen Leiber aus Würzburg, die Altistin Jina Choi aus Mannheim, der Tenor Keith Bernard Stonum aus Köln und der Bass Kai Uwe Schöler aus Siegen sein. Leiber singt in dieser Saison am Theater Würzburg die Titelrolle in Puccinis „Madame Butterfly“. Als Mozart 1791 starb, hatte er sein „Requiem“ , eine Auftragsarbeit, noch nicht beendet. Schüler setzten die Arbeit auf Wunsch der Witwe fort. Sie lieferten eine ergänzte Komposition, die in den folgenden Jahrhunderten zu erregten Diskussionen unter Musikern, Komponisten und Dirigenten führen und in unterschiedlichen Fassungen sehr populär als Begleitmusik zu Trauer- und Gedenktagen werden sollte. Mozartgetreu zu Ende gestellte Versionen des Requiems wurden ebenso gespielt wie solche, die sich an Arbeiten zeitgenössischer Musiker des 18. Jahrhunderts orientierten oder moderne Umsetzungen. Die Version des Musikwissenschaftlers, Komponisten und Konzertpianisten Josephson wird in St. Pius nach ihrer Erstaufführung 2011 in Hannover und einer weiteren Aufführung in Ludwigshafen, zum dritten Mal erklingen. Musikfreunde und Liebhaber überraschender musikalischer Einblicke können sich dabei in St. Pius selbst ein Urteil bilden, ob Josephson eine Ausarbeitung gelungen ist, die seinem eigenen Anspruch, möglichst mozartgetreu zu Ende komponiert zu haben, gerecht geworden ist. Josephson, amerikanischer Staatsbürger mit deutschen Wurzeln, hat die Westschule in Neustadt besucht. „Meine Großmutter, Katharina Böckler in der Waldstraße, sagte, „der Bub ist musikalisch“. Die ersten Klavierstunden folgten in Neustadt. Meine mozartbegeisterte Lehrerin und mein späterer Professor, Mozartspezialist Daniel Heartz in Berkeley, Kalifornien, haben mich weiter beeinflusst“, erzählt Josephson. Nach intensiven Studien und eigenen Fachveröffentlichungen hat er jetzt insbesondere die Amen-Fuge als Abschluss in der Sequenz nach dem „Lacrimosa“, das „Sanctus“ und die „Communio“ neu komponiert.