Neustadt Smartphones im Alter: Wie Sie Notfallpass, ePA und Warn-Apps nutzen können
„Ihr Handy kann viel mehr, als Sie denken – das sollten wir nutzen!“ Brigitte Kern steht am Freitag im Hambacher Bürgersaal vor gut 20 Interessierten, die auch in höherem Alter wissen möchten, wie sie am digitalen Leben teilhaben können. Die Digitalbotschafterin lädt monatlich in die Ortsverwaltung Hambach, um in kleinen, kompakten Kursen Wissen rund um Smartphone, Internet und Co. weiterzugeben. Das Thema heute: Gesundheit.
Zuerst geht es um die Notfall-Funktionen, die mittlerweile in fast jedem Smartphone integriert sind. „Ich empfehle, das Handy immer bei sich zu tragen, vor allem, wenn Sie das Haus verlassen“, rät Kern und zeigt, wie man in den Einstellungen die SOS-Funktion aktiviert. Danach wählt das Handy automatisch den Notruf und übermittelt Rettungskräften den Standort, wenn man den An-/Ausschalter fünfmal hintereinander drückt. „Üben Sie das ruhig Zuhause, damit Sie im Ernstfall schnell reagieren können“, ermutigt die Digitalbotschafterin, bevor sie Schritt für Schritt zeigt, wie man Notfallkontakte festlegt, die das Handy nach einem Notruf gleich mitinformiert.
Notfallpass und Sturzerkennung
Persönliche und medizinische Informationen wie Blutgruppe, Allergien, Vorerkrankungen und Medikamente können in einem Notfallpass digital für Ersthelfer, Sanitäter und Notärzte hinterlegt werden – das ist besonders wertvoll, wenn Patienten selbst keine Auskunft geben können. „Manche Smartphones haben sogar schon eine Sturzerkennung und fragen bei Aktivierung nach, ob Hilfe benötigt wird“, erklärt Kern.
Nach einem kurzen Exkurs zur Notruf-App der Bundesländer „Nora“ und den Katastrophen-Warn-Apps „Nina“ und „Katwarn“ widmet sich die Digitalbotschafterin der elektronischen Patientenakte (ePA), die seit Ende April 2025 zumindest für alle gesetzlich Versicherten eingeführt worden ist. „Es geht darum, Gesundheit zu vernetzen“, erklärt sie, das heißt zum Beispiel: Berichte und Befunde müssen nicht mehr von Arzt zu Arzt weitergetragen, Bluttests nicht doppelt gemacht und Medikamentenpläne nicht mitgebracht werden. „Ihnen muss aber bewusst sein: Wenn Sie die Karte beim Arzt oder in der Apotheke einstecken, geben Sie Ihre Zustimmung zur Einsicht“, sagt Kern. Ärzte dürfen die Daten 90, Apotheken drei Tage einsehen.
Zugriff auf ePA steuern
Diese Rechte können via ePA-App der eigenen Krankenkasse jederzeit angepasst, verkürzt oder entzogen werden. Wer welche Daten sehen kann, ob sie zu Forschungszwecken verwendet werden dürfen und wer als Vertretungsperson Zugriff auf die ePA erhalten soll, lässt sich in der App ebenfalls festlegen. Außerdem können Patienten dort eigene Befunde, Rezepte sowie Dokumente einsehen.
Die Digitalbotschafterin erläutert, welche Voraussetzung für die aktive Nutzung der ePA gegeben sein müssen: Zum einen darf das Handy nicht zu alt sein (mindestens Android 13 oder iOS 17). Zum anderen benötigt man eine NFC-fähige Gesundheitskarte, erkennbar an einem Funkwellen-Symbol, sowie eine dazugehörige PIN, die man über die Krankenkasse beantragen kann. „Ein Personalausweis mit PIN-Funktion funktioniert auch“, erklärt Kern. Obligatorisch ist zudem eine E-Mail-Adresse.
Registrierung nur mit PIN
Hat man alles beisammen, kann man sich die entsprechende ePA-App seiner Kasse herunterladen. Beim ersten Öffnen startet die einmalige Registrierung. Hierfür werden die Versicherungsnummer, die Nummer der Gesundheitskarte, die Postleitzahl sowie eine E-Mail-Adresse benötigt. Nach der Registrierung erhalten Nutzer einen Code für die ePA-App und eine Gesundheits-ID. „Diese sollten Sie sich notieren, weil Sie sich vor jeder Nutzung der App aus Sicherheitsgründen identifizieren müssen“, erläutert Kern.
Während Kern vor der Leinwand Einblicke in ePA-Apps gibt, wird in den Zuschauerreihen fleißig getippt und die Präsentation abfotografiert. Bei individuellen Fragen helfen die anwesenden Digitalbotschafter Gerhard Vogel, Stefan Krebs, Isabel Thomas und Sicherheitsberater Karl Deyhle weiter.
Info
Die Digitalbotschafter in Neustadt helfen kostenlos in verschiedenen Formaten im Umgang mit digitalen Geräten: Jeden ersten Dienstag des Monats, 14 bis 16 Uhr, beim offenen Treff in der Stadtbücherei; jeden ersten Freitag ab 15 Uhr beim Apple-Kurs im GDA Wohnstift; jeden zweiten Montag, 14 bis 16 Uhr, imBegegnungsraum des Pionierprojektes „Alte Eisdiele“ des Bistums in der Heinrichstraße 44 in Lachen-Speyerdorf beim offenen Treff; jeden dritten Donnerstag, 15 bis 17 Uhr, im MGH beim offenen Treff; jeden dritten Freitag ab 15 Uhr im GDA Wohnstift beim Digitalkurs; jeden letzten Freitag ab 15 Uhr im GDA im Iphone-Anfängerkurs sowie im Bürgersaal Hambach bei „Digital.Senioren.Hambach“ mit Schwerpunktthemen.


