Wasserball
SC Neustadt: Krimi geht in Fünfmeter-Entscheidung
Welch ein Krimi im Stadionbad. Spannender hätte die Begegnung in der 2. Wasserball-Bundesliga zwischen dem SC Neustadt und Uerdingen nicht verlaufen können. Die Gäste führten mehrmals, die Partie verlief ruppig mit vielen Zeitstrafen. Am Ende siegte der SCN nach Fünfmeterschießen mit 22:21 (4:5, 5:5, 1:2, 5:3, Fünfmeterschießen 7:6).
Trotz des glücklichen Ausgangs herrschte weder bei Coach Milos Sekulic noch bei Kapitän Matthias Held großer Jubel. Beide waren unzufrieden mit dem Verlauf der Partie. Uerdingen war nur mit zehn Spielern angereist, beim SCN war mit Flynn Laux ein junger Nachwuchsspieler im Kader, der gerade eine Verletzung auskuriert hat. Nicht dabei war dagegen Vanja Pletikosic, er war mit Zweitspielrecht mit Cannstatt in der 1. Bundesliga im Einsatz.
Hohe Foul-Belastung
Bereits im ersten Viertel entwickelte sich eine torreiche Begegnung mit vielen Hinausstellungen. Doch der SCN konnte vor allem seine Überzahlsituationen kaum verwerten und kam nur auf eine Torquote von 18 Prozent bei Uerdinger Wasserverweisen. Sekulic: „Wir machten Fehler wie nie zuvor. Fehlpässe, Situationen nicht richtig erkannt. Aber der Keeper der Uerdinger, Ivo Topovolac, war in Topform.“
So kam der SCN-Angriff nicht richtig ins Rollen. Auf der Gegenseite war Angreifer Marton Magyar nicht zu stoppen, Uerdingen zog sogar auf 9:12 im dritten Viertel davon. Magyar erzielte in der Partie sieben Treffer. Dabei ging der SCN mit einem Vorteil in die zweite Spielhälfte. Bei den Gästen waren bereits vier Spieler mit je zwei Wasserverweisen vorbestraft, eine weitere Strafe hätte den Ausschluss für den Rest der Partie nach sich gezogen. SCN-Spielführer Held: „Wir schafften es aber nicht, die Gäste entsprechend zu zwingen, mit allem Einsatz unsere Angriffe zu unterbinden.“ Dagegen musste Matija Zezelj bereits in der 19. Minute auf Seite des SCN den Bademantel nach drei Fouls anziehen.
Torhüterwechsel
Doch kurz vor der Halbzeit griff bereits SCN-Coach Sekulic in die Trickkiste. Er wechselte Hendrik Hummel für Keeper Konstantin Wolgin ein. „Das sollte den Gegner verunsichern, einen neuen Impuls bringen. Es hat auch geklappt, Hendrik ließ nur fünf Gegentore zu.“ Auch Hummel war zufrieden: „Ich kam quasi kalt von der Bank ins Spiel. Aber es gelang gleich eine Parade, dann war ich aufgeladen.“
Aber zunächst mussten auch die Feldspieler wieder liefern und drei Tore aufholen. Lizer Perez startete die Aufholjagd traf zum 11:13, doch erneut wurden im Anschluss die Überzahlchancen nicht genutzt. Erst neun Sekunden vor Schluss gelang Artem Kamlov das 15:15 und sicherte damit die Chance, im Fünfmeterschießen zwei Punkte zu erringen. Uerdingen hatte sich mit dem Remis bereits einen Punkt gesichert. „Solche Spieler wie Artem braucht man in so einer Partie. Er ist vorangegangen“, lobte Sekulic.
Thriller nach dem Krimi
Dann folgte also der Thriller nach dem Krimi. Ins Gehäuse wechselte wieder Wolgin. Hummel: „Er hat die größere Spannweite.“ Und Sekulic ließ sich nicht anmerken, wie es in ihm aussieht. Man müsse nach außen Ruhe zeigen, man dürfe nicht noch Kritik üben, die Spieler wüssten selbst, dass sie Fehler gemacht haben. Man müsse konstruktive Sätze sagen. Und innerlich konzentriert bleiben, verriet er nach der Partie.
Das Fünfmeterschießen begann mit einem Neustadter Fehlschuss. Ausgerechnet Rückkehrer Flynn Laux traf nicht. Doch dann scheiterte auch ein Uerdinger Spieler. Luis Ananias behielt die Nerven und glich zum 19:19 nach fünf Schützen aus. Jetzt konnte jeder Fehlschuss das sofortige Aus bedeuten. Laux musste erneut ran und traf diesmal. Als Wolgin erneut parierte, musste Matteo Ananias nur noch treffen. Er erzielte den 22. Treffer.
Vorrunde endet mit Spiel in Düsseldorf
Vor dem letzten Spiel der Vorrunde am Samstag in Düsseldorf steht Aufsteiger SC Neustadt noch auf Rang zwei der Tabelle, kann aber auf den dritten Platz abrutschen. Die Platzierung ist wichtig für das Viertelfinale, um möglichen starken Gegner aus dem Weg zu gehen. Kapitän Held fordert: „Wir müssen jetzt gut trainieren. Ich war heute mit mir selbst unzufrieden. Aus beruflichen Gründen konnte ich nur einmal ins Training. Das habe ich heute gespürt. Wir können deutlich besser spielen. Wir waren heute nicht souverän.“
Spieler des Tages war Lizer Perez (drei Treffer). Timo van der Bosch traf sechsmal, Kamlov fünfmal, Matteo Ananias dreimal.