Wasserball
SC Neustadt in der Platzierungsrunde beim SV Würzburg
Eine verkorkste Partie reicht aus, um einen guten Saisonverlauf auf den Kopf zu stellen. Statt sich für die Meisterschaftsrunde zu qualifizieren, geht der SC Neustadt in die Abstiegsrunde und um die Platzierungsspiele in der 2. Hälfte des Tableaus. Nun muss er also sogar noch um den Klassenverbleib kämpfen. Am Samstag um 16.30 Uhr spielt der SCN im Halbfinal-Hinspiel um die Plätze 5 bis 8 beim SV Würzburg.
Rückblende: Der SCN spielte die Vorrunde grandios und schloss als Aufsteiger auf Rang drei ab. Er ließ etablierte Erstligisten hinter sich. Doch dann patzte der SCN auswärts in Plauen im Viertelfinale und verlor mit 11:14. Im Rückspiel gelang lediglich ein 11:11-Remis. Plauen kassierte zwar in der Vorrunde zwei Niederlagen gegen den SCN, doch die Ergebnisse der Vorrunde zählen nicht für das Saisonfinale. Jetzt spielt Plauen um die Plätze 1 bis 4.
Wie alle Jahre wieder jongliert der SCN in diesen Tagen zwischen dem Abbau der Traglufthalle und der Eröffnung der Freibade-Saison im Stadionbad mit den Trainingseinheiten. Während der „wasserlosen“ Zeit trainiert das Team an drei Tagen in der Woche im Freibad in Bad Dürkheim. Co-Trainer Peter Jacqué: „Das Wasser hat nur eine Temperatur zwischen 21 und 22 Grad. Da kann man nicht den normalen Umfang machen. Ich muss die Jungs in Bewegung halten. Wir haben auch keine Torgehäuse und können keine Angriffe üben.“
Neustadter Bedenken
Trotzdem ist er optimistisch, dass die Mannschaft genug Stabilität hat, um gegen Würzburg zu bestehen. „Das Team hat die Spielidee, die Trainer Milos Sekulic entwickelt hat, inzwischen verinnerlicht.“ Aber eine kleine Gefahr sieht der erfahrene Trainerfuchs. So könne sich das Nachdenken bei einigen Spielern einstellen. Vorher seien sie mit vorne dabei gewesen, jetzt befänden sie sich auf einmal doch in der Abstiegsrunde. So etwas könne auch manchen Spieler beeinflussen, betont der 79-Jährige.
Mittwochs kommt der SCN beim Zweitligisten in Esslingen unter und kann dort eine „normale“ Wasserball-Einheit trainieren. Trainer Sekulic hat in seiner langjährigen Tätigkeit bislang noch nicht das Problem gehabt, dass kein eigenes Trainingsbecken zur Verfügung steht. Aber er sieht die Neustadter Problematik gelassen. „Es ist so, wie es ist. Wir können es nicht ändern. Das sind einfach die Umstände, damit muss man klarkommen.“
Auch gegen Würzburg gab es in der Vorrunde zwei Siege. Das Heimspiel gewann der SCN 18:7, in Würzburg siegte der SCN mit 16:14. Für Sekulic zählt letztlich nur der Sieg. „Egal, ob nur mit einem Tor, es gibt eine schwere Aufgabe in Würzburg. Aber der fünfte Platz ist unser Ziel.“ Das Rückspiel findet dann eine Woche später statt, dann im großen Becken des Stadionbades im Freien. Nach dem Halbfinale würde das „Finale“ um Platz fünf gegen den Sieger der zwei Semifinals Laatzen-Uerdingen folgen.
Die zweite Mannschaft hat in der 3. Wasserball-Liga Süd die Saison beendet. Hier schwingt Peter Jacqué das Zepter am Beckenrand. Nachdem sich vor Saisonbeginn die jungen Spieler der Jahrgänge 2008/09 gegen eine Teilnahme an der U18-Bundesliga ausgesprochen haben, sollen sie in der 3. Liga an das Niveau der ersten Mannschaft herangeführt werden.
Unterstützt werden sie dabei von einigen jungen Spielern der ersten Mannschaft. Jacqué: „Diese Spieler haben dann einen höheren Spielanteil in der 3. Liga, können ihre Spielpraxis ohne Druck erweitern.“ Nicht ganz so glücklich ist er mit den Spielern der U18. Dort hat er sich vor allem eine stärkere Beteiligung am Training erhofft. Die 3. Mannschaft beendete die Saison mit fünf Siegen und neun Niederlagen auf Rang sechs.