Haßloch RHEINPFALZ Plus Artikel Rehbachverlegung: Warum sich die Kosten mehr als verdoppelt haben

Erste Überlegungen, den Rehbach zu verlegen, gab es bereits 2009. Im Jahr 2023 wurde das Projekt abgeschlossen.
Erste Überlegungen, den Rehbach zu verlegen, gab es bereits 2009. Im Jahr 2023 wurde das Projekt abgeschlossen.

Die Verlegung des Rehbachs im Osten von Haßloch hat knapp 8,7 Millionen Euro gekostet. Bei den ersten Planungen im Jahr 2014 war man von 4,1 Millionen Euro ausgegangen.

Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU), Landrat des Kreises Bad Dürkheim, nannte diese Zahlen für die 2023 abgeschlossene Verlegung jüngst in einer Sitzung des Kreisausschusses. Das mit der Planung und Bauleitung beauftragte Ingenieurbüro Project Consult habe erst im November 2025 die endgültige Abrechnung vorgelegt, so Ihlenfeld. Er selbst und Ingenieur Burkhardt Döll, Inhaber von Project Consult, verwiesen auf die 16 Jahre dauernde Vorgeschichte, Planung und Verlegung des Rehbachs auf einer Strecke von 3,7 Kilometern.

Erste Überlegungen zu dem Projekt gab es bereits 2009, eine 2010 vom damaligen rheinland-pfälzischen Umweltministerium vorgelegte Studie zum Hochwasserrisiko in Rheinland-Pfalz löste dann intensive Diskussionen aus. Diese sogenannte Timmis-Studie war sehr umstritten. Ihlenfeld, damals Haßlocher Bürgermeister, erinnerte daran, dass Haßloch und Lambrecht als am stärksten durch Hochwasser gefährdete Gebiete im Landkreis Bad Dürkheim genannt wurden. Größere Hochwasserschutzmaßnahmen wurden jedoch nur in Haßloch ergriffen.

Wie Döll erläuterte, wurde der Rehbach aus seinem künstlichen Bett herausgeholt und durch den Wald geführt. Ihlenfeld und Döll betonten, dass die Verlegung nicht nur dem Hochwasserschutz diene. Flora und Fauna hätten bessere Möglichkeiten, sich zu entwickeln, und in den sehr trockenen Wald sei Wasser hineingebracht worden. Auch sei das Gewässer nun durchgängig und entspreche damit den Vorgaben der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Zudem sei durch die „Schneise“, die geschlagen wurde, Licht in den Wald gekommen, was das Wachstum der Bäume fördere.

Protest von „selbst ernannten Experten“

Döll erinnerte daran, dass gegen den 2015 gefassten Planfeststellungsbeschluss Klage eingereicht wurde. Im Dezember 2017 war Baubeginn, im Dezember 2021 waren die eigentlichen Arbeiten beendet. Danach wurden bis 2023 noch Nacharbeiten ausgeführt. Zuletzt hatte die Kreisverwaltung die Kosten mit 6,9 Millionen Euro angegeben.

„Viele selbst ernannte Experten“ seien gegen die Verlegung des Rehbachs gewesen, betonte Ihlenfeld. Die Proteste hätten zu Verzögerungen und damit zu Kostensteigerungen geführt, ergänzte Döll. Als weiteren Grund nannte er Wünsche während der Planungsphase. So seien als Querungen über den Bach Stege vorgesehen gewesen, doch es seien Brücken gewünscht worden. Auch seien die Baukosten in der Zeit zwischen Planung und Ausführung allgemein stark angestiegen, so Döll. Nach Angaben Ihlenfelds hat sich das Land mit 4,4 Millionen Euro an den Kosten beteiligt.

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