Neustadt Radweganbindung LGS Ost: Umweltdezernentin bezieht nach Entscheidung Stellung

An der Rothenbusch-Klause vorbei in den Wald hinein soll der drei Meter breite Radweg in Variante drei vom LGS-Gelände nördlich
An der Rothenbusch-Klause vorbei in den Wald hinein soll der drei Meter breite Radweg in Variante drei vom LGS-Gelände nördlich am Speyerbach entlang bis zum Radweg 58 in Richtung Speyer führen.

Wie soll das künftige Landesgartenschau-Gelände mit dem überregionalen Radwegenetz verbunden werden? Nachdem der Bauausschuss sich für eine Wegführung nördlich des Speyerbachs durch den Wald entschieden hat, bezieht Umweltdezernentin Waltraud Blarr Stellung.

Der Umweltausschuss hatte nicht für Variante 3 votiert, wie in der RHEINPFALZ zu lesen war, korrigiert Blarr. Denn es wurden dort zwar wie im Bauausschuss auch alle drei Varianten für die Wegführung des Radwegs vorgestellt, abgestimmt wurde Blarr zufolge aber nur für oder gegen die von der Verwaltung favorisierte Variante 1 samt Rad- und Fußgängerbrücke in Richtung Süden über den Speyerbach, „die leider keine Mehrheit gefunden hat“.

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Umweltabteilungsleiter Thomas Baldermann habe im Umweltausschuss erläutert, „dass nur die Variante 1 weiterverfolgt werden sollte, da insbesondere Variante 3 naturschutzfachlich sehr kritisch zu bewerten ist“, schreibt Blarr. Der Grund: Variante 3 am nördlichen Ufer des Speyerbachs entlang und an der Rothenbusch-Klause vorbei in den Wald führe „durch ein Landschaftsschutzgebiet, in Teilen auch durch ein Naturschutzgebiet sowie in einem längeren Abschnitt durch ein Vogelschutzgebiet und würde in sensible Lebensräume von Waldvögeln, insbesondere des Mittelspechts, eingreifen“. Eine Verträglichkeitsstudie scheint wahrscheinlich, was zu zeitlichen Verzögerungen führen werde und deren Ausgang ungewiss sei. Hinter der Gaststätte Rothenbusch sei auf rund 180 Meter Länge zudem eine städtische Kompensationsfläche betroffen.

Eingriff in Baumbestand

Darüber hinaus müsste für den Ausbau des 360 Meter langen Pfades als drei Meter breiter Radweg voraussichtlich Mischwald auf mindestens rund 1080 Quadratmetern gefällt werden, so Blarr. „Für die beidseits des Weges anzulegenden Bankette müsste auch in die Wurzelräume des Bestandes eingegriffen werden, was die Standsicherheit gefährden würde.“ Die Umweltabteilung empfehle daher, auf Variante 3 zu verzichten.

Der Bauausschuss hatte sich mehrheitlich für den Weg durch den Wald ausgesprochen, da Variante 1 über einen Wirtschaftsweg südlich des Speyerbachs führt, der ebenfalls von Reitern und Landwirten genutzt wird, und man Konflikte befürchtet.

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