Neustadt Probleme mit der Post

Eine Lösung für das Zustellproblem? Zustell-Roboter „PostBOT“ beim Test.
Eine Lösung für das Zustellproblem? Zustell-Roboter »PostBOT« beim Test.
„Im Dezember war’s schlimm, da kam fast nichts“, erklärt der Mann aus dem Speyerer Ziegelofenweg. Dem stimmen weitere Mitbürger zu wie Thomas Wirth aus dem St. Klara-Kloster-Weg. „Insbesondere in der Weihnachtszeit wurde bei uns die Briefpost höchstens zwei- bis dreimal pro Woche zugestellt“, schildert er. Weihnachtspost aus verschiedenen Teilen Deutschlands, die zwischen dem 20. und 23. Dezember abgestempelt worden sei, habe ihn erst am 23. Januar erreicht. Post-Pressesprecher Heinz-Jürgen Thomeczek hatte eingeräumt, dass im Dezember überdurchschnittlich viele Speyerer Briefzusteller erkrankt waren und die Anzahl der Vertretungskräfte nicht ausreichte, um die vorweihnachtliche Flut an Briefsendungen zu bewältigen. Dass Briefe aber längere Zeit liegenblieben und nicht zugestellt werden, wies Thomeczek zurück, denn die Post besitze keine Lagerkapazitäten. Dem widerspricht Thomas Wirth: „Wenn es keine Lagerkapazitäten gibt, wären diese insgesamt acht Briefe über einen Monat hinweg auf ihren Wegen nach Speyer unterwegs gewesen, um erstaunlicherweise dann alle am gleichen Tag ausgeliefert zu werden.“ Zur Laufzeit von Postsendungen weist der Pressesprecher darauf hin, dass etwa 93 Prozent aller Inlandsbriefe bereits nach einem Tag ihre Empfänger erreichen. Von gähnender Leere fast den ganzen Dezember lang und andauernden Unregelmäßigkeiten berichten auch Cornelia Vagt-Beck und ihr Mann Josef Beck. Bei ihnen kam zwar keine Weihnachtspost deutlich verspätet an, dafür ein wichtiges Schreiben der Krankenkasse. Der Brief ging am 8. Januar zur Post, zehn Tage später war er noch nicht zugestellt. Auf Nachfrage bei der Krankenkasse schickte diese das Schreiben nochmals los. Dieses kam an – und ein paar Tage später die ursprüngliche Sendung. „Das ist schon bizarr“, meint Josef Beck. Auch Ende Februar herrschte seit mehreren Tagen absolute Ebbe im Briefkasten – dagegen funktioniert die Paketzustellung mit DHL laut Beck reibungslos: Eine bestellte Sendung kam innerhalb eines Tages im Vogelgesang an. Der Leser im Ziegelofenweg ärgerte sich über die unpünktliche Zustellung abonnierter Zeitschriften. Die gleiche Erfahrung machte auch Thomas Wirth. Winfried Radach aus der Peter-Drach-Straße wartete sogar viermal vergeblich auf seine Zeitschrift und beschwerte sich beim Verlag. Der habe erklärt, sie losgeschickt zu haben, betont Radach. Vor wenigen Tagen (Mittwoch, 20. Februar) erhielt er zwar eine bestellte Zeitschrift, die aber nicht wie gewöhnlich in Folie eingeschweißt war. Sie war beschädigt und der Adressaufkleber lag lose im Briefkasten, stellte er fest. Er vermutet den Fehler bei der Post, denn eingeworfene Sendungen könnten aus seinem Briefkasten nicht herausgefischt werden, betont er. „Ganz eigenartig“ ist ihm zufolge auch die fehlerhafte Zustellung eines wichtigen Briefes – beziehungsweise die falsche Adressierung. Diese Sendung war als Einschreiben mit Einwurf in Radachs Kasten gelandet, auf dem Adressaufkleber stand sein Name. Es stellte sich aber heraus, dass der Aufkleber von Radachs Zeitschrift stammte und auf den Brief geklebt wurde. Der Brief war für seinen Nachbarn bestimmt – das war im Kuvertfenster unter dem Aufkleber sichtbar. Die Zeitschrift – offensichtlich ohne Adressaufkleber – hat Radach nicht erhalten. Thomas Wirth verweist in seinem Leserbrief auf die Bundesnetzagentur, die über die Qualität der Postzustellung wacht: „Sie ruft auf ihrer Internetseite dazu auf, Beschwerden über ungenügende Postzustellungen bei ihr einzureichen.“