Neustadt Pilotprojekt für Bewegungsanlage

Deidesheim ist eine von 18 Gemeinden, die eine Bewegungs- und Begegnungsanlage von der Dietmar-Hopp-Stiftung spendiert bekommen. Wie das aussieht und welche Folgen es hat, war kürzlich Thema im Stadtrat. Am besten wird man sich das an einem Beispiel ansehen können. Denn in Schwetzingen entsteht als erstes eine Musteranlage.

Diese Pilotanlage soll nach Auskunft der Dietmar-Hopp-Stiftung 2015 fertiggestellt werden. Stifter Dietmar Hopp sagt dazu, dass beim Bau dieser Anlage Erfahrungen gesammelt werden sollten, die dann für die anderen Anlagen genutzt würden. Das Gelände für diese Musteranlage ist ein ehemaliges Fußballfeld der DJK Schwetzingen, 6673 Quadratmeter groß. Dort kommen alle vier Module unter, die bei einer Bewegungs- und Begegnungsanlage möglich sind. Sie berücksichtigen unterschiedliche Altersgruppen (siehe „Zur Sache“). Beim vorgesehenen Gelände in Deidesheim handelt es sich um den ehemaligen Sportplatz bei der Integrierten Gesamtschule (früher Hauptschule, später Realschule plus). Als der Landkreis die Trägerschaft für die Integrierte Gesamtschule übernommen hat, hat er das Gelände zwischen der Appengasse und dem Schulgebäude nicht gekauft. Es verblieb damit bei der Verbandsgemeinde Deidesheim, dem Träger der ehemaligen Realschule plus. „Derzeit finden Vorgespräche mit den Kommunen und die Sichtung der Unterlagen für die 18 Anlagen statt“, Diese Auskunft gab das für die Dietmar-Hopp-Stiftung tätige Pressebüro „Showmaker Entertainment“ auf Anfrage unserer Redaktion. Danach werde die Stiftung die Reihenfolge festlegen, in der die Anlagen gebaut werden. Es sei geplant, mehrere Anlagen parallel zu bauen. Die Stiftung arbeite dabei mit erfahrenen Planungsbüros zusammen. Die Planungen für die ersten Anlagen sollen noch in diesem Jahr beginnen. Die reine Bauzeit betrage einige Monate und richte sich unter anderem nach den Gegebenheiten des Grundstücks. Der Vorteil in Deidesheim: Die Planreife für das Grundstück sei schon gegeben, die Erschließung gesichert, sagte Stadtbürgermeister Manfred Dörr bei der jüngsten Stadtratssitzung auf eine Anfrage der Fraktionen von Grünen und SPD. Ver- und Entsorgung seien über vorhandene Leitungen in der Bürgermeister-Oberhettinger-Straße möglich. Vertragspartner der Hopp-Stiftung ist die Verbandsgemeinde Deidesheim. Unterhalt und Betriebskosten für die künftige Anlage sind also deren Part. Minimieren will man die Betriebskosten durch Patenschaften, die verschiedene Einrichtungen für die Bewegungsanlage übernehmen sollen: die IGS, die Kindergarten, das nahe gelegene Altenzentrum der Caritas. Zu klären sei, ob auch der Jugendtreff in die Anlage integriert werden kann. Das sei der Plan der Verbandsgemeinde, und er, Dörr, würde es begrüßen, wenn der Treff dorthin umgesiedelt werden könnte. Das Gelände ist mit über 7500 Quadratmetern allemal groß genug, noch um einiges größer als die Modellanlage in Schwetzingen. Auch die Integrierte Gesamtschule sei in engem Kontakt mit Stadt und Verbandsgemeinde wegen der Planung, sagt Schulleiter Georg Dumont, Über die Kooperation in Sachen Bewegungsanlage hinaus sieht er auch die Chance, dass zwischen der Anlage und dem Schulgebäude ein neuer Zugang zur Gesamtschule geschaffen werden kann. Möglicherweise zunehmender Verkehr an der eh schon ziemlich belasteten Kreuzung Appengasse/Bürgermeister-Oberhettinger-Straße war ein weiterer Punkt der Anfrage von Grünen und SPD. Nach Auskunft Dörrs geht die Verwaltung nicht davon aus, dass der Verkehr den des Schulbetriebs übersteigen wird. Wenn auf dem Gelände genug Platz sei, Parkplätze anzulegen, werde die Stadt sich dafür einsetzen. Manfred Dörr sagte, er sei froh, dass Deidesheim mit der Bewerbung der Verbandsgemeinde zum Zuge gekommen sei: „Selbst hätten wir das nicht finanzieren können.“ Die Anlage kann einen Wert von bis zu zwei Millionen Euro haben. Auch Achim, Schulze (SPD) sagte, die SPD sei nicht gegen das Projekt. Angesichts der Haushaltslage der Stadt müsse man aber die Folgen im Blick behalten. Voraussetzung für eine Bewegungs- und Begegnungsanlage ist, dass diese mindestens 15 Jahre betrieben und unterhalten wird. Die Anlage muss „öffentlich und für jedermann frei zugänglich sein“, informiert die Dietmar-Hopp-Stiftung. (ff)

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