Neustadt Pfarrer Peter Nirmaier über Gespräche, die das Zusammenleben voranbringen

Wer miteinander redet, kommt sich näher. Nur so kann Zusammenleben auch gelingen.
Wer miteinander redet, kommt sich näher. Nur so kann Zusammenleben auch gelingen.

Am Sonntag vor einer Woche machte ich am späteren Sonntagnachmittag noch einen Spaziergang durch die Maikammerer Wingerte. Es war trübes Wetter und recht kühl, kaum noch Leute unterwegs. An einer Wegkreuzung traf ich zwei junge Menschen. Sie saßen auf einer Bank und unterhielten sich.

Ich blieb stehen, grüßte die beiden. Und eigentlich recht schnell kamen wir miteinander ins Gespräch. Aus zwei verschiedenen Ländern Afrikas waren sie nach Deutschland gekommen, einer schon 2016. Über Libyen war er wie viele andere gekommen, hatte dort Furchtbares miterlebt und gesehen.

In Deutschland hat er dann einen handwerklichen Beruf gelernt, in dem er nun auch schon einige Jahre arbeitet. Es geht ihm gut. Auch dem zweiten jungen Mann. Dieser hat bereits eine Familie und besucht derzeit die Sprachkurse. Er hat klare Vorstellungen von dem Beruf, den er einmal erlernen möchte.

Wir sprachen auch über unsere Religionszugehörigkeit, zwei Anhänger des muslimischen Glaubens sprachen mit einem katholischen Pfarrer und umgekehrt. Und das hat wunderbar geklappt. Ich erzählte auch von meinen beiden Aufenthalten in Burkina Faso, wie ich die Menschen dort erlebte und was ich von ihnen lernen konnte. Per Handschlag verabschiedeten wir uns voneinander, wollen uns beim nächsten Café International in Maikammer wieder treffen.

So ging ich weiter meines Weges. Innerlich irgendwie bewegt. Gerade jetzt, wo die Debatte über Migration so hochkocht. Ich habe gemerkt, wie wichtig das Gespräch miteinander ist, dass wir – wohlwollend, und nicht schon von vorneherein abweisend – einander kennenlernen, einander achten und sogar voneinander lernen können. Und uns einbringen zum Wohl der Gemeinschaft.

Du Träumer, mag manche(r) jetzt vielleicht denken. Ja, ich habe diesen Traum, und will ihn weiter träumen. Letztendlich aufgrund von vielen guten Erfahrungen, die ich machen durfte. So auch an jenem Sonntagnachmittag. Und ich habe von Jesus her das Gefühl, dass ich da einen Traum Gottes mitträume. Und ich will mich auch nicht von den zweifellos bestehenden Herausforderungen und furchtbaren Attentaten davon abbringen lassen. Ich erlebe auch immer wieder Menschen, die diesen Traum Gottes mitträumen.

Peter Nirmaier
Peter Nirmaier

Der Autor

Peter Nirmaier ist katholischer Pfarrer in Maikammer.

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