Forst Ortsgemeinderat: Noch kein Bürgermeister gewählt

Der neue Forster Rat: (vorne v.l.) Josef Blanz, Daniel Hack-Hayes, Georg Lucas, Martin Rau, Thomas Keller, (2. Reihe v.l.) Marku
Der neue Forster Rat: (vorne v.l.) Josef Blanz, Daniel Hack-Hayes, Georg Lucas, Martin Rau, Thomas Keller, (2. Reihe v.l.) Markus Böhl, Hardy Werlé, Sabine Mosbacher-Düringer, Stephan Müller, (hintere Reihe v.l.) Christian Hurek, Johannes Eichberger. Es fehlt Markus Spindler.

Der zwölfköpfige Ortsgemeinderat Forst hat in seiner konstituierenden Sitzung am Dienstagabend weder einen neuen Ortsbürgermeister noch Beigeordnete gewählt. Wie geht es jetzt weiter?

Der geschäftsführende Ortsbürgermeister Bernhard Klein (CDU), der nach 15 Jahren in dieser Funktion bei den Kommunalwahlen im Juni nicht mehr angetreten war, zeigte sich zuversichtlich, dass diese Punkte in der nächsten Sitzung am 2. September nachgeholt werden können. Bis dahin sollen weitere Gespräche zwischen CDU, Freien Wählern und Grünen erfolgen, um sich auf einen Ortsbürgermeister-Kandidaten oder eine -Kandidatin zu einigen und Klarheit über künftige Geschäftsbereiche für zu wählende Beigeordnete zu erhalten.

Wie berichtet, gibt es im Dorf inzwischen einen Interessenten für die Klein-Nachfolge, der zu den Kommunalwahlen – als die Bürger und nicht der Gemeinderat die Wahl hatten – noch nicht den Finger gestreckt hatte. Der Mann hält sich bezüglich seiner Ambitionen jedoch weiterhin öffentlich bedeckt. Ein Name wurde auch in der Sitzung am Dienstag nicht genannt. Ob dieser Kandidat letztlich mehrheitsfähig ist, oder ob in den kommenden Wochen noch eine andere Person – aus dem Gemeinderat oder von außerhalb – den Hut in den Ring wirft, verspricht spannend zu werden. Bis zu einer Entscheidung bleibt Bernhard Klein als geschäftsführender Ortsbürgermeister im Amt. Von Verbandsbürgermeister Dieter Dörr wurde er am Dienstag im Auftrag des Gemeinde- und Städtebundes für 30-jährige nebenberufliche kommunalpolitische Tätigkeit geehrt.

Werden Aufgaben auf mehrere Personen verteilt?

Unterdessen zeichnet sich klar ab, dass die ehrenamtliche Arbeit, die Klein zusätzlich zu seinem Beruf als Rechtsanwalt bisher allein mit zwei Beigeordneten ohne Geschäftsbereiche erledigte, künftig auf mehrere Personen mit konkreten Zuständigkeiten und entsprechender Verantwortung verteilt wird. Für die kommt dann auch eine Vergütung in Frage. Um dieses Vorgehen zu ermöglichen, beschloss der neue Gemeinderat einstimmig, die Hauptsatzung des Gremiums entsprechend zu ändern. Auch eine Mustergeschäftsordnung für Gemeinderäte wurde angenommen.

Genau die Hälfte der zwölf Ratsmitglieder geht neu sortiert in die Wahlperiode 2024 bis 2029. Ausgeschieden sind Peter Lucas, Walter Metzler, Anne Spindler, Stefan Frank und Nicola Libelli. Sie wurden geehrt, verließen die Sitzung danach gleich wieder und verzichteten somit darauf, sich anzuhören, wie sich die Newcomer schlugen. Elke Eberle ist verstorben. Neu im Gremium sind Josef Blanz, Johannes Eichberger (beide CDU), Thomas Keller (Grüne), Daniel Hack-Hayes, Markus Spindler und Christian Hurek (alle FWG). Die CDU ist mit sechs Sitzen stärkste Kraft, gefolgt von der Freien Wählergruppe mit fünf Ratsmitgliedern und den Grünen mit einem Sitz. Nur noch eine Frau sitzt im Rat, bisher waren es drei.

Einstimmig erfolgte die Besetzung der Ausschüsse, in denen sich ausgeschiedene Ratsmitglieder teilweise wiederfinden, so Anne Spindler und Nicola Libelli etwa im Feld- und Wald- sowie im Kulturausschuss.

Diskussion um Friedhofssatzung

Während alle vorherigen Tagesordnungspunkte zügig abgewickelt wurden, entwickelte sich die Diskussion über die neue Friedhofssatzung und steigende Gebühren zur Hängepartie. Gut eine Stunde lang setzte sich das Gremium mehr oder weniger pietätvoll mit dem Für und Wider verschiedener Grabgestaltungsvorgaben, mit Nutzungsrechten, Reservierungen und den auf die Angehörigen abzuwälzenden Kosten auseinander. Vor lauter Nachfragen und Meinungsbeiträgen spielte der Anpfiff der EM-Begegnung zwischen Spanien und Frankreich um 21 Uhr keine Rolle mehr.

Da hieß es etwa von einem Ratsmitglied, dass der Friedhof ein „sozialer Ort und kein Ablageort für Leichen“ sei, da konnte sich ein anderes Ratsmitglied qua Beruf besonders fachkundig einbringen. Die neue Friedhofssatzung, die letztlich bei einer Enthaltung angenommen wurde, umfasst 17 Seiten. In einem der 35 Paragrafen wird ein „Verbot von Grabmalen aus schlimmsten Formen der Kinderarbeit“ festgeschrieben.

Was an höheren Gebühren auf die Angehörigen ab 1. Oktober konkret zukommt, bleibt dagegen weiterhin unklar. Erst in der nächsten Sitzung soll darüber entschieden werden.

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