Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Neustadter Wochenspiegel: Nachhaltigkeit und Bauern-Demo

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Karikatur: Uwe Herrmann

Vier für den Müll – oder nicht?

Wie war das noch mal? In Deutschland werden Unmengen Lebensmittel weggeworfen, weil sie nicht verkauft wurden. Zahlreiche Konzerne geloben Besserung. „Heute für Morgen. Gemeinsam mit Ihnen möchten wir die Welt von morgen ein Stückchen besser machen“, schreibt beispielsweise Aldi Süd auf seiner Webseite unter dem Stichwort „Nachhaltigkeit“. Dass das in der Praxis nicht immer funktioniert, musste ein Neustadter jüngst erfahren und hat der RHEINPFALZ Anfang der Woche sein Erlebnis geschildert. Er wollte im Aldi fünf Brötchen zum Angebotspreis von einem Euro kaufen. Der Automat spuckte allerdings nur vier aus. Diese hätten 1,16 Euro gekostet, weil nicht der Angebotspreis gegolten hätte, sondern der Einzelpreis von 29 Cent je Brötchen. Er habe dann höflich eine Mitarbeiterin gefragt, ob er denn die vier Brötchen für einen statt für 1,16 Euro bekommen könne, schildert der Mann. Die Antwort: Nein. Und wenn er die vier nicht wolle, solle er sie da lassen – man werde sie dann wegwerfen. Da blieb dem Neustadter fast die Spucke weg. Letztlich hat er die vier Brötchen doch für 1,16 Euro gekauft, damit sie nicht im Müll landen. Wir haben Aldi um eine Stellungnahme zu dem Fall gebeten: Man bedauere die Unannehmlichkeiten, die dem Kunden entstanden seien. Aber an der Kasse könnten die Mitarbeiter keine manuellen Eingriffe in die programmierten Angebote vornehmen. Die Kasse ermittele den Rabatt erst beim Erreichen der notwendigen Anzahl von fünf Brötchen, so ein Unternehmenssprecher. Gerne wolle man aber hervorheben, dass man nicht mehr zum Verzehr geeignete Lebensmittel auch an Landwirte oder Tierheime als Futtermittel gebe. Und nicht mehr verkaufsfähige, aber noch zum Verzehr geeignete Lebensmittel gäben nahezu alle Aldi-Süd-Filialen an die Tafeln vor Ort ab. Die vier Brötchen wären also möglicherweise doch nicht im Müll gelandet – ein kleiner Trost. Steffen Gall

Samstagsparole: Nerven behalten

Frühstücksbrötchen mal schnell mit dem Auto holen? Auch das kommt nicht so gut. Aber nicht nur wegen des Klimaschutzes sollten sich die Neustadter am heutigen Samstagvormittag gut überlegen, ob sie mit dem Auto in die Stadt fahren. Oder zumindest vorher über die taktisch beste Route nachdenken. Immerhin sind 275 Traktoren als Demonstrationszug der Bauern und Winzer von Mußbach aus durch die Kernstadt zum Schloss unterwegs. Da gilt es Nerven zu behalten. Kreuzen kann man den Tross nicht, Umleitungen gibt es auch nicht, kurzzeitige Vollsperrungen sind möglich. Besonders ätzend wird es mal wieder für die Hambacher sein. 275 Schlepper hoch zum Schloss – das ist ambitioniert. Dort soll sich der Zug dann übrigens „auflösen“. Wie genau, auch das bleibt abzuwarten. Schließlich gibt es nur eine Straße hoch und eine Straße runter … Anke Herbert

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