Neustadt Neuer Sprachkurs für Flüchtlinge

Asylbewerber, deren Anerkennungsverfahren noch nicht abgeschlossen ist, können zurzeit an der Volkshochschule Deutsch lernen, ohne dafür zahlen zu müssen. Bisher gibt es kostenlose Deutschkurse nur für anerkannte Flüchtlinge.

In Rheinland-Pfalz gibt es zurzeit 24 solcher Kurse, einen davon in Neustadt. „Wir haben sehr darum gekämpft, der Bedarf ist sehr groß“, sagte Dagmar Fries, stellvertretende Leiterin der Volkshochschule. 18 Flüchtlinge besuchen den neuen Kurs, Fries hat sie als „sehr motiviert“ erlebt. Der Kurs, der 100 Stunden umfasst, wird aus Mitteln des Europäischen Flüchtlingsfonds und des Landes Rheinland-Pfalz finanziert. Bislang ist das Projekt aber nur bis Juni gesichert, wie es danach weitergeht, ist offen. Parallel dazu organisiert der Arbeitskreis Asyl auf ehrenamtlicher Basis Deutschunterricht. „Wir können das aber nicht in der gleichen Intensität leisten, in der das die Volkshochschule anbietet“, sagt Iris Schlichthärle, Vorsitzende des Arbeitskreises. Die Kurse laufen zum Teil in der Flüchtlingsunterkunft in Haardt, zum Teil im Büro des Arbeitskreises in der Amalienstraße. Es gibt einen Fortgeschrittenenkurs (Amalienstraße) sowie einen Anfängerkurs und einen Alphabetisierungskurs (Haardt). „Die Menschen bleiben meist länger hier, deshalb ist es doch verlorene Zeit, wenn sie mit dem Deutschunterricht warten müssen, bis ihr Asyl-Verfahren abgeschlossen ist“, sagt Schlichthärle. Der Verein sei eingesprungen, weil er hier eine Lücke erkannt habe. Darüber hinaus ermöglicht der Arbeitskreis drei noch nicht anerkannten Flüchtlingen die Teilnahme an Integrationskursen, indem er einen Teil der Kosten übernimmt. „Das sind Menschen, die schon über das Niveau der Anfängerkurse hinaus sind“, erklärt Schlichthärle. Der Integrationskurs umfasst 600 Stunden Sprachunterricht und schließt mit einer Prüfung ab. Für anerkannte Flüchtlinge übernimmt die Bundesregierung die Kosten. Der Arbeitskreis ist dafür auf Spenden angewiesen – genauso wie bei anderen Formen der Unterstützung von Flüchtlingen. Zurzeit hilft der Verein einem anerkannten Flüchtling aus Afghanistan, der seine Frau und seine Kinder nach Deutschland holen will. Haider Amiry war zu einer Fortbildung in Deutschland und konnte nicht in seine Heimat zurückkehren, weil die Taliban drohten, ihn zu ermorden (wir berichteten). (kkr/inki)

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