Neustadt „Mir wird das Kinderlachen fehlen“

Berty Weisbarth im Kreis einiger Kindergartenkinder.
Berty Weisbarth im Kreis einiger Kindergartenkinder.

Berty Weisbarth, Leiterin der evangelischen Kindertagesstätte „Arche Noah“, geht nach 25 Jahren in dieser Position in den Ruhestand. Sie wird mit einem Gottesdienst am Sonntag, 10. Juni, um 10 Uhr in der Pauluskirche verabschiedet.

„Als ich mit meinen Kindern zum ersten Mal meinen Mann, der in Haßloch arbeitete, besuchte, war ich von dem Dorf so begeistert, dass ich mich sofort entschloss, mich hier niederzulassen“, erinnert sich Weisbarth an ihren ersten Eindruck von Haßloch. Die in Freising bei München geborene Erzieherin hatte nach ihrer Ausbildung eine Stelle im Heilpädogogischen Zentrum in Oberschleißheim bei München. Als sie 1983 nach Haßloch zog, pausierte sie wegen ihrer Kinder bis 1990 und nahm danach ihre erste Stelle als Erzieherin im Paul-Gerhardt-Kindergarten an. Als eine Leiterin für die Kindertagesstätte „Arche Noah“ gesucht wurde, bewarb sie sich und erhielt die Stelle. „Ich hatte schon vorher in Haßloch Fuß gefasst, war als stellvertretende Vorsitzende beim AWO-Ortsverein, aber auch im Sozialausschuss aktiv, doch mit der Übernahme der Leitung 1993 legte ich meine ehrenamtlichen Ämter nieder. Ich konzentrierte mich ganz auf meine Aufgabe als Erzieherin und als Mutter. Das genügte mir“, erzählt Weisbarth. Zunächst war die Kita mit 25 Kindern eingruppig. Und ein Name wurde damals für die Einrichtung gesucht, Weisbarth entschied sich für „Arche Noah“, weil der Name „eine christliche Beziehung herstellt und Kinder egal welcher Nation zum Kommen einlädt“. Am 1. Februar 2000 kam nach dem Um- und Erweiterungsbau eine zweite Gruppe. Große Freude herrschte laut der Kita-Leiterin, als der Um- und Neubau im Februar 2012 bezogen wurde. Die Erzieherinnen führen mit zahlreichen Projekten an das spätere Schulleben heran. Es wurden laut Weisbarth viele Feste gefeiert, deren Erlöse stets der Kita zugutekommen. „Unsere Kinder sind durch das Gesetz, Zweijährige aufzunehmen, immer jünger geworden. Daneben sind wir nun ein Ganztagskindergarten, die Anforderungen sind stetig gestiegen“, sagt Weisbarth. Als das 100-jährige Bestehen des Kindergartgens vor der Tür gestanden habe, sei in ihr der Entschluss gereift, eine Chronik zu schreiben. „Es war eine spannende Zeit. Ich stöberte in Archiven, blätterte in den Heimatblättern und interviewte ältere Bürger, die in ihrer Kindheit diesen Kindergarten besucht haben. Auf diese Weise entstand ein Kaleidoskop, das nach meinem Einstieg in den Ruhestand Ende Juni diesen Jahres von meiner Nachfolgerin Angela Küster weitergeführt wird“, sagt Weisbarth. „Unsere Kinder unterliegen nicht den strengen Erziehungsbestimmungen von damals, sie können sich heute freier entfalten.“ Laut Weisbarth wird es zum 115-jährigen Bestehen der „Arche Noah“ ein großes Straßenfest in der Ohliggasse geben: Spielstände, Verkaufsstände, Kaffee und Kuchen für die Besucher und Darbietungen mit Gesang und Tanz sollen das Fest zu einem Erlebnis für Klein und Groß werden lassen. Der Geld aus der 115-Jahr-Feier fließt in den Aus- und Umbau des Außengeländes, dass der Verein „Naturspur“ aus Otterstadt übernimmt. „Die religiöse Erziehung gehört zum Bildungsauftrag evangelischer Kindertagesstätten. Sie bietet Kindern eine Orientierung in einer vielgestalteten Welt. Religiöse Erziehung trägt sowohl zur Identitätsbildung als auch zur Verständigung mit Menschen anderer kultureller und religiöser Herkunft bei. Diese Vorgaben setzen wir in unserer Arbeit um,“ erklärt Weisbarth. „Mir wird das erfrischende Kinderlachen, die Gestaltungsvielfalt, die Kinder entwickeln, fehlen. Mein Rentendasein wird um einiges ärmer sein, die Lebendigkeit fehlt dann in meinem Leben, aber es treten andere Dinge an diese Stelle. Ich werde mich meiner Familie intensiver widmen, werde die geliebte Gartenarbeit ohne Zeitstress verrichten und werde mit meinem Mann auf Reisen gehen“, freut sich Weisbarth auf die Zeit nach dem Arbeitsleben.

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