Neustadt Meinung am Montag: „Noch ein langer Weg“

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Als Internet-Experte beschäftigt Fabian Siegler sich auch mit dem Thema Suchmaschinen-Optimierung. Nach unserem Artikel über Pläne und Entwicklungen bei der städtischen Homepage am 26. Mai hat er sich die Seite genauer angeschaut. Herr Siegler, wenn Sie eine Schulnote für die Seite zu vergeben hätten, was würde die Stadt bekommen? Ich denke, wir sind im Mittelfeld, so um die 3 bis 4. Ein Hauptproblem seh ich darin, dass die Seite derzeit für Mobilgeräte nicht optimiert ist. Das ist ein Problem, weil Touristen in der Regel mit dem Mobilgerät suchen. Dazu gibt es Studien. Die Seite ist auch sehr schwerfällig. Das Multimediale fehlt leider auch. Und die Bilder sind sehr klein geraten. Dann ist die Stadt ja wohl in vielen Punkten auf einem ganz guten Weg. Denn das, was Sie jetzt angesprochen haben, soll ja verbessert werden. Wie sieht es aus mit dem Vorschlag der Pfalz-Touristik, Tourismus-Seiten der Pfalz zu bündeln? Ich denke, es ist sinnvoll eine Marke zu schaffen, die für eine Region steht. Wir raten aber dringend davon ab, verschiedene Homepages durch gegenseitige Verlinkung zu bündeln. Das wirkt sich negativ auf die Platzierung bei Google aus. Man sollte aber versuchen, den Mehrwert zu bündeln. Das wird eine Herausforderung. Schauen Sie sich mal die Seite des Schwarzwald-Tourismus an, das sind ganz andere Dimensionen. Da gibt es sehr viel Mehrwert, sehr viel Interaktion. Bis wir dahingekommen sind, ist es, glaube ich, noch ein langer Weg. Aber der Ansatz, die Pfalz als Marke aufzubauen, ist richtig? Das glaube ich schon. Die Leute müssen die Pfalz mit etwas identifizieren. Das ist beispielsweise der Wein, klar. Da muss man aber auch ein bisschen differenzieren. Denn an der Mosel krieg ich auch Wein. Die Differenzierung ist wichtig. Unter welchen Suchwörtern sollte man Neustadt bei Google unbedingt finden? Auf jeden Fall unter allen Stichwörtern, die etwas mit Übernachtung zu tun haben. „Hotels“ und „Neustadt“, beispielsweise. Oder „Ferienwohnung“ und „Neustadt“. Dann das Thema Kultur. Nehmen wir den Saalbau. Wenn dort eine Veranstaltung ist, sollte man die finden. Dafür braucht man aber allgemeinere Begriffe. Also beispielsweise: „Weinstraße“ und „Oper“? Ja, zum Beispiel. Ein Reisender weiß in aller Regel nicht genau, was er sucht. Er will viel mehr wissen, welche Angebote es überhaupt in einem bestimmten Bereich gibt. Deswegen suchen die Leute in Überkategorien. Wichtig ist aber auch, dass die Internet-Adressen für die Suchmaschinen verständlich ist. Das ist bei Neustadt nicht der Fall. Können Sie ein aktuelles Beispiel nennen? Nehmen Sie die Ausstellung „Maison et Jardin“ im Juli. Die Internet-Adresse der Veranstaltung auf der Neustadter Homepage ist so kryptisch, dass eine Suchmaschine nichts damit anfangen kann. Deshalb können Touristen die Veranstaltung nicht finden. Dazu muss man wissen, dass Suchmaschinen personalisiert arbeiten. Wenn Sie im Ruhrgebiet leben, bekommen Sie nicht die gleichen Suchergebnisse, wie wenn Sie hier vor Ort sind.

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