Neustadt
Meiningers Finest 100: Warum Neustadt der Nabel der Weinwelt ist (mit Bildergalerie)
Der Saalbau ist proppenvoll an diesem Dienstag. Ausstellungstische stehen dicht beieinander. Alle sind mit weißen Tischdecken versehen, und überall sind Weinflaschen platziert. Hinter den Tischen stehen erwartungsvolle Weinprofis, die etwas über ihre Produkte erzählen möchten. Zwischen den Tischreihen gibt es schmale Gänge. Hier flaniert das Fachpublikum, das sich – mit Probierglas und der über 250 Seiten starken Broschüre in der Hand – von Tisch zu Tisch arbeitet. Schnell wird klar: Meininingers Finest 100 ist zwar eine Weinmesse, aber für die Gäste im Saalbau vor allem auch Arbeit, der sie hochkonzentriert nachgehen.
Die Stimmung ist trotzdem ausgelassen. Es wird viel gelacht, sich fröhlich begrüßt und munter geplaudert. Erinnert das noch an ein Pfälzer Weinfest, machen andere Beobachtungen klar: Hier sind Händler und Sommeliers auf der Suche nach Neuentdeckungen, die sie in Fachläden und guten Restaurants anbieten möchten. Und sie tauschen sich Winzer über neueste Trends aus. Natürlich wird viel probiert. Doch häufig sieht man direkt sich drehende Köpfe. Der Wein wird verkostet und dann ausgespuckt. Es geht ums Entdecken, Verstehen – und nicht ums Trinken. Die Messe ist eben (schöne) Arbeit und kein (ausgelassenes) Fest.
„Branchentreffen auf allerhöchstem Niveau“
Mittendrin ist Martin Franck. Der Geschäftsführer der Neustadter Tourist, Kongreß und Saalbau (TKs) GmbH hat sich einen Tag frei genommen und freut sich schon auf die „internationalen Sachen“. Für ihn ist die Veranstaltung eine „großartige Gelegenheit“ für Wein-Neuentdeckungen. Als TKS-Chef habe er dabei vor allem das Winefestival im Blick, das ein fester Bestandteil des Deutschen Weinlesefests ist – und bei dem es im Spiegelpalast auf dem Hetzelplatz nicht nur um Schorle und Pfälzer Gemütlichkeit wie in den Haiselschern geht, sondern die Gäste edle Tropfen aus verschiedenen Ländern probieren können. „Ich nutze Finest 100, um nach Weinen zu schauen, die wir beim Winefestival anbieten“, sagt Franck. Er hat auch etliche Tipps parat, welche internationalen Weingüter einen Besuch besonders lohnen. Am Dienstag schaute er sich gezielt nach Spätburgundern um und war vor allem von den Produkten von Steffen Christmann begeistert: „Einfach grandios“, so der TKS-Chef.
Der so gelobte Gimmeldinger Winzer ist gerade bei französischen Kollegen. Er ist ein Fan der Messe. „Ihre Bedeutung kann man gar nicht hoch genug einschätzen“, ist Christmann überzeugt und würdigt den Einsatz der Familie Meininger und von Sascha Speicher. Rund um diese Veranstaltung werde „Neustadt zum Nabel der Weinwelt“. Auch im Weingut spüre er dies, da er rund um Finest 100 etliche Gruppen bei sich begrüßen könne. „Die Messe zieht Menschen zu uns, an die man sonst nicht so einfach kommen würde“, sagt Christmann. Diesen „Nebeneffekt“ bestätigt auch Steffen Brahner für das Weingut Dr. Bürklin-Wolf aus Wachenheim. Der Geschäftsführer spricht zudem von einem „Branchentreffen auf allerhöchstem Niveau“.