Haßloch Mehrfamilienhaus Moltkestraße: Bauausschuss hat Bedenken

So stellt sich das Architekturbüro das neue Gebäude vor.
So stellt sich das Architekturbüro das neue Gebäude vor.

Günstiger Wohnraum für Mieter in einem Mehrfamilienhaus und eine zentral gelegene Hausarztpraxis: Das ist in der Moltkestraße in Haßloch geplant. Im Bauausschuss gibt es allerdings wegen einer ganzen Reihe von Punkten nach wie vor Bedenken.

Um das Bauvorhaben zu realisieren, muss der Bebauungsplan geändert werden. Der Entwurf liegt nun vor. Bevor die formale Beteiligung der Öffentlichkeit beginnt, soll eine Infoveranstaltung stattfinden, um den Bürgern das Bebauungskonzept vorzustellen. Der Bauausschuss hatte der Änderung des Bebauungsplans Bahnhofsstraße, der für das Gelände in der Moltkestraße gilt, auf der Grundlage des Bebauungskonzepts im Juni 2023 zwar zugestimmt. Aber das Gremium hatte auch Bedenken. Kritisiert wurden die Größe des Gebäudes und die Nähe zu bestehenden Häusern. Außerdem wurde moniert, dass die Fläche fast vollständig versiegelt sei. Die Parkplätze wurden als zu eng bewertet, die Ausfahrt der Tiefgarage in Kreiselnähe sei gefährlich. Zudem würden Nachbargebäude verschattet und eventuelle Einblicke in Wohnungen anderer Häuser möglich.

Fünf Wohnungen und Arztpraxis

Geplant ist, ein Gebäude mit drei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss mit begrüntem Flachdach zu errichten. 2022 wurden die ersten Planungen vorgestellt. Im vergangenen Juni präsentierte Architektin Julia Eckert ein überarbeitetes Konzept. Im Erdgeschoss wird eine rund 300 Quadratmeter große Arztpraxis mit drei Behandlungsräumen entstehen. Eine in Haßloch ansässige Hausarztpraxis wird ihren Standort dorthin verlagern. Eine Wohnfläche von insgesamt rund 740 Quadratmetern ist geplant. In den beiden Obergeschossen sind drei unterschiedlich große Wohneinheiten vorgesehen, im Staffelgeschoss mit Flachdach zwei weitere. Das Staffelgeschoss soll von einer Grünfläche umrahmt werden. Flachdach und Grünfläche dienen zur Retention (Zurückhaltung) und Verdunstung von Wasser. Bezahlbarer Wohnraum soll geschaffen werden, keine hochpreisigen Eigentumswohnungen, hatte Eckert damals erklärt. Eine Tiefgarage ist geplant. Überirdisch sind zur Straße hin vier, im rückwärtigen Bereich sieben Stellplätze vorgesehen, die von den Besuchern der Arztpraxis genutzt werden sollen. Als Ausgleichsmaßnahmen sollen die Dachbegrünung und Öko-Pflaster für den Wasserrückhalt dienen.

Verwaltung: Konkretisierung erst später

In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses kritisierten die Fraktionsvertreter, dass in dem vorliegenden Entwurf des Bebauungsplans die Anforderungen nicht erfüllt und die Bedenken der Ausschussmitglieder nicht berücksichtigt seien. Die Bauverwaltung verwies darauf, dass viele angeführte Punkte erst zu einem späteren Zeitpunkt konkretisiert werden müssten.

Die von der Verwaltung vorgeschlagene Infoveranstaltung für Bürger, um das Bebauungskonzept vorzustellen, erachteten alle Fraktionsvertreter als wichtig. Der Bauausschuss stimmte dem Beteiligungsverfahren zur Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans mehrheitlich zu.

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