Esthal
Mehr Betreuungsplätze in Esthal: Gemeinde erweitert katholische Kita St. Konrad
Vor Ostern wurde mit den Vorarbeiten zur Erweiterung der Kindertagesstätte St. Konrad in Esthal begonnen, in dieser Woche soll es losgehen. Bereits seit 2021 ist bekannt, dass die Anzahl der Betreuungsplätze nicht ausreicht.
In dem traditionell katholischen Esthal war die katholische Kirchengemeinde Träger des einzigen Kindergartens. Bis 2022 gab es in der Kindertagesstätte St. Konrad 44 Betreuungsplätze. Die reichten ab den Jahren 2021/2022 nicht mehr. Im Bereich des Bistums Speyer durften die Träger katholischer Kindertagesstätten jedoch nicht mehr in die Schaffung zusätzlicher Betreuungsplätze investieren.
In Gesprächen zwischen Vertretern der katholischen Kirchengemeinde und der Gemeinde wurde vereinbart, dass die Gemeinde die Trägerschaft für das gesamte Gebäude und das Gelände übernimmt und außerdem ein Grundstück kauft, das den Niederbronner Schwestern gehörte. Die Kirchengemeinde sollte die Trägerschaft über die Einrichtung behalten, also über Konzeption, inhaltliche Ausrichtung und Ähnliches bestimmen. Das sei allgemein so gewünscht gewesen, denn die Kindertagesstätte sollte eine katholische Einrichtung bleiben, sagt Sarah Edl. Die Esthalerin ist seit 2023 Leiterin der Kindertagesstätte St. Konrad und hat zuvor schon in der Einrichtung gearbeitet.
Sehr beengte Verhältnisse
Sowohl die Gespräche über die Vereinbarung als auch deren Umsetzung und die Planung zogen sich aus unterschiedlichen Gründen in die Länge. Damit in diesem Zeitraum trotzdem alle Esthaler Kinder, deren Eltern das wollten, betreut werden konnten, genehmigte das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung die Einrichtung einer provisorischen Gruppe mit zunächst zehn und später acht Plätzen.
Im Untergeschoss des Gebäudes, in dem die Kindertagesstätte St. Konrad ist, war bisher das katholische Pfarrheim, das von Gruppen der Kirchengemeinde genutzt wurde. Im Erdgeschoss, in dem die Räume der Kindertagesstätte sind, ist auch die dritte provisorische Gruppe untergebracht. Doch die Verhältnisse seien sehr beengt, weiß der Esthaler Bürgermeister Gernot Kuhn (CDU).
Um das zu verbessern, soll das Untergeschoss des Gebäudes mitgenutzt werden. Früher habe es eine Innentreppe zwischen dem Unter- und dem Erdgeschoss gegeben, doch beim letzten Umbau des Gebäudes im Jahr 2010 sei die Innentreppe entfernt worden, um mehr Platz zu schaffen. Seitdem kommt man nur noch über eine Außentreppe in das Untergeschoss. Solange das Untergeschoss als Pfarrheim genutzt wurde, war das kein Problem. Doch für eine Kindertagesstätte im gesamten Gebäude ist eine Innentreppe erforderlich. Diese werde nun an das Gebäude angebaut und eingehaust, erklärt Kuhn.
Das dafür erforderliche Areal wurde bereits ausgebaggert. Die Kinder sind zusammen mit den Erzieherinnen auf die Idee gekommen, dass man mit der Baugrube etwas anderes machen könnte. „Das große Loch ist nicht für ein Treppenhaus, sondern für einen Pool. Vom Fenster kommen wir mit einer Rutsche ins Wasser“, steht auf einem Schild.
Kosten von 190.000 Euro
Im Untergeschoss sind zwei größere Räume, eine große Küche mit Speisekammer, ein Flur, zwei Abstellräume sowie Toiletten. Die beiden Räume, die nur durch eine Faltwand voneinander getrennt sind, sollen ein Multifunktionsraum für alle drei Gruppen sowie Speisesaal werden, erklärt Kuhn. Dadurch werde im Erdgeschoss ein Raum frei, der für die dritte, derzeit noch provisorische Gruppe genutzt werden soll. Der größere Abstellraum solle zu einem Sozialraum für die Erzieherinnen umgestaltet werden, der andere bleibt ein Abstellraum.
In der Küche müsse lediglich ein Teil der Küchengeräte erneuert werden. Sie sei besser und vor allem größer als die Küche, die derzeit im Erdgeschoss zur Verfügung steht. Eine der Toiletten bleibt für die Erzieherinnen, die andere werde mit Sanitäreinrichtungen für Kinder und einer Wickelkommode ausgestattet. Im gesamten Untergeschoss werde auf dem Boden Laminat verlegt, die Wände sollen gestrichen und im Flur eine Glastür entfernt werden. Außerdem müssen die Heizkörper kindersicher verkleidet sowie Brandschutztüren eingebaut werden, und die Einrichtung wird erneuert.
Die Kosten betragen nach Angaben von Kuhn 190.000 Euro, davon zahlt das Land 161.500 Euro, der Landkreis Bad Dürkheim 9700 Euro, sodass die Gemeinde nur etwa 19.300 Euro ausgeben muss.
Keine Beeinträchtigung durch die Bauarbeiten
Derzeit gibt es in der Kindertagesstätte 56 Betreuungsplätze für Kinder von zwei bis sechs Jahren, die alle belegt sind, so Edl. Für wie viele Plätze das Landesamt für Jugend eine Betriebserlaubnis erteilen wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Edl geht davon aus, dass es über 60 Plätze sein werden. Derzeit arbeiten acht Erzieherinnen auf 6,75 Stellen, unterstützt werden sie durch eine Aushilfe.
Edl betont, dass die Erzieherinnen in die Planung des Umbaus einbezogen worden seien. Sie geht nicht davon aus, dass die Bauarbeiten mit großen Beeinträchtigungen verbunden sind. „Und wenn es mal zu laut wird, gehen wir mit den Kindern spazieren“, sagt Edl. Der Wald beginnt wenige hundert Meter von der Kindertagesstätte entfernt.