Neustadt
Maikammer: Kulturevent „Kunst trifft Musik und Wein“ bringt 1800 Euro für „Sterntaler“ zusammen
Der Neustart nach einem Jahr Pause ist nicht nur geglückt. Der Rahmen und das Ambiente am neuen Standort „Kulturhof 1590“ passte am Wochenende auch einfach perfekt zum Motto des Maikammerer Kulturevents „Kunst trifft Musik und Wein“. In der Tat war es eine Symbiose der Sinne. Hören und Sehen, aber auch Riechen und Schmecken war angesagt.
Maikammer. Bei einem guten Glas Wein im Liegestuhl verweilen, den Klängen der auftretenden Gruppen zuhören, sich von der Vielfalt der ausgestellten Kunst inspirieren lassen und ganz nebenbei auch noch Gutes tun – das war das Ziel des Maikammerers Herrmann Brudke, selbst Künstler, als er 2014 zum ersten Mal mit diesem Format an die Öffentlichkeit trat. Nach dem Aus im Bürgerhaus 2018 wagte er jetzt einen Neustart im „Kulturhof 1590“, der sich im Besitz der Schauspielerin Hannah Iberer und des Weinjournalisten Sascha Speicher befindet.
Die weiteste Anreise hatte eine Künstlerin aus Hamburg
Der Festsaal im Obergeschoss gehörte dabei von Freitag bis Sonntag vor allem der Bildenden Kunst. Dort hatten Künstler/innen wie Katrin Neumaier aus Waldsee, die mit ihren imposanten Mischtechniken einen besonderen Eindruck hinterließ, ihre Werke ausgestellt. Da dieser Raum aus Platzgründen aber nicht ausreichte, wurde als Dependance auch das Erdgeschoss des Nebengebäudes genutzt. Bernd und Marvin Preusche, die im Nordelsass leben, sowie der Maikammerer Lokalmatador Stefan Kindel stellten hier neben ihren Fotografien auch ihre Malereien aus. Auch der Neustadter Jürgen E. Butsch gefiel mit seinen vielfältigen Foto-Motiven. Etwas zum Schmunzeln boten die witzigen Karikaturen von Wolfgang Vester (Gommersheim) mit ihren lustigen pfälzischen Sprüchen. Da kamen sogar einige Besucher zum Lachen. Der Gothic-Malerei hat sich Marina Schreckling verschrieben, die eigens aus Hamburg in die Pfalz angereist war, während die Airbrusherin Monika Duschek aus Obrigheim mit ihrer Luftpistole nicht alltägliche Werke zauberte. Ganz nach dem Motto: Es ist alles erlaubt, nur nicht 08/15.
Ihre Skulpturen aus Ton, Beton und Gips zeigte die Kirrweilererin Gitta Haas, während Carlo Weiß aus Maikammer sich auf Pappmaché-Plastiken konzentriert hatte. Der Neustadter Emil Walker, ein Freund von Initiator Herrmann Brudke, zeigte seine außergewöhnliche Branding Art-Malerei auf Holz. Auch Brudke, dem der Fortbestand der Veranstaltung ganz besonders am Herzen lag, stellte künstlerische Arbeiten vor. Der Initiator des Kulturevents ist selbst auf vielen Gebieten unterwegs. Sein Skulpturen-Repertoire reicht von Alabastergips über Holz bis Edelstahl. Aber er zeigte auch Fotographien und Malerei.
Initiator Brudke denkt über die Gründung eines Fördervereins nach
Das Konzept stieß auf gute Resonanz: „Wir haben zufällig von dieser Veranstaltung erfahren und sind einfach mit Neugier hierhergekommen“, sagte zum Beispiel Marianne Klein. Die 54 Jahre alte Südpfälzerin, die mit ihrer Familie zum Wandern auf die Kalmit unterwegs war, genoss bei strahlendem Sonnenschein am Sonntagmittag auch die Jazz-Klänge der „Moonshiners“. Die Bigband aus Freimersheim gefiel mir ihrem breiten Repertoire und sorgten genauso für Easy-Listening, wie zum Auftakt am Freitagabend die Soul-Songwriterin Diane B aus Bad Dürkheim und die lokale Band „Mai5ive“ mit Rock- und Pop-Songs am Samstag. Nicht nur für das Auge, sondern auch für die Ohren gab es bei „Kunst trifft Musik und Wein“ also einen bunten Querschnitt. Der Wein der an der Benefizaktion beteiligten Weingüter Bendel, Breiling, Schwaab und Stachel trug ein Übriges zum Gelingen bei. Insgesamt kamen an dem Wochenende durch Verkäufe und Spenden 1800 Euro zusammen, die in Kürze an das Kinderhospiz Sterntaler übergeben werden sollen.
„Mit der Resonanz bin ich sehr zufrieden. Das Ambiente, aber auch der familiäre Rahmen hat gepasst. Bei den Künstlern werden wir uns im kommenden Jahr auf zehn maximal beschränken“, lautet das Resümee von Brudke, der nun ernsthaft darüber nachdenkt, einen Verein für die Ausrichtung des Kulturevents zu gründen. „Das würde uns helfen, viele Probleme zu lösen.“