Deidesheim Mahnwache in Deidesheim: Schüler sprechen über Demokratie

Nele Anton, Tanja Heger, Leonard Böse, Pierre Rau und Steffen Wagner vor der IGS in Deidesheim.
Nele Anton, Tanja Heger, Leonard Böse, Pierre Rau und Steffen Wagner vor der IGS in Deidesheim.

Für die dritte und letzte Mahnwache in Deidesheim hat das Bündnis für den Erhalt von Demokratie und Vielfalt in der Verbandsgemeinde Deidesheim Mitstreiter von der Integrierten Gesamtschule (IGS) Deidesheim/Wachenheim bekommen. Sie gestalten einen großen Teil des Programms und haben eine Botschaft.

Pierre Rau, Leonard Böse, Nele Anton und Selma Mesel wollen bei der Mahnwache an Christi Himmelfahrt ein Zeichen setzen und einen Appell an die Menschen richten. Die vier Schüler sprechen am Deidesheimer Stadtplatz über das Thema Demokratie und haben schon genaue Pläne, wie ihre Reden aussehen sollen. Sie seien zwar nervös vor ihrem Auftritt dort, aber sie freuten sich darauf, erzählen die Schüler. Im Programm, das etwas über eine Stunde gehen soll, nehmen ihre Wortbeiträge eine zentrale Rolle ein.

Dazu gekommen sind die vier Schüler über ihre Lehrerin Tanja Hager. Diese hatte Nele über die Mahnwachen informiert. Nele ist in der Schülervertretung aktiv und holte die anderen mit ins Boot. Lehrerin Heger freut sich sehr über das Engagement der 18-Jährigen: „Demokratie ist immer ein Streit und ein Diskurs, aber an erster Stelle muss immer ihr Erhalt stehen. Ich bin sehr stolz auf die vier, dass sie sich dort einsetzen.“ Dem ehemaligen Schulleiter Georg Dumont ist das Thema der Mahnwache ebenfalls ein großes Anliegen. Er sagt: „Die Demokratie ist für mich wie ein Haus. Dieses darf man nicht einfach zusammenfallen lassen, sondern muss sich kümmern, damit man darin gut leben kann.“

Die Schüler appellieren: „Geht wählen“

Leonard Böse ist von der Demokratie überzeugt: „Jeder kann sich einbringen. Jede Stimme macht etwas aus und daher ist es wichtig, dass diese auch genutzt wird.“ Das sieht Pierre Rau ähnlich, weswegen er seinen Beitrag bei der Mahnwache auch als Appell formulieren will. Generell wollen die vier eine klare Nachricht überbringen, nämlich: „Geht wählen!“

Vor dem Hintergrund, dass das Alter für die Wahl zum Europäischen Parlament auf 16 Jahren gesenkt worden ist, sagt Steffen Wagner, Leiter der IGS Deidesheim/Wachenheim: „Viele Erstwähler haben nun die Europawahl als ihre erste Wahl und müssen sich mit den komplexen Strukturen auseinandersetzen. Das überfordert manche. Wir haben versucht, uns im Unterricht gut mit diesem Thema auseinanderzusetzen.“

Politikverdrossenheit erkennen die Schüler bei ihren Altersgenossen nicht: „Der Diskussionsbedarf ist hoch, das merkt man immer wieder“, sagen sie. „Das politische Interesse ist schon gegeben, es kommt aber auch auf das Elternhaus an.“ Sie sind überzeugt, dass viele Gleichaltrige zur Wahl gehen werden. In erster Linie zähle auch nicht, was gewählt werde, sondern dass gewählt werde, erklären sie. Für die Pädagogen Tanja Heger, Georg Dumont und Steffen Wagner ist klar: „Es gibt Bedrohungen für die Demokratie und wir hätten vor einigen Jahren nicht gedacht, dass ihr Bestand überhaupt wieder angezweifelt werden könnte. Vielleicht wurde auch zu wenig getan, um das zu verhindern.“

Termin

Die Mahnwache findet statt am Donnerstag, 9. Mai, 14 bis 16 Uhr, auf dem Stadtplatz in Deidesheim. Es ist die letzte im Dreier-Zyklus vor der Europawahl. Die anderen beiden fanden am 9. März und 9. April statt – und zwar um für die Demokratie einzustehen auf den Wahlsonntag (9. Juni) hinzuweisen.

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