Haßloch RHEINPFALZ Plus Artikel Lukas Euler wird Orgel-Professor in Dresden

Lukas Euler übernimmt am 1. September an der Hochschule für Kirchenmusik der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens in D
Lukas Euler übernimmt am 1. September an der Hochschule für Kirchenmusik der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens in Dresden die Professur für Orgel.

Der junge Haßlocher freut sich schon sehr auf seine neue Tätigkeit in einer der reichsten Orgellandschaften Deutschlands.

Er ist noch nicht einmal ganz 30, aber hat sich schon jetzt seinen größten beruflichen Traum erfüllt: Am 1. September wird der Haßlocher Lukas Euler an der Hochschule für Kirchenmusik der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens in Dresden die Professur für Orgel übernehmen. „Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet, dass ich jetzt in meinem Alter schon eine Chance auf eine volle Professur habe“, gibt er seiner Freude Ausdruck.

Die musikalische Karriere ist umso überraschender, wenn man bedenkt, dass Euler keine besondere Vorprägung durch sein Elternhaus mitbringt. Die entscheidenden „Türöffner“ waren vielmehr Ulrich Loschky, sein Musiklehrer am Haßlocher Gymnasium, und Bezirkskantor Simon Reichert, der ihn am Kirchenmusikalischen Seminar in Neustadt unterrichtete. Allerdings habe dann schon mit 14 oder 15 sein Entschluss, Berufsmusiker zu werden, festgestanden, berichtet der 29-Jährige, und er habe dieses Ziel immer konsequent verfolgt. So war er schon während der Schulzeit 2012-16 Jungstudent in Freiburg und studierte sofort nach dem Abitur sechs Jahre lang an der Musikhochschule in Leipzig Kirchenmusik, Klavier und Orgel. In dieser Periode wirkte er in der Stadt Johann Sebastian Bachs auch einige Zeit als Assistenz-Organist an der berühmten Thomaskirche, wo er 2022 die Konzertreihe „Orgel um 12“ begründete.

Unterrichten als Leidenschaft

Nach dem Studium wechselte er als Kirchenmusiker nach Darmstadt und erhielt dann bereits 2023 eine Gastprofessor für Orgel an der Frankfurter Musikhochschule. Zudem wurde er Dozent am Institut für Kirchenmusik des Bistums Mainz. „Das Unterrichten und die Arbeit mit Studierenden hat sich bei mir in den letzten Jahren zu meiner größten Leidenschaft entwickelt“, erzählt der Musiker. Deshalb freue er sich sehr auf die künftige Arbeit in der Elbmetropole, gibt jedoch auch zu: „Ein bisschen bin ich schon überrascht, wie alles gekommen ist.“

Zu seinen künftigen Aufgaben in Dresden gehören die Leitung der Fachgruppe Orgel und des Orgelpädagogik-Seminars sowie das Unterrichten der Fächer Orgelliteraturspiel, Liturgisches Orgelspiel und Orgelimprovisation. Die Hochschule pflegt zudem traditionell eine enge Verbindung zur Dreikönigskirche in Dresden-Neustadt, an der Euler künftig auch immer wieder Einsätze als Organist haben wird – erstmals bei seinem Antrittskonzert am 13. September. Jemandem, der wie er schon an vielen zentralen Kirchen in Deutschland wie der Stiftskirche Stuttgart, St. Lorenz in Nürnberg oder den Domen in Mainz, Fulda und Essen gespielt hat, treibt das aber keine Schweißperlen auf die Stirn. Die Verhältnisse in Sachsen kennt Euler von seinem Studium in Leipzig her bereits gut. „Die Orgellandschaft hier ist mit ihren vielen historischen Orgeln etwas ganz Besonderes“, schwärmt er. Außerdem sei Dresden eine wunderschöne Stadt mit reicher Kultur, und auch die Umgebung wie etwa die Sächsische Schweiz habe es ihm sehr angetan.

Die Pfalz bleibt für ihn weiter wichtig

Eulers Eltern leben nach wie vor in Haßloch. „Sie sind auch überglücklich über meine Berufung“, sagt er. Trotzdem hätten sie auch ein bisschen Wehmut wegen der gegenüber dem bisherigen Wohnort Darmstadt doch deutlich größeren Entfernung. „Es ist mir sehr wichtig, regelmäßig meine Eltern zu besuchen und alle meine Kontakte in der Pfalz zu pflegen, was durch die gute Zugverbindung von Dresden aus auch machbar ist“, verspricht der Professor. Seine Freundin Dorothee, eine Juristin, wird allerdings zunächst in Darmstadt bleiben. „Zunächst werde ich erst einmal vorgehen nach Dresden, und wir werden uns dann im nächsten Schritt dort etwas Gemeinsames suchen. Wir sind gespannt, was die Zukunft bringt“, sagt der Frisch-Berufene.

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