Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Lebenshilfe Neustadt bekommt Anbau: Spatenstich am Georg-Jungmann-Haus

Spatenstich zur Erweiterung des Georg-Jungmann-Hauses.
Spatenstich zur Erweiterung des Georg-Jungmann-Hauses.

Das Georg-Jungmann-Haus der Lebenshilfe Neustadt wird vergrößert. Noch in diesem Jahr sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Seit seiner Fertigstellung im Jahr 2007 leben im Georg-Jungmann-Haus der Lebenshilfe Neustadt 24 Menschen. Die Plätze sind rar, der Bedarf hoch. Ein neuer Platz wird erst dann frei, wenn ein alter Bewohner verstirbt. Aber nicht nur die Anzahl der Plätze, sondern auch die Größe des Gebäudes ist ein Problem und wird den Bedürfnissen der Bewohner nicht mehr gerecht. Deshalb soll nun ein Anbau Abhilfe schaffen. Durch diesen werden pro Etage rund 30 Quadratmeter mehr Platz gewonnen, die den Bewohnern zu Gute kommen. Am Freitag erfolgte der symbolische Spatenstich, zu dem Vertreter aus der Politik, Förderer und die Bewohner mit ihren Angehörigen eingeladen waren.

Thomas Münch (65) und Abdul Özer (45) freuen sich über die Erweiterung des Georg-Jungmann-Hauses.
Thomas Münch (65) und Abdul Özer (45) freuen sich über die Erweiterung des Georg-Jungmann-Hauses.

Der Anbau an das bestehende Gebäude wird an der Anzahl der Bewohner nichts ändern, wie Nicole Sowa von der Unternehmenskommunikation der Lebenshilfe sagt. Es werden auch nach Bauabschluss weiterhin 24 Menschen im Georg-Jungmann-Haus wohnen. Das primäre Ziel sei vor allem mehr Platz, barrierefreie Räume und neue Möglichkeiten für die interne Tagesstruktur, um auch künftig eine sichere und bedarfsgerechte Begleitung zu gewährleisten. Heinz Busch, der Vorstandsvorsitzende der Lebenshilfe, betont, dass die bestehenden Gemeinschaftsräume an den Anbau angeschlossen werden sollen, um insbesondere jenen Rollstuhlfahrern mit großen Rollstühlen mehr Bewegungsfreiheit zu ermöglichen. Bahar Tesnau, die Leiterin des Hauses, fügt hinzu: „Es geht nicht nur um mehr Platz. Es geht um Lebensqualität, um Gemeinschaft und um Würde.“

Bewohner freuen sich über Anbau

Die Bewohner des Georg-Jungmann-Hauses sind mehrheitlich zwischen 30 und 70 Jahren alt, einige gehen in den kommenden Jahren in Rente – andere sind schon Rentner. „Mit dem voranschreitenden Alter ändern sich auch die Bedürfnisse der Menschen“, sagt Nicole Sowa. Die vergrößerten Gemeinschaftsräume sollen daher vor allem den Rentnern unter den Bewohnern zu Gute kommen, die so bessere Bedingungen haben, um ihre Freizeit zu verbringen. Zwei dieser Bewohner sind Thomas Münch (65) und Abdul Özer (45). Münch ist Bewohner der ersten Stunde und wohnt schon seit fast 20 Jahren im Haus. Er sagt: „Die Leute werden älter, deshalb muss das Haus erweitert werden. Wenn zwei Rollstühle sich entgegenkommen, ist das ein Problem.“ Auch Özer freut sich über den Neubau – und damit über mehr Platz und neue Möglichkeiten.

Abdul Özer (45) von der Lebenshilfe Neustadt zeigt stolz eines seiner Gemälde.
Abdul Özer (45) von der Lebenshilfe Neustadt zeigt stolz eines seiner Gemälde.

Die beiden führen Interessierte durch die Räumlichkeiten der Lebenshilfe und durch ihre Zimmer. Abdul Özer malt leidenschaftlich gerne. Stolz zeigt er einige seiner Bilder, die sein Zimmer schmücken. Viele der Gemälde werden in Kalendern abgedruckt oder verkauft. Lange gedulden müssen sich Abdul und Thomas nicht mehr, bis sie auch die neuen Räumlichkeiten nutzen können. Der Abschluss der Bauarbeiten, die etwa vier bis fünf Monate dauern sollen, ist für den Herbst diesen Jahres angedacht.

Dietmar-Hopp-Stiftung unterstützt Finanzierung

Insgesamt soll die Erweiterung 365.000 Euro kosten. Viel Geld für die Sozialeinrichtung, die deshalb auf Unterstützung angewiesen ist. Zu großen Teilen wird die Summe von der Dietmar-Hopp-Stiftung getragen. Vor Ort überreichen die Stiftungs-Vertreterinnen Uta Mielisch und Meike Leupold einen Scheck in Höhe von 220.000 Euro. Die stellvertretende Stiftungsleitung Leupold betont freudig, dass die Dietmar-Hopp-Stiftung sich bei Projekten dieser Art in der Verantwortung sehe zu unterstützen. Auch Neustadts Bürgermeister Stefan Ulrich begrüßt den Anbau. Er stellt klar: „Die Lebenshilfe gehört zu unserer Stadt.“ Auf staatliche Fördermittel kann die Sozialeinrichtung für den Anbau nicht zurückgreifen. Deshalb trugen auch viele Angehörige der Bewohner mit ihren Spenden zu dem Vorhaben bei.

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