Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Landesgartenschau: So soll’s aussehen, das wird es kosten, das hat sich noch geändert

So soll die Sportlandschaft auf dem LGS-Gelände einmal aussehen.
So soll die Sportlandschaft auf dem LGS-Gelände einmal aussehen.

Die Landesgartenschau (LGS) kann kommen: Der Neustadter Stadtrat hat am Donnerstagabend einstimmig den Entwurf für den Landschaftspark abgesegnet. So manches Ratsmitglied hatte aber auch noch Verbesserungsvorschläge – und die Rolle der Bürger stand mehrfach im Fokus.

Reaktionen auf die Planung
Wie schon am Dienstagabend im Bauausschuss erläuterte Martin Schmitz vom Berliner Atelier Loidl auch den Stadträten die Planungen für den Landschaftspark. Die Kernpunkte: Die Renaturierung des Speyerbachs sollen die Menschen „durch Zugänge zum Wasser erleben“. Das Waldstück an den Neubachwiesen soll in seiner Entwicklung unterstützt, die Wiesen zu einem artengerechten Lebensraum werden. Auf dem Deponieberg, auf den ein 600 Meter langer Weg hochführen wird, entsteht eine Panoramabar sowie eine nach Westen ausgerichtete Liegewiese, um die Sonnenuntergänge über der Haardt genießen zu können. Die Veranstaltungswiese nördlich der künftigen, vielfältigen Sportlandschaft kann für bis zu 2200 Besucher bestuhlt werden.

Die Planung wurde fraktionsübergreifend mit lobenden Worten bedacht. Einige Anregungen hatten die Stadträte aber doch. Die Frage des AfD-Stadtrats Karl Koscher, ob eine Kneipp-Anlage im Speyerbach geplant sei, verneinte Schmitz. Oberbürgermeister Marc Weigel (FWG) verwies dabei auf die Kosten. Wenn aber ein Bürger oder gar ein Stadtratsmitglied das nötige Geld spende, sei dies noch möglich, sagte Weigel verschmitzt lächelnd.

Johannes Weber von den Grünen kritisierte, dass bei dem Spielplatz am Deponiehügel weder Bänke für die Eltern noch Sonnensegel als Beschattung eingeplant seien. Das würde bei Spielplätzen in Neustadt „typischerweise vergessen“. Zudem regte er einen Wasserspender an. Schmitz antwortete, dass für die Beschattung Bäume vorgesehen seien. Weigel erwiderte, dass Sonnensegel nicht vergessen würden. Man brauche dafür aber erstens Zuschüsse, weil es eine freiwillige Aufgabe sei. Und zweitens suche man noch nach einer Lösung, wie man dem Vandalismus vorbeuge, der erfahrungsgemäß auftrete.

Pascal Bender (SPD) bat darum, noch einmal zu prüfen, ob der künftige Sportplatz, vielleicht auch erst nach der Landesgartenschau, größer geplant werden könne, um höherklassige Ligaspiele zu ermöglichen. Einen solchen Vorschlag hatte schon sein Fraktionskollege Claus Schick im Bauausschuss gemacht. Baudezernent Bernhard Adams hatte dazu gesagt, dass der Platz vor Ort nicht ausreiche.

Mußbachs Ortsvorsteher Roland Ipach (FWG) machte sich Sorgen, dass der „Lärm von der Bühne“ auf der Veranstaltungswiese in Richtung seines Ortes gehe. LGS-Geschäftsführer Tobias Dreher sagte, Schalluntersuchungen hätten ergeben, dass Grenzwerte eingehalten würden. Zudem würden Veranstaltungen auf dem Areal wohl „seltene Ereignisse“ sein.

Reaktionen auf die Kosten
Gegenüber dem Vorentwurf vor einem Jahr sind die Kosten für den Landschaftspark, wie berichtet, von 23,8 auf 32,9 Millionen Euro gestiegen, wie Dreher auch noch einmal dem Stadtrat erklärte. Allerdings muss die Stadt der Planung zufolge durch das Anzapfen diverser Förderprogramme lediglich 2,3 Millionen Euro an Eigenmitteln aufbringen.

Clemens Stahler (CDU) sagte, dass seine Fraktion von den Kostensteigerungen überrascht worden sei. „Wir sind aber guter Hoffnung, dass man das jetzt im Griff hat.“ Matthias Frey (FDP) bezeichnete die höheren Kosten als misslich. Es sei aber zu verkraften, weil die LGS eine gelungene Aufwertung des Geländes bringe und wichtig „für die Zukunft unserer Stadt“ sei.

Auf die Frage von Georg Krist (FWG), wo die Einnahmen aus den LGS-Tickets verbucht seien, sagte Dreher, dass es aktuell nur um den Investitionshaushalt für das Gelände gehe. Für die Veranstaltung an sich werde es einen eigenen Durchführungshaushalt geben.

Blick auf die Bürger
Auch die Neustadterinnen und Neustadter waren bei der Sitzung immer mal wieder Thema. Stahler appellierte an sie, den Landschaftspark nach der LGS 2027 „in Besitz zu nehmen“. Rainer Grun-Marquardt (Grüne) nahm Bezug auf die Landesgartenschau in Wangen im Allgäu: Dort hätten sich Bürger mit ehrenamtlicher Arbeit eingebracht und „fleißig gespendet“. Unternehmen hätten sich da ebenso engagiert. Hier sehe er in Neustadt noch Luft nach oben. Volker Lechner (FWG) betonte, das Beispiel Wangen zeige, wie wichtig es sei, Begeisterung für die Gartenschau zu wecken. Er nahm da Stadt wie Stadtrat in die Pflicht. Weigel sagte, es sei wichtig, dass die Stadträte gegenüber der Bevölkerung deutlich machten, dass die Veranstaltung aus eigenen Töpfen finanziert werde. Es werde deswegen keine Straße und keine Schultoilette weniger saniert.

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