Neustadt
Kuckucksbähnel: Was sich in der Saison 2026 alles ändert
Jetzt ist alles in Ordnung, sagt Hark-Oluf Asbahr, Ressortleiter Öffentlichkeitsarbeit beim Eisenbahnmuseum der Pfalz. Er spielt damit auf das Kuckucksbähnel an, denn am 1. Mai startet traditionell die Sommersaison der historischen Dampflok. Regelmäßig finden dann Fahrten zwischen dem Hauptbahnhof Neustadt und Elmstein im Lambrechter Tal statt. Pünktlich um 10.45 Uhr wird sich der erste Zug am 1. Mai in Bewegung setzen. So weit, so unspektakulär.
Doch hinter den ehrenamtlich Engagierten des Eisenbahnmuseums, die nicht nur das Vereinsgelände am Neustadter Hauptbahnhof pflegen, sondern eben auch den Kuckucksbähnel-Betrieb gewährleisten, liegen aufregende Wochen. Zu erkennen ist dies an einer Lücke im Fahrplan, denn zwischen Ende Mai und Mitte Juli wird die historische Museumsbahn nicht Richtung Lambrechter Tal aufbrechen. Ungeplant, wie Asbahr betont. Eigentlich habe man im November den gesamten Fahrplan – inklusive der Sonderfahrten, Weinproben und Nikolausfahrten – fertig gehabt. Das heißt: Der Verein hatte alle Fahrten angemeldet und die erforderlichen Trassen gebucht. Doch als im Januar eine Anfrage für eine private Sonderfahrt reinkam und man die Kapazitäten dafür abklären wollte, „haben wir erfahren, dass die Strecke Richtung Kaiserslautern gesperrt wird, davon hatte uns vorher keiner was gesagt“, so Asbahr. Die Folge: Alles musste überdacht und neu festgezurrt werden. Entsprechend spät konnten die Programmhefte in den Druck gehen. „Wir haben im Prinzip im Februar alles neu geplant“, verdeutlicht Asbahr den Aufwand. Denn es tauchte dann noch eine weitere Sperrung auf, die einer zunächst angedachten Sonderfahrt im Weg stand. „Wir sind spät dran“, sagt Asbahr. Aber im Verein seien alle erleichtert, dass man die überraschenden Probleme regeln konnte.
Unsere Lok wird am 1. Mai nicht fertig sein.
Drei Sonderfahrten
Nun freuen sich alle auf die neue Saison. Auf die Zwangspause zwischen Ende Mai und Mitte Juli habe der Verein durch „mehr Fahrten im August, September und Oktober reagiert, wir kommen dann wieder auf unsere 14 Fahrten“. Zum Saisonstart tauchte aber noch ein Hindernis auf. Die eigene Dampflok wurde wie gewohnt über Winter einer gründlichen Inspektion unterzogen. „Vieles können wir selbst machen, doch für ein paar Arbeiten brauchen wir Fachfirmen. Die entsprechenden Teile haben wir auch schon vor Wochen eingeschickt, doch dann hieß es: Das wird lange dauern“, so Asbahr. Unterm Strich bedeutet dies: „Unsere Lok wird am 1. Mai nicht fertig sein.“ Da die Neustadter aber unbedingt mit Dampf fahren wollten, hörten sie sich um und bekommen für alle Fahrten im Mai eine Dampflok von einem befreundeten Verein in Darmstadt. Die Neustadter werden die Lok vor dem 1. Mai noch abholen.
Fahrten mit Weinproben gibt es ebenfalls wieder. „Die sind aber schon alle ausgebucht“, sagt Asbahr. Drei Sonderfahrten werden angeboten: am 14. Mai (Christi Himmelfahrt) nach Darmstadt, am 25. Mai (Pfingstmontag) nach Bingen und am 4. Juni (Fronleichnam) nach Heilbronn. Bei diesen Fahrten werde man eine Dampflok einsetzen, die aus Würzburg komme und 14 Jahre außer Betrieb war. „Sie wurde neu hergerichtet und fährt seit Herbst wieder“, sagt Asbahr. Er freue sich auf diese Besonderheit. Zumal die sogar mit historischen Personenwagen, den „Donnerbüchsen“, in die Pfalz komme. Ab Ende November gibt es wieder die Nikolausfahrten. Die Nachfrage für diese sei enorm. 2025 habe man erstmals die Tickets über eine Verlosung verteilt, nachdem 2024 am Anmeldetag der Server zusammengebrochen war. „Wir hatten Anfragen für 5880 Tickets, 2100 konnten mitfahren“, verdeutlicht Asbahr die große Resonanz. Der Verein reagiere darauf und biete nun erstmals unter der Woche eine zusätzliche, also achte, Nikolausfahrt an.
Gesucht: Helfer im Verein
Ein Thema treibt die Mitglieder des Eisenbahnmuseums der Pfalz um: der fehlende Nachwuchs. Auf dem Gelände am Neustadter Bahnhof gebe es jede Menge Arbeit. Man freue sich daher über jede Unterstützung. Man müsse keine eigene Bahnvergangenheit haben. Wer gerne mit anpacke und helfen könne, sei willkommen, betont Asbahr. Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten gibt es unter www.eisenbahnmuseum-der-pfalz.de. Rund 10.000 Besucher zähle man pro Jahr im Museum, im Kuckucksbähnel begrüße man pro Saison 25.000 bis 30.000 Gäste. Das unterstreiche die Beliebtheit des Angebots. Aber das könne nur mit ehrenamtlichem Engagement erhalten bleiben. Aber es lohne sich, ist Asbahr überzeugt. Dazu erzählt er eine Anekdote, die sich jüngst ereignet habe: Ein Ehepaar aus Washington sei ins Eisenbahnmuseum gekommen. „Die beiden Amerikaner waren auf ihrer ersten Deutschland-Reise und haben als Eisenbahnfans extra wegen uns einen Abstecher an die Weinstraße gemacht.“
Info
Informationen zu allen Fahrten, zu Programmdetails, zum Ticketverkauf und zu den jeweiligen Preisen unter www.eisenbahnmuseum-der-pfalz.de.




