Neustadt
Klemmhof-Tiefgarage wird modernisiert
Das Parkhaus im Klemmhof ist ein Dauerthema in Neustadt. Die einen weisen darauf hin, dass man dort praktisch immer einen Parkplatz findet, die Klage von fehlenden Stellplätzen in der Innenstadt also fehl gehe. Die anderen sagen, es sei kein Wunder, dass die Tiefgarage nicht ausgelastet sei – sie sei schlicht unattraktiv. Die wesentlichen Kritikpunkte: zu verschachtelt, nicht gut beschildert, nicht sauber genug, ein veraltetes Bezahlsystem, nur ein Eingang.
Manche dieser Kritikpunkte sollen künftig der Vergangenheit angehören. Möglich macht das die Neuverhandlung des Pachtvertrags. Bereits Anfang des Jahres hatte Bau- und Verkehrsdezernent Bernhard Adams (parteilos) im Stadtrat deutlich gemacht, dass der bisherige Pachtvertrag mit Park Service Hüfner zu wenig Anreize biete, für eine Attraktivitätssteigerung zu sorgen. Aber er erwähnte auch, dass die Gelegenheit günstig sei, das zu ändern. Denn der zehnjährige Pachtvertrag läuft Ende 2025 aus. Es stand in diesem Jahr also die Neuverhandlung des Vertrags an.
Diese sei erfolgreich gewesen, berichtet Adams auf RHEINPFALZ-Nachfrage. Man wolle weitermachen mit dem bisherigen Betreiber. Allerdings habe die Zeit nicht gereicht, um alle Gremien rechtzeitig mit den Details des neuen Vertrags zu befassen. Deshalb habe man den Vertrag mit Hüfner zunächst einmal nur um ein Jahr zu den alten Konditionen verlängert. Ab 2027 soll die Tiefgarage dann zu neuen Bedingungen für zehn Jahre an den bisherigen Betreiber verpachtet werden. Unterschrieben sei dieser Vertrag noch nicht, sagt Adams, die Gremien hätten aber mittlerweile grundsätzlich grünes Licht gegeben.
Kennzeichen-Erfassung geplant
Der Beigeordnete sagt, dass die Festpacht steige, zudem werde Hüfner eine höhere Betriebskostenbeteiligung beisteuern. Konkrete Zahlen dürfe er nicht nennen, sagt Adams, sonst würde er Betriebsgeheimnisse des Unternehmens ausplaudern. Worüber er aber gerne spricht und was aus städtischer Sicht auch ganz entscheidend ist: Hüfner sagt zu, die Klemmhof-Tiefgarage zu modernisieren.
Das bestätigt auch Christoph Hornikel, der Geschäftsführer von Hüfner. Man wolle das Parkhaus „in die Zukunft tragen“. Just während des Telefonats mit der RHEINPFALZ seien Mitarbeiter des Stuttgarter Unternehmens in Neustadt, um Verbesserungen beim Zugangssystem auszuloten. Die Änderungen sollen in verschiedenen Stufen kommen, erklärt Hornikel. Verschwinden soll die Schranke bei der Einfahrt. „Die Leute sollen bequem reinfahren können, ohne sich um ein Ticket kümmern zu müssen“, sagt der Hüfner-Geschäftsführer. Dafür wird das Kennzeichen des Fahrzeugs erfasst. Wer wieder rausfahren will, muss einfach sein Kennzeichen am Automaten eingeben. Bezahlt werden könne dann nicht nur bar – wie derzeit – sondern auch mit Karte sowie Online-Bezahldiensten, kündigt Hornikel an. Aber der Gang zum Kassenautomaten sei nicht einmal zwingend. Man könne künftig auch einfach sein Smartphone zücken und über die Hüfner-Website bezahlen.
Rabatte von Geschäften und Gastronomen?
Dem Geschäftsführer schwebt darüber hinaus eine Partnerschaft mit Neustadter Einzelhändlern oder Gastronomen vor. Diese könnten ihren Kunden demnach Rabatte auf die Parkkosten gewähren. Wer etwa in einem Laden für einen bestimmten Betrag einkaufe, erhalte dann einen QR-Code, der sich am Kassenautomat einscannen lässt. Dann reduziert sich die Parkgebühr um eine bestimmte Summe.
Ein weiterer Punkt bei der Modernisierung: Das Parkhaus soll optisch aufgewertet werden. Konkret will Hüfner die Beschilderung verbessern. Hornikel räumt ein, dass so mancher Autofahrer momentan nicht wisse, welchen Ausgang er am besten nehmen soll. Künftig wird es zudem einen zweiten Eingang geben, der auch als Ausgang genutzt werden kann und in Richtung Kriegerdenkmal führt. Das ist ein Punkt, den Adams hervorhebt. Das werde schon lange gewünscht und sei der Politik wichtig gewesen.
Bessere Reinigung
Die Tiefgarage soll künftig auch sauberer sein. Eine gründliche Reinigung laufe bereits, berichtet Hornikel. Hilfreich wird der Einsatz einer neuen Reinigungsmaschine sein. Denn das Saubermachen im dritten Untergeschoss ist derzeit eine Herausforderung, weil es dort keinen Abfluss gibt, die Feuchtigkeit also immer auch aufgenommen werden muss. Das wird mit der neuen Maschine einfacher.
Ein Punkt, der Hornikel noch wichtig ist: „Das Parkhaus muss auch gefunden werden.“ Es geht ihm also um ein verbessertes Parkleitsystem, über das es Gespräche mit der Stadt gebe.
Adams berichtet noch, dass es von Seiten der Stadt Überlegungen gebe, das Innere der Tiefgarage durch eine künstlerische Gestaltung aufzuwerten. „Da stehen wir aber ganz am Anfang.“ Der Beigeordnete zeigt sich froh, dass eine Einigung mit dem bisherigen Betreiber gelungen sei. „Hüfner kennt die Geschichte des Gebäudes und die Technik.“ Das sei schon ein Vorteil.
