Neustadt
Kipki-Förderung: Das ändert sich für die Bürger in diesem Jahr
Bürger sollen daheim rund um ihre Häuser und Wohnungen auch in Klimaschutz und Klimaanpassung investieren. Sie können damit einen Beitrag leisten, dass Schadstoffausstoß und Energieverbrauch in der Stadt sinken. Im Gegenzug nutzt die Stadt Neustadt das Kommunale Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation (Kipki) des Landes Rheinland-Pfalz, um Bürger bei diesen Vorhaben zu unterstützen. Im Zeitraum 2024 bis Ende 2026 stehen dafür insgesamt 536.000 Euro zur Verfügung.
Im Umweltausschuss informierte Klimaschutzmanager Andreas Manuel über die Resonanz auf dieses Angebot und welche Richtlinien verändert werden, um die Vergabe der Fördermittel in diesem Jahr besser steuern zu können. Manuel zog eine positive Zwischenbilanz: „Das Programm ist bekannt und wird genutzt.“ Vergangenes Jahr hätten Bürger 358 Anträge gestellt, 297-mal seien Fördermittel bewilligt worden. In Zahlen ausgedrückt: Für Bürgerprojekte standen im Vorjahr 214.400 Euro zur Verfügung, davon wurden 193.940 Euro ausgeschüttet. Umweltdezernentin Johanna Kunzendorff (FWG) erklärte, dass der Rest in Höhe von rund 20.000 Euro nun für Klimaprojekte der Stadt verwendet werde. Da es laut Sitzungsvorlage auch im Jahr 2024 noch Mittel übrig waren, werden insgesamt rund 103.000 Euro in andere Kipki-Projekte verschoben.
Einstimmiges Votum
Kunzendorff ergänzte, dass der Kipki-Zeitraum bis Ende 2026 verlängert werde – eigentlich sollte das Programm Mitte des Jahres auslaufen. „Nun haben die Bürger bis Jahresende Zeit, Anträge einzureichen“, so die Dezernentin. Das Budget für Bürgerprojekte beträgt in diesem Jahr 107.200 Euro. Manuel wies auf einige Änderungen bei den Förderrichtlinien hin. Beim Bereich „Heizenergie sparen“ werden nun auch Investitionen in effiziente Umwälzpumpen, Brauchwasserpumpen und intelligente Thermostate gefördert. Das gilt auch für den sogenannten hydraulischen Abgleich – aber nur dann, wenn dieser nicht im Zusammenhang mit einer neuen Heizungsanlage vorgenommen wird. Unter einem hydraulischen Abgleich versteht man ein Verfahren zur Optimierung von Heizungsanlagen.
Als „zentrale Veränderung“ hob Andreas Manuel die Anschaffung von Stecker-Solar-Geräten hervor – umgangssprachlich wird von Balkonkraftwerken gesprochen. Die Stadt fördert nur noch Systeme, bei denen zu einer Mini-PV-Anlage auch ein Speicher angeschafft und installiert wird. Die Kombination erhöhe den gewünschten Einspareffekt beim Strom deutlich. Außerdem seien die Kosten für Speicher stark gesunken. Manuel nannte dazu ein Beispiel: Eine Balkon-PV-Anlage könne den Energieverbrauch bis zu 35 Prozent abdecken, mit Speicher seien sogar bis zu 60 Prozent möglich. Außerdem soll es einen Bonus für intelligente Energiemanagementsysteme geben, damit selbst produzierte Energie auch direkt im Haus genutzt wird.
Der Umweltausschuss stimmte allen von Manuel skizzierten Plänen und Änderungen beim Thema Kipki einstimmig zu. Stimmt auch der Stadtrat am Dienstag zu, wovon nach dem Votum im Ausschuss auszugehen ist, kann die Kipki-Runde 2026 beginnen. Weitere Informationen dazu gibt es auf der städtischen Homepage unter www.neustadt.eu – dort dann im Suchfeld Kipki eingeben.