Neustadt Kampf um die besten Plätze bei Google
Die schönsten Angebote helfen dem Tourismus nicht weiter, wenn die Welt nichts davon erfährt. Doch mit „mal ins Internet gestellt“, ist es längst nicht mehr getan. Wie aber gelingt es, Menschen, die auf der Suche nach Erholung, Abwechslung und gutem Leben sind, nach Neustadt zu führen? Ein wichtiges Stichwort dabei heißt „Suchmaschinenmarketing“. Es geht darum, Webseiten so aufzubauen, dass sie beim „Googlen“ möglichst oft unter den vorderen Ergebnissen landet. Ein Beispiel: Wer bei der Suchmaschine Google „Weinstraße“ und „Sehenswürdigkeiten“ eingibt, findet ganz oben auf der Liste die Seite www.pfalz.de. Weiter unten die Seiten des Vereins Südliche Weinstraße und der Stadt Bad Dürkheim. Die Homepage der Stadt Neustadt dagegen nicht. „Bad Dürkheim hat seine Seite gerade überarbeitet, wir sind noch dabei“, erklärt Martin Franck, Büroleiter der Tourist- Kongress- und Saalbau GmbH (TKS). Bis Ende des Jahres soll der „Relaunch“, also die Überarbeitung, fertig sein. Die Systematik soll verbessert, die Werkzeuge sollen vereinfacht werden. Es wird mehr und größere Bilder geben. Emotionen sollen geweckt werden. Die Homepage ist das Fenster, mit dem eine Kommune sich der Welt gegenüber präsentiert, und das muss im Abstand von einigen Jahren von Grund aus überarbeitet werden. Mindestens genauso wichtig wie die Optik ist die Systematik. Damit die Homepage der Stadt Neustadt eben auftaucht, wenn nach „Weinstraße“ und „Sehenswürdigkeiten“ gesucht wird. Welche Begriffe das genau sind, ist eine Wissenschaft für sich. Inzwischen gebe es Firmen, die sich nur damit beschäftigen, sagt Franck. Wichtig sei außerdem, dass eine Seite ständig aktualisiert werde. Denn auch das sei für die automatisierten Suchmaschinen ein Kriterium. Mittlerweile habe man jedoch festgestellt, dass auch die beste aller Suchmaschinenoptimierungen nicht wirklich weiterhilft. „Die Tendenz geht dahin, sich an eine große Marke dranzuhängen“, sagt Franck. Also die Pfalz. Wer „Pfalz“ sucht, würde dann automatisch auch Neustadt finden. „Eigentlich wäre es sinnvoll, die Seiten zu bündeln“, sagt Frank. Die Pfalz-Touristik habe deshalb auch schon eine Umfrage unter den Kommunen gestartet mit der Frage, ob sie sich das vorstellen können. Die meisten können es. Detlev Janik, Geschäftsführer des Vereins Pfalztouristik, betont, dass die Seiten dennoch eine gewisse Eigenständigkeit behalten können. Aber der Gesamteindruck soll einheitlich sein. Im Falle Neustadts sei die Frage allerdings etwas ungünstig gekommen, sagt Franck. Die Überarbeitung der Seite war nämlich schon in Auftrag gegeben, eine Anpassung an andere Pfalz-Seiten daher erst mittelfristig möglich. Janik geht aber ohnehin davon aus, dass ein Angleichungsprozess – wenn er denn von den politischen Gremien gewollt wird – sich über einen längeren Zeitraum hinziehen würde. Noch offen ist laut Franck, wie es mit der Neustadt-App weitergeht. Die Stadt hat, wie im September berichtet, ein Angebot der Schweizer Firma City-Guide angenommen, die eine für die Stadt kostenfreie App entwickelt hat. Wer von seinem Smartphone aus die Neustadter Homepage aufruft (www.neustadt.eu), wird daher sofort gefragt: „Möchten Sie zum mobilen Cityguide wechseln?“ Die App richtet sich vorwiegend an den Neustadt-Besucher, sie gibt unter anderem einen Überblick über die Sehenswürdigkeiten und Tipps für Wanderungen und Mountainbike-Touren. Anfänglich war die Resonanz schwach, es gab auch Kritik von Seiten der Werbeträger, über die die App finanziert wird. Mittlerweile ist sie nach Angaben von Cityguide-Projektbetreuer Martin Zimmt jedoch sehr erfolgreich. Rund 143.000 Zugriffe seien inzwischen gezählt worden. „Das ist viel“, sagt Zimmt. Im App-Store stehe die App bei der Suche nach Neustadt auf dem ersten Platz. Das Ranking richte sich rein nach den Zugriffszahlen. Laut Zimmt wird die App ständig weiterentwickelt.