Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Jette Dürks Bekenntnis zum Leistungssport

Jette Dürk (Nummer 5), hier im U18-Nationalteam, zieht im Sommer nach Bensheim.
Jette Dürk (Nummer 5), hier im U18-Nationalteam, zieht im Sommer nach Bensheim.

Nach der U17-Handball-EM darf Jette Dürk jetzt auf eine Nominierung für die WM im Sommer in Rumänien hoffen. Die 16-Jährige aus Diedesfeld hat noch weitere Pläne.

Ihr Auftritt hinterließ Eindruck. Im Lehrgang der deutschen Handball-Nationalmannschaft der weiblichen U18 vergangene Woche in Ludwigshafen überzeugte die erst 16 Jahre alte Jette Dürk Bundestrainer Gino Smits. „Sie kann gut verteidigen. Sie ist schnell im Gegenstoß und sie trifft auch“, sagt der Niederländer.

Der 61 Jahre alte Talentförderer im weiblichen Handball setzt auf die Schülerin aus Neustadt-Diedesfeld, die seit zwei Jahren das Trikot der HSG Bensheim-Auerbach trägt. Damals wechselte sie vom TV Kirrweiler in die Nachwuchsschmiede des südhessischen Bundesligisten. In den vergangenen Tagen ruhte aber bei ihr der Trainingsbetrieb im Verein, denn die nächsten Einsätze im Nationaltrikot standen an. Innerhalb des deutsch-französischen Jugendaustauschs traf das deutsche U18-Team dreimal auf Frankreich. Dürk und die aus Dirmstein stammende Torhüterin Louisa Werner waren die Pfälzerinnen in der Auswahl.

Fünf Würfe, fünf Treffer

Zum Auftakt siegte die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) in Mundenheim (33:27) und musste in den Partien in Ludwigshafen (24:26) und in Albersweiler (19:22) als Verlierer vom Platz. Den vorläufigen Höhepunkt erlebte Dürk im zweiten Länderspiel in der mit 867 Zuschauern besetzten Friedrich-Eberthalle. Dort traf sie, die in der ersten Hälfte zum Einsatz kam, bei fünf Würfen fünfmal. „Was will man da noch sagen? Eine hundertprozentige Quote“, sagt Smits.

Auch die 16-Jährige zeigte sich nach ihrem Einsatz in der Eberthalle zufrieden. „Meine Einzelleistung war o.k.. Aber wir hätten gerne das Spiel als Mannschaft gewonnen“, sagte Dürk, die auch von dem hohen Zuschauerzuspruch beeindruckt war. Zudem freute sie sich, dass ihre Familie, ebenso viele Freunde bei den Spielen in der Pfalz vor Ort waren. Ihre Vereinstrainer machten sich hier ebenfalls „ein Bild“ von ihren Schützlingen. Neben Jette Dürk standen auch Marlene Wagner und Hanna Walther im DHB-Aufgebot. „Es war cool, dass ich diesmal nicht so eine lange Anreise wie sonst zu den Lehrgängen hatte“, erzählte Dürk, der man die Freude am Handball und im Nationaltrikot anmerkte. „Ja, es macht Spaß, auch einige Mädels wieder zu sehen, die im vergangenen Jahr bei der EM dabei waren.“

Hoffen auf die WM-Teilnahme

Ob ihre Leistungen in den zurückliegenden Wochen reichen werden, um auch bei der Weltmeisterschaft vom 28. Juli bis 9. August in Rumänien dabei zu sein, dazu wollte sich der Bundestrainer im RHEINPFALZ-Gespräch noch nicht festlegen. „Das müssen wir intern noch analysieren. Zumindest werden wir in den nächsten beiden Lehrgängen Ende Juni in der Nähe von Bratislava in der Slowakei mit zwei Spielen gegen die Gastgeberinnen, aber auch Mitte Juli in Kleve mit zwei Länderspielen gegen Holland vorwiegend mit den Spielerinnen arbeiten, die dann eine realistische Chance haben, in Rumänien dabei zu sein“, erläutert Smits.

Allerdings steht zuvor die Nominierung des 35er-Kaders an den Handball-Weltverband (IHF) an, zu dem Dürk zählen wird. Nur aus diesem Kader darf dann der Kreis der 16 Spielerinnen erfolgen, die schließlich nach Rumänien reisen. Dürk darf weiterhin auf eine WM-Teilnahme hoffen.

So bestätigte der Bundestrainer ihr eine stetige Aufwärtsentwicklung in ihrem Verein. „Man sieht bei den Leuten, die in Bensheim spielen, dass dort was passiert“, sagte Smits. Der Einzug der HSG Bensheim-Auerbach ins Final Four um die deutsche Meisterschaft der weiblichen A-Jugend kommt für ihn keinesfalls überraschend. Am 9./10. Mai trifft Dürk, die noch als B-Jugendliche spielberechtigt wäre, mit ihrem Verein im Halbfinale auf den Buxtehuder SV.

Entlastung für alle

„Unsere Reise ist noch nicht zu Ende, wir wollen uns für das Finale qualifizieren“, sagte Dürk. Dafür braucht die Mannschaft erneut einen Sahnetag. Dafür kehre sie in diesen Tagen wieder zu ihrem Verein zurück, nachdem dort die heiße Vorbereitungsphase für das Final Four, dessen Austragungsort noch nicht feststehe, begonnen habe.

Und Bensheim wird ab Sommer auch ihr Lebensmittelpunkt werden. Nach der zehnten Klasse am Leibniz-Gymnasium in Neustadt wird Dürk in die Akademie der Flames in Bensheim umziehen und dort das Alte Kurfürstliche Gymnasium (AKG) besuchen. Dann werden für sie die fast täglichen Fahrten von Neustadt nach Bensheim entfallen, was auch ihre Eltern entlastet, die ihre Tochter auf dem bisherigen Weg unterstützen. Aber auch die vielen und zeitintensiven Zugfahrten werden wegfallen.

Sprung nach ganz oben möglich

Ein Schritt, den Bundestrainer Smits ausdrücklich begrüßt: „Das ist ein klares Bekenntnis der Spielerin und ihres persönlichen Umfelds zum Leistungssport und dem Sport neben der Schule Priorität einzuräumen.“ Er traue ihr „den Sprung ganz nach oben zu“, sagt der Bundestrainer.

Smits: „Aber man sollte nicht vergessen, Jette steht erst am Anfang.“ Sie gilt als lernwillig, ehrgeizig und engagiert. Mit ihren Einsätzen im Nationaltrikot, aber auch dem anstehenden Wechsel ins Internat in Bensheim hat sie die Tür für eine spitzensportliche Karriere zumindest aufgestoßen.

Schnell und treffsicher: Jette Dürk, hier im Bensheimer Trikot gegen Bayer Leverkusen.
Schnell und treffsicher: Jette Dürk, hier im Bensheimer Trikot gegen Bayer Leverkusen.
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