Neustadt und Umland Jahresrückblick: Das waren die Top-Themen 2025 in Neustadt und der Region

Fans von Michael Schulte sicherten sich beim Auftritt des Musikers beim Rheinland-Pfalz-Tag im Mai 2025 Plätze auf einer Mauer i
Fans von Michael Schulte sicherten sich beim Auftritt des Musikers beim Rheinland-Pfalz-Tag im Mai 2025 Plätze auf einer Mauer in der Rittergartenstraße.

2025 war bunt, aufregend und manchmal erschütternd : Hier sind die Top 10 der Themen, die in Neustadt und der Region für große Aufmerksamkeit und Diskussionen gesorgt haben.

10. Pfälzer im TV

Einige Menschen aus Neustadt und dem Umland waren 2025 im Fernsehen zu sehen und stellten sich vor aller Augen verschiedenen Herausforderungen: Ob auf Gut Rehbach in Haßloch, wo sich im Format „Hochzeit auf den ersten Blick“ Fremde vor laufenden Kameras das Ja-Wort gaben oder bei der ZDF-Sendung „Lass dich überwachen“ von Jan Böhmermann, in der eine Neustadter Sportschützin ins Schwarze traf. Auch am Herd waren Pfälzer erfolgreich: Ein Neustadter und ein Haßlocher kochten sich bei „Das perfekte Dinner“ in die Wohnzimmer der Republik. Und schließlich stellte sich ein Haßlocher bei „Wer wird Millionär?“ den kniffligen Fragen von Günther Jauch. Mit Witz, Wissen und einer kreativen Bewerbung gewann er 32.000 Euro.

Um bei „Wer wird Millionär?“ Günther Jauch gegenüberzusitzen, legte sich der Haßlocher Alexander Krein ordentlich ins Zeug.
Um bei »Wer wird Millionär?« Günther Jauch gegenüberzusitzen, legte sich der Haßlocher Alexander Krein ordentlich ins Zeug.

9. Holiday Park wird Plopsaland

Mit dem Holiday Park verbinden viele Menschen in der Pfalz schöne Kindheitserinnerungen. Kein Wunder, dass der Wandel im Haßlocher Freizeitpark aufmerksam verfolgt wird – und das nicht erst seit der Umbenennung in Plopsaland Deutschland im Juni. Ob neue Attraktionen, die wirtschaftlichen und touristischen Pläne des belgischen Betreibers Plopsa oder die Entstehung des neuen Badeparks Plopsaqua: Die Menschen wollen wissen, was aus „ihrem“ Park wird und was die Modernisierung für ihr direktes Umfeld bedeutet. Oder sie wollen Erinnerungen wachhalten – wie zuletzt bei der Versteigerung alter Stücke aus dem Holiday Park.

Zur Neueröffnung des Plopsalands im Juni strömten Tausende Freizeitpark-Fans nach Haßloch.
Zur Neueröffnung des Plopsalands im Juni strömten Tausende Freizeitpark-Fans nach Haßloch.

8. Vermüllte Zustände

Immer wieder schafften es 2025 schlimme Zustände am oder im eigenen Zuhause in die Schlagzeilen. Darunter: das 15-stöckigen Hochhaus Bayernplatz 8 im Böbig. Kaputte Aufzüge, Müllberge, Ungeziefer, Wasser im Keller, Risse in der Fassade: Das Immobilienunternehmen LEG Management GmbH in Düsseldorf steht bei Bewohnern in der Kritik, und das schon seit Jahren. Auf RHEINPFALZ-Anfrage kündigte die Firma im August 2025 an, Dach und Aufzüge zu sanieren; Letzteres sollte Anfang des neuen Jahres abgeschlossen sein. Künftig soll sich zudem ein anderer Dienstleister um die Pflege des Anwesens und des Umfelds kümmern.

Voran ging es auch auf einem vermüllten Grundstück in der Verbandsgemeinde Maikammer, in dem eine alleinstehende ältere Dame lebt: Die Fläche war im März auf Veranlassung der Kreisverwaltung Südliche Weinstraße gesäubert worden. Das Füttern der Ratten wurde untersagt, Schädlingsbekämpfung angeordnet und die Hauseigentümerin aufgefordert, Müll in Tonnen zu entsorgen. Das ursächliche Problem besteht indes weiter. Die Möglichkeiten der Behörden, vor Ort tätig zu werden, sind begrenzt.

Liegt seit drei Jahren immer wieder in der Einfahrt eines Ehepaars: Müll in der Villenstraße.
Liegt seit drei Jahren immer wieder in der Einfahrt eines Ehepaars: Müll in der Villenstraße.

Das erlebt ein Ehepaar aus der Neustadter Villenstraße ähnlich: Seit drei Jahren kommt nach ihren Beobachtungen des Nachts ein Unbekannter mit einem Fahrrad vorbei und wirft ihnen Müll in die Einfahrt, stets ordentlich eingewickelt in Alufolie. Das Verhalten lässt die Betroffenen ratlos zurück, von Behördenseite fühlen sie sich alleingelassen – ob Tipps der Polizei, wie ein Schild mit der Aufschrift „Privatgrundstück – bitte keinen Abfall ablegen“, 2026 zum Durchbruch führen, mag bezweifelt werden.

7. Rehbach-Center

Im Haßlocher Süden hat sich 2025 einiges getan. Das ehemalige Real-Markt-Gebäude wurde nach Jahren des Leerstands wiederbelebt und hat seit der großen Neueröffnung im September auch einen neuen Namen: Rehbach Center. Von den Umbauarbeiten über die große Neueröffnung von Kaufland bis zur Ankündigung weiterer Ansiedlungen von Woolworth, Bahlsen, Rossmann und Co. – die Leserinnen und Leser zeigten durchweg großes Interesse an den neuen Einkaufsmöglichkeiten.

6. Kritik an neuen Parkgebühren

Geht es an den eigenen Geldbeutel, horchen die Leserinnen und Leser besonders aufmerksam auf – und klicken. Das zeigte die Berichterstattung zur Einführung von Parkgebühren in Deidesheim. Vor allem das neue Handyparken auf den Waldparkplätzen sorgte für viel Kritik. Dort wurden die Gebühren zwischenzeitig zwar wieder ausgesetzt. Die Parkautomaten am Waldrand sind zugehängt worden. Im neuen Jahr soll es Gespräche geben, wie es weitergeht.

Dass Wanderer auf den Waldparkplätzen in Deidesheim Parkgebühren per App bezahlen sollen, hat für viel Kritik gesorgt.
Dass Wanderer auf den Waldparkplätzen in Deidesheim Parkgebühren per App bezahlen sollen, hat für viel Kritik gesorgt.

5. Perspektive für Hertie-Ruine

Seit 2010 steht sie leer, alle Wiederbelebungsversuche scheiterten: Im April erhielt die Stadt dann den Zuschlag für den Kauf der Hertie-Ruine, und nachdem der Stadtrat zugestimmt hatte, wurde am 27. Oktober 2025 der Kaufvertrag unterschrieben. Bis auf das Kellergeschoss soll der „Schandfleck“ abgerissen werden. Was aus dem Areal wird, soll über ein Beteiligungsverfahren und einen Wettbewerb entschieden werden. Bis aus der Siegeridee Realität wird, werden nach Schätzung der Verwaltung fünf Jahre vergehen. Ab 2026 soll die Fläche übergangsweise als Parkplatz genutzt werden. Für Kauf, Abriss und Herrichtung der Parkfläche entstehen Gesamtkosten von rund 7,25 Millionen Euro.

Steht seit 2010 leer: die Hertie-Ruine.
Steht seit 2010 leer: die Hertie-Ruine.

4. Rheinland-Pfalz-Tag

Von 23. bis 25. Mai stieg in Neustadt eine Großveranstaltung: 200.000 Besucher feierten ein Wochenende lang im Herz der Weinstraße den Rheinland-Pfalz-Tag. Es gab Livemusik auf fünf Bühnen, Paraden, etliche Stände, Zelte und Mitmach-Angebote von Vereinen, Verbänden und Unternehmen. Im Liveblog waren RHEINPFALZ-Leserinnen und -Leser in Echtzeit dabei und können das Fest auch heute noch online nachempfinden. „Neustadt kann Rheinland-Pfalz-Tag“, lobte Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) den Gastgeber nach drei Tagen Ausnahmezustand.

Headliner am Samstagabend: Kamrad beim Rheinland-Pfalz-Tag in Neustadt.
Headliner am Samstagabend: Kamrad beim Rheinland-Pfalz-Tag in Neustadt.

3. Veruntreuung in Weingut

Für Aufsehen sorgte der Prozess gegen die Ex-Finanzchefin des Deidesheimer Weinguts Reichsrat von Buhl, die vor Gericht zugab, innerhalb von eineinhalb Jahren 361.000 Euro von Firmen- auf ihr Privatkonto überwiesen zu haben. Die Angeklagte erklärte Ausgaben über 20.000 Euro im Monat mit einer Kaufsucht und wurde wegen Untreue zu zweieinhalb Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt. Auf Anfrage der RHEINPFALZ erklärte ihre Verteidigerin nach dem Prozess im August, sie werde Rechtsmittel gegen das Amtsgerichtsurteil einlegen.

2. Knöllchen wegen Zulassungsplakette

Ein Landauer kassierte im August in Neustadt ein Verwarngeld über zehn Euro, weil der Zustand der Zulassungsplakette an seinem Auto nach Ansicht der Ordnungsbehörde zu schlecht gewesen war. Die Berichterstattung veranlasste zahlreiche Bürger, einen prüfenden Blick auf die Plakette ihres Wagens zu werfen – die oftmals wohl auch nicht besser aussah als die des Landauers. Der Fall löste einen Ansturm auf die Zulassungsbehörden der Kreisverwaltung Südliche Weinstraße sowie in Neustadt aus.

Von der Neustadter Ordnungsbehörde beanstandete Zulassungsplakette.
Von der Neustadter Ordnungsbehörde beanstandete Zulassungsplakette.

1. Kritik an Schulleiterin

Die Absage einer Klassenfahrt und der gestrichene Schwimmunterricht brachten das Fass für Eltern zum überlaufen: Im Juli berichteten sie öffentlich von Frust an der Schillerschule in Haßloch und erhoben schwere Vorwürfe gegen die Schulleiterin, die sich gegenüber der RHEINPFALZ nicht dazu äußern wollte. Im Gespräch mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) kommen massiver Lehrermangel, fehlende Kontinuität und große Rückstände im Stoff auf den Tisch – Themen, die die RHEINPFALZ bei ihrem großen Schulreport weiterhin pfalzweit aufarbeitet.

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