Neustadt Im Club der besten Köchinnen

Wenn sich heute Abend die besten Köchinnen weit und breit in der „Cucina“ der mit Sternen geadelten Meisterin am Kochtopf, Cornelia Poletto, in Hamburg treffen, ist auch eine waschechte Südpfälzerin mit von der Partie: Petra Roth-Püngeler, Chefin im traditionsreichen Restaurant Schneider in Dernbach.
Obwohl sie bereits 1987 als erste Frau einen Weltmeistertitel der „Chaine des Rotisseur“ erkocht hat, ihr schmuckes Fachwerkhaus gleich mehrfach als beliebtestes Tafelrunde-Restaurant in Rheinland-Pfalz ausgezeichnet wurde: Die Sache heute in Hamburg bedeutet ihr besonders viel. Auch Bestätigung für eine Leistung, die sie gemeinsam mit ihrer Familie lange schon fern der großen Tourismus-Routen erbringt. Dass sie die Redaktion des Aral-Schlemmer-Atlas in einer von Männern noch immer beherrschten Welt in den „Club“ der herausragenden 20 Köchinnen in Deutschland, Südtirol, Luxemburg, Niederlande, Österreich und der Schweiz aufnimmt, lässt ihre Augen noch mehr strahlen. Sterneköchin Margarethe Bacher im saarländischen Neunkirchen war es, die ihr nach Stationen im In- und Ausland als junge Köchin jenes Rüstzeug mitgab, das sie brauchte, um das Restaurant Schneider dorthin zu führen, wo es heute steht. Übrigens: Bei den saarländischen Nachbarn hat Petra Roth-Püngeler auch ihren Ehemann und Vater ihrer beiden Söhne, einen Koch und Restaurant-Fachmann, kennen- und lieben gelernt. Mit diesem Mann an ihrer Seite hat sie keinen Tag den Schritt bereut, den elterlichen Betrieb fortzuführen. Sohn Christoph (26) ist Sommelier. Stefan, der zweite Bub (22), ist Koch und vertieft gerade für zwei Jahre seine Kenntnisse im legendären, mit zwei Michelin-Sternen gezierten Fährhaus auf Sylt. Einen Stern für ihre Kochkünste wünschte sie sich nie. Aber: „Eine Woche, länger nicht, würde ich gerne bei einem 3-Sterne-Koch nur so in der Ecke stehen.“ Konstante Qualität wolle sie liefern. Dieses Ziel verfolgt sie mit der sechsköpfigen Crew ihrer Küche jeden Tag. Immer aufs Neue. Die vielen Stammgäste, die aus dem Elsass ebenso gerne anreisen wie aus dem Großraum Karlsruhe, lohnen es ihr. Auch weil sie sich immer wieder neue Rezepturen ausdenkt, um ihre Gäste, die auch und vor allem wegen der Entenstopfleber kommen, nicht zu enttäuschen. Beliebt ist daneben der Zander mit Roter Beete in der Meerettich-Kruste oder auch der zarte Bachsaibling aus Eußerthal.