Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Hoffnungsträger in Haßloch: Philipp Rogawski macht’s

Philipp Rogawski bei der HSG Eckbachtal.
Philipp Rogawski bei der HSG Eckbachtal.

Drei Stunden hat sich Kevin Seelos mit Philipp Rogawski besprochen, dann hat er den Nachfolger als Trainer der TSG Haßloch. Der macht deutlich, was er erwartet.

Nach vier zum Teil deutlichen Niederlagen hat Handball-Drittligist TSG Haßloch den nächsten Trainerwechsel vorgenommen. Kevin Seelos kehrt wieder auf seine Funktion als Sportlicher Leiter zurück. Am Dienstagabend hat Philipp Rogawski als neuer Cheftrainer die sportliche Verantwortung übernommen.

Der 30-Jährige aus Weierhof, der in Kirchheimbolanden lebt und zuletzt beim Oberligisten HSG Eckbachtal tätig war, hat für das Engagement in Haßloch die Freigabe erhalten und soll die „Bären“ in die Nichtabstiegszone führen. Mit 2:14 Zählern belegen die Großdörfler den drittletzten Platz in der Staffel Südwest. Die nächste Aufgabe steht am Samstag an, die Blauweißen erwarten den Tabellensechsten Longericher SC aus Köln (19.30 Uhr, TSG-Sportzentrum).

Langfristig mit jüngerem Trainer

Rogawski ist in Haßloch kein Unbekannter, denn er kam im Januar 2022 als Cotrainer an der Seite von Andreas Reckenthäler, nachdem Tobias Job sein Aus verkündet hatte. Der beruflich in der Organisation und Entwicklung im Bereich Beratung und Coaching Tätige gilt jetzt als der Hoffnungsträger. Nicht nur das. Seelos machte deutlich, dass die TSG mit einem jüngeren Trainer auch langfristig arbeiten möchte, um eine zukunftsfähige Mannschaft aufzubauen.

„Mich reizt die Struktur der Mannschaft, der Mix von erfahrenen und in der Dritten Liga etablierten Spielern sowie jungen Talenten, die ich noch aus der Jugend kenne, zu entwickeln und zu begleiten. Dazu bin ich sehr ehrgeizig und möchte sehen, wie weit mein Weg als Trainer gehen kann“, sagt Rogawski. Dass er sich keine leichte Aufgabe ausgesucht hat, das ist ihm bewusst: „Das ist eine maximal schwere Situation. Der Klassenerhalt ist schwierig, aber nicht unmöglich.“

Erfahrung in der Mannschaft nutzen

Rogawski setzt auf eine starke Kommunikation mit der Mannschaft: „Das Fundament ist da und wir müssen schauen, wo wir ansetzen. Ich setzte auf die Interaktion gerade mit den älteren und erfahrenen Spielern. Es wäre grob fahrlässig, wenn ich diese Erfahrung nicht nutzen würde.“ Bei der Vorstellung hat der neue Cheftrainer deutlich gemacht, was er erwartet. „Ich kann akzeptieren, wenn ein Gegner stärker als wir ist, aber ich erwarte von jedem die Grundtugenden im Handball, nämlich Emotion, Körpersprache und Leidenschaft“, so Rogawski. „Das müssen wir im Abstiegskampf auf die Platte bringen.“

In der Vorbereitung auf die nächste Partie steht die Abwehrarbeit und das Rückzugsverhalten ganz oben. „Ich möchte auch eine breitere Spielanlage als das, was ich zuletzt gesehen habe“, so der Trainer.

Doppelbelastung nicht zu stemmen

Dass Seelos das Traineramt aufgibt, kommt nicht überraschend. Er hatte nach dem zweiten Spieltag diese Aufgabe von Leo Vuletic, der nach einer eher durchwachsenden Vorbereitung und massiver Kritik aus den Reihen der Spieler das Handtuch geworfen hatte, übernommen. Inzwischen wurde deutlich, dass die fehlende Spielphilosophie der Auslöser der Kritik war und sich bis heute noch bemerkbar macht. So sprang Seelos in die Bresche. Dabei hatte der 37-Jährige ein Engagement bis zur Winterpause, maximal bis zum Saisonende angedeutet. Er musste schnell erkennen, dass die Doppelbelastung Trainer und Sportlicher Leiter im Ehrenamt von ihm nicht zu stemmen ist. „In Haßloch ist es ja so, dass der Sportliche Leiter auch Mädchen für alles ist“, sagte Seelos. „Dieser Schritt war unausweichlich, aber auch notwendig, denn früher oder später hatten wir das auch geplant.“

Ein Mann für die Zukunft

Am Sonntag saß Seelos über drei Stunden mit Rogawski zusammen und überzeugte sich von dessen Konzept. „Wir wollen, dass wir Konstanz bei uns reinbekommen, dass er länger arbeiten kann und auch etwas für die Zukunft auf die Beine stellt“, erklärt Seelos. „Ich bin wirklich erleichtert, dass Philipp jetzt zugesagt hat. Die letzten Wochen waren sehr kräftezehrend, denn ich konnte mich aufgrund der Doppelbelastung nicht so auf das Traineramt konzentrieren.“ Dabei macht Seelos klar, dass man künftig mehr langfristig denken möchte, auch wenn der Weg über die Regionalliga laufen könnte. „Ich werde den Trainer jetzt nicht an den Ergebnissen messen, sondern ganz klar an der Entwicklung der Mannschaft“, so Seelos, der den nächsten Trainerwechsel kurzfristig ausschließt. „Philipp hat einen guten Plan, der uns überzeugt hat.“

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