Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Hetzelgalerie: Das Ende der Passage

Die Treppe wird versetzt und eine Decke eingezogen.
Die Treppe wird versetzt und eine Decke eingezogen.

Einzelhändler Jochen Stahler und die Versicherungskammer Bayern haben sich geeinigt. Die Passage der Hetzelgalerie wird ab Juli 2019 in das Modehaus Jacob integriert. Damit erhöht sich dessen Verkaufsfläche um 700 auf dann 2700 Quadratmeter.

Seit 2006 ist Jochen Stahler mit seinem Modehaus Jacob der Ankermieter der Hetzelgalerie. Das wird mindestens zehn weitere Jahre so bleiben. Der noch zweieinhalb Jahre laufende Mietvertrag wurde vorzeitig um zehn Jahre verlängert – mit einer Option auf weitere fünf Jahre. Im Gegenzug nimmt der Hauseigentümer Versicherungskammer Bayern eine sechsstellige Summe in die Hand, um die Fußgängerpassage zu schließen und in das Modehaus zu integrieren. Der Durchgang zwischen der Friedrich- und der Exterstraße hatte seit Jahren ein Vandalismus-Problem, das von Jochen Stahler oft angeprangert wurde. Nach dem Aus für das Restaurant Mythos und dem Auszug des Damenbekleidungsgeschäftes von Heidi Wohs 2016 verschlechterte sich die Situation nochmals. Stahler wird beide Flächen ebenfalls anmieten. Das Neustadter Architekturbüro Gooss, einst auch für die Planung des Geschäftskomplexes Ende der 1990er Jahre verantwortlich, hat Umbaupläne vorgelegt. Nach diesen werden die Zwischenwände ausgebaut, die Treppe der Passage versetzt und der Aufzug komplett aufgegeben. Zur Exterstraße hin bekommt das Modehaus einen neuen Eingang. Über die derzeitige Passage wird eine Decke eingezogen. Nicht betroffen von den Plänen sind die beiden Läden an der Ostseite, das Reisebüro Flugbörse und das Kunstgeschäft Art Unlimited. Auch der Friseursalon im ersten Obergeschoss bleibt erhalten, bekommt nur eine veränderte Zugangssituation. Wie Stahler, der in der Friedrichstraße auch das Stahler’s, das Gerry-Weber-Haus und das Schiesser-Outlet betreibt, die zusätzliche Fläche nutzt, ist noch offen. „Ich habe derzeit eine externe Beraterin im Haus, wir prüfen verschiedene Konzepte“, so seine Antwort. Er will seine Entscheidung als Bekenntnis zum Standort Neustadt sehen, nicht als Reaktion auf die geplante Wiederbelebung des Hertie-Gebäudes: „Mir geht es um die Optik der Friedrichstraße. Die Leerstände und das Passagenproblem sind damit gelöst. Ich hätte das auch ohne Hertie gemacht.“ Geplant ist, dass die Versicherungskammer ab Juli 2019 mit dem Umbau beginnt. Stahler selbst wird für den Ladenbau, den Fußboden und die Beleuchtung der neuen Verkaufsflächen zuständig sein und will bis September 2019 damit fertig sein. Das Modehaus bleibt während des Umbaus geöffnet. Der Unternehmer hofft, dass bis dahin auch die Fußgängerunterführung vom Saalbau zum Hetzelplatz geschlossen ist, was die Stadtverwaltung plant, sollte der derzeit laufende Verkehrsversuch erfolgreich sein. „So ein unterirdischer Weg zur Fußgängerzone ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Eine großzügige Verkehrsinsel, unterstützt durch eine stationäre Blitzanlage, könnte die Straßenüberquerung einfach und sicher machen“, glaubt er.

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