Leutershausen RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: Drittligist TSG Haßloch siegt beim Tabellenzweiten

Der Haßlocher Kevin Seelos warf die letzten beiden TSG-Tore.
Der Haßlocher Kevin Seelos warf die letzten beiden TSG-Tore.

Der Aufwärtstrend beim Handball-Drittligisten TSG Haßloch hält an. Nur eine Woche nach dem Sieg gegen den Tabellenführer Rhein-Neckar Löwen II überraschten die Bären im Gastspiel beim Tabellenzweiten SG Leutershausen. Auch weil Trainer Andreas Reckenthäler die Gastgeber zunächst irritierte.

Mit dem zweiten, erneut hart erkämpften Sieg beim Tabellenzweiten SG Leutershausen darf Handball-Drittligist TSG Haßloch wieder auf den anvisierten sechsten Platz, der den Gang in die Aufstiegsrunde bedeutet und den drohenden Abstieg in die Viertklassigkeit verhindert, hoffen. Nur noch einen Zähler trennt die TSG von der HG Saarlouis, die diesen Platz innehat, aber noch zwei Partien nachholen muss. Der Blick auf die Tabelle ist für die TSG indes tabu.

„Wir konzentrieren uns nur noch von Spiel zu Spiel, wollen da das optimale herausholen, und das andere ergibt sich dann“, sagte Trainer Andreas Reckenthäler. Der 39-Jährige war am Samstagabend in der mit 320 Zuschauern gut besuchten Heinrich-Beck-Halle am Ende wieder schweißgebadet und heiser. Und erleichtert. Auch deshalb, weil seine Sieben seine Vorgaben von der ersten Minute an hervorragend umgesetzt hatte. Haßloch „brannte“ auf den nächsten Erfolg, ging mit viel Leidenschaft, einer Willensstärke und Moral in die Partie, als sei es Endspiel des Jahres.

Ohne Kreisläufer

„Jeder von uns bringt positive Energie in die Mannschaft. Jeder glaubt an sich und an die Mannschaft“, sagte Kevin Seelos. So überraschte Haßloch auch die Gastgeber, indem sie zunächst ohne Kreisläufer spielten. Die Folge: Nach sechs Minuten führten die Bären mit 4:0, und das auch noch in Unterzahl. Zudem hielt Marco Bitz an seiner früheren Wirkungsstätte gleich den ersten Siebenmeter gegen SGL-Kapitän Niklas Ruß. Die TSG-Abwehr war diesmal nicht zu knacken.

„Man spürt, dass jeder für den anderen da ist. Wir wollen zeigen, was ein Miteinander ausmachen kann“, betonte Reckenthäler. Als wichtige Stütze erwies sich die überraschende Rückkehr von Lars Hannes. Der Kreisläufer stabilisierte zusätzlich die Abwehr, nervte die gegnerischen Schützen. „Eigentlich war es eine Notoption, aber daraus wurden 50 Minuten. Ich bin froh, dass ich schmerzfrei durchkam“, sagte Hannes. Haßloch blieb stets in Front, führte nach 20 Minuten mit 12:8. Dabei hätte die Führung viel höher ausfallen können, denn zu diesem Zeitpunkt hatte SGL-Torhüter Alexander Hübe bereits sieben Würfe der Bären abgewehrt.

Triebskorns Test negativ

Aber dies brachte die TSG nicht aus dem Rhythmus. Auch deshalb, weil Jan Triebskorn als Spielmacher, dessen Einsatz wegen des ausstehenden Ergebnisses eines PCR-Test bis zur letzten Sekunde ungewiss war, dabei sein konnte. Der 30-jährige Linkshänder führte klug Regie, fand immer wieder die richtige Entscheidung und setzte seine Mitspieler geschickt in Szene. Dazu brillierte Elvijs Borodovskis mit seinen überraschenden Würfen aus der zweiten Reihe. So verhinderte der Lette mit seinem sechsten Treffer zum 22:20 den drohenden Ausgleich der Gastgeber. Die hatten nach dem deutlichen 11:16-Rückstand zur Pause „den Bock noch umstoßen wollen“. Haßloch wirkte kaltschnäuziger und fand durch Max Zech den Ball ins leere gegnerische Tor.

Seelos’ Treffer

SGL-Trainer Marc Nagel ließ keine taktische Möglichkeit aus, aber Haßloch war nie ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Die Manndeckung gegen Elvijs Borodovskis und Jan Triebskorn in der Schlussphase nutzte nicht viel. Theo Surblys und Kevin Seelos waren nicht zu bremsen. Während Surblys, der sich diesmal deutlich verbessert zeigte, die Lücken suchte, ging der 34-jährige Kapitän mit viel Tempo auf die gegnerische Abwehr zu und ließ Alexander Hübe im Tor keine Chance. Nicht anders war es 65 Sekunden vor Spielende, als das TSG-Urgestein zum 29:27 und dann noch 14 Sekunden vor dem Abpfiff zum 30:28 traf. Die Haßlocher lagen sich in den Armen und applaudierten den mitgereisten Fans für deren Unterstützung.

So spielten sie

TSG Haßloch: Bitz, Schlingmann (bei zwei Siebenmetern) – Seelos (8), Surblys (5), Borodovskis (8/2) – Kern (1), Gregori (2) – Konstantin Herbert – Triebskorn (3), Hannes (2), Wilde, Thiemann, Modzinski.

Spielfilm: 0:4 (6.), 2:6 (9.), 5:10 (17.), 8:11 (20.), 9:13 (25.), 11:15 (28.), 11:16 (30., Hz.), 15:19 (38.), 18:20 (41.), 20:21 (44.), 20:24 (46.), 24:26 (54.), 27:28 (58.), 28:30 (60.); Siebenmeter: 2/2 – 6/6; Zeitstrafen: 18 / 14 Minuten; Rote Karte: Röller (42., 3. Zeitstrafe); beste Spieler: Hübe, Kevin Bitz – Seelos, Marco Bitz, Borodovskis; - Zuschauer: 320; Schiedsrichter: Gorenfloh/Mangold (Mühlenbach/Hornberg)

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