HASSLOCH
Handball: Drittligist TSG Haßloch erwartet den Spitzenreiter
Die Aufgaben werden nicht leichter. Zwei Wochen nach der 27:32 (14:14)-Niederlage gegen den ambitionierten Drittligisten TuS 04 Kaiserslautern-Dansenberg erwarten die um den Ligaverbleib kämpfenden Handballer der TSG Haßloch unter ihrem neuen Trainer Andreas Reckenthäler den Tabellenführer, die Rhein-Neckar Löwen II (Samstag, 19.30 Uhr, TSG-Sportzentrum). Dabei kann Reckenthäler wieder auf „Vize“-Kapitän Elvijs Borodovskis zurückgreifen. Der hatte zuletzt wegen Länderspieleinsätzen mit Lettland gefehlt.
„Ich bin sehr froh, dass er wieder zurück ist. Damit haben wir weitere Optionen. Und seine Durchschlagskraft kann auch den Unterschied ausmachen“, sagt Reckenthäler. Trotzdem plagen den 39-Jährigen einige personelle Sorgen. Während die beiden Kreisläufer Lino Messerschmidt (Sehnenabriss am rechten Daumen) und Lars Hannes (Schulterverletzung) noch eine Weile ausfallen werden, stehen hinter den Einsätzen von Spielmacher Dennis Götz (Symptome nach Boosterimpfung) und Florian Kern (Grippe) dicke Fragezeichen. Hinzu kommt, dass Maximilian Zech mit einem Muskelfaserriss ausfallen wird. Als Nachrücker könnte Dominik Thiemann aus der Mannschaft der TSG II zu seinem ersten Drittliga-Einsatz kommen.
Schlingmanns Wechselpläne
Zudem platzte die Nachricht hinein, dass Torhüter Daniel Schlingmann nach der Saison den Verein wechseln könnte. „Dazu gibt es nicht viel zu sagen. Ich hatte mit Daniel darüber ein Einzelgespräch. Es ist noch keine Entscheidung gefallen. Er ist fokussiert, er ist professionell. Und ich habe sofort gespürt, dass er bis zum Saisonende alles für die Mission Klassenverbleib tun wird. Wir ziehen alle an einem Strang, und die Personalie ist in der Mannschaft auch kein Thema“, sagt Reckenthäler.
Auf RHEINPFALZ-Anfrage bestätigte Schlingmann, dass Interesse an seiner Person bestehe, aber keinesfalls eine Entscheidung gefallen sei. Schlingmann war vor sieben Jahren von den HF Illtal nach Haßloch gekommen. Jetzt dürfte ein Wechsel Schlingmanns für den aufnehmenden Verein nicht ohne Zahlung einer Ablöse über die Bühne gehen. Der 31-Jährige hatte erst in den vergangenen Monaten seinen Vertrag bis zum 30. Juni 2024 verlängert.
Gegen den Spitzenreiter
Die Konzentration gilt der kommenden Partie gegen die Rhein-Neckar Löwen II. „Ein wahnsinnig starke Mannschaft mit viel Qualität im Kader“, weiß Reckenthäler, der sein Team keinesfalls chancenlos sieht. „Jedes Spiel muss erst einmal gespielt werden. Wir können befreit aufspielen, die Jungs sind voll motiviert. Wir wollen jede kleine Chance nutzen, um die Partie lange offen zu halten“, sagt Reckenthäler. „Wenn wir 100 Prozent Einsatz, Kampf und Willen zeigen und die Partie auf dem Kopf steht, dann ist gegen jeden in der Liga was möglich“, ergänzt auch Schlingmann. „Dass wir in einem Loch sind, ist klar. Aber wir haben den Willen, uns endlich mal wieder selbst zu belohnen“, betont der 31-Jährige.
60 Minuten Tempospiel
So überlässt Reckenthäler auch in der Trainingsarbeit nichts dem Zufall. Er fordert von seinen Spielern in den Übungsstunden harte Arbeit. „Ich möchte gegen die Löwen sehen, dass wir wieder mit einer enormen Mentalität, aber auch einem Glauben, dass wir Spiele gewinnen können, in die Partie gehen“, sagt der Trainer. Seine Handschrift war bereits im jüngsten Heimspiel zu sehen. Der gebürtige Rheinländer hat die Prioritäten auf die Abwehrarbeit gelegt, lässt dort mit einem anderen System agieren und setzt auf das Tempospiel über 60 Minuten.
„Wir haben einen Plan, davon weichen wir auch nicht ab“, betont Andreas Reckenthäler. Daran solle sich auch bei einer Niederlage nichts ändern. „Wir müssen als Mannschaft lernen, geduldig zu sein und geduldig zu bleiben.“ Dabei ist der in Ludwigshafen lebende Versicherungsfachmann und Geschäftsstellenleiter einer privaten Krankenkasse überzeugt davon, dass gerade in der Mannschaft vieles zusammenwächst. „In Sachen Teamspirit passiert einiges. Es macht einen Riesenspaß mit den Jungs. Darauf lässt sich aufbauen.“ Deshalb wäre er glücklich, wenn seine Mannschaft im kommenden Heimspiel die ersten Punkte mit ihm holen würde. „Ich weiß, dass sich die Mannschaft zerreißen wird.“
Termine
Das Restprogramm der TSG Haßloch in der Staffel F der Dritten Liga: TSG Haßloch - Rhein-Neckar Löwen II (29. Januar, 19.30 Uhr); SG Leutershausen - TSG Haßloch (5. Februar, 19.30 Uhr); TSB Heilbronn-Horkheim - TSG Haßloch (12. Februar, 20 Uhr), TSG Haßloch - HG Oftersheim/Schwetzingen (19. Februar, 19.30 Uhr), TGS Pforzheim - TSG Haßloch (26. Februar, 19 Uhr), TSG Haßloch - mHSG Friesenheim - Hochdorf II (5. März, 19.30 Uhr), TV Germania Großsachsen - TSG Haßloch (12. März, 20 Uhr).