Neustadt Gut stehen und dann auskontern

Neustadt. Zehn Siege, ein Remis, nur eine Niederlage: Hassia Bingen beeindruckt in der Fußball-Landesliga Ost die Konkurrenz und thront zu recht auf dem Gipfel des Klassements. Der SV Geinsheim aber lässt sich von diesen Messwerten nicht erschüttern. Er will bei seinem Gastspiel im Stadion am Hessenhaus (Sonntag, 15 Uhr) die eigene Serie fortsetzen.

Um sich für solch ein Duell Mut zu machen, hilft es manchmal, die Erinnerung an einen vergangenen Vergleich wachzuküssen – selbst wenn dieser verloren gegangen ist. Der SV Geinsheim und Hassia Bingen trafen in dieser Spielzeit schon einmal aufeinander, in der fünften Runde des südwestdeutschen Pokals. Der Gast führte in Geinsheim scheinbar sicher mit 3:0, doch in der turbulenten Endphase schossen Christoph Appel und Yannik Schindler den SVG binnen drei Minuten heran. Und beinahe wäre Simon Schneider mit der letzten Aktion der Partie der Ausgleich gelungen, sein fulminanter Schuss rauschte in Richtung des Torwinkels, doch Bingens Keeper Sebastian König brachte die Fingerspitzen gerade noch an den Ball heran. Die Gelb-Rote Karte gegen André Lehnert spielte in der Analyse der Niederlage eine erhebliche Rolle. Bis zum Platzverweis des Rechtsverteidigers in der 40. Spielminute hatten die Blau-Schwarzen die Partie ausgewogen gestaltet. „Zu elft hätten wir vielleicht sogar gewonnen“, mutmaßt Trainer Rudi Brendel, „wir haben auf jeden Fall gesehen, dass wir mithalten können. Und auch wir haben jetzt einen Lauf.“ Das kann man wohl sagen: Die vergangenen drei Partien gewann der SVG mit einem Trefferverhältnis von 13:2, in der Tabelle hopste er mit nun 17 Punkten auf Rang acht. Die Hassia freilich befindet sich mit ihren 31 Zählern in großer Ferne. Schon auf den Tabellenzweiten Wormatia Worms II beträgt der Vorsprung fünf Punkte, auf den dahinter platzierten FC Speyer 09 sind es zehn. Marschiert da eine Mannschaft unbedrängt Richtung Titel und Verbandsliga? Für den SV Geinsheim ist dies unerheblich, er verfolgt andere Ziele als den Aufstieg. Rudi Brendel beschäftigt kurzfristig die Frage, wie er dem Branchenprimus Punkte stibitzen kann. Der Trainer wird eine vorsichtigere Gangart wählen als zuletzt bei den Erfolgen gegen Finthen, Herxheim und Alzey. „Wir wollen gut stehen, sie kommen lassen und dann auskontern“, sagt er. „Dafür muss jeder defensiv mitmachen, die Stürmer und die Außen. Nur dann kann es klappen.“ Denkbar ist ein Wechsel auf der Position des Torwarts. Stammtorsteher Sebastian Schindler klagt über eine Fersenprellung, er konnte am Montag kaum laufen. Fällt Schindler aus, rückt Sven Herzog zwischen die Pfosten. Das tat er bereits im Pokalspiel gegen Hassia. Herzog hielt tadellos, an den Gegentoren trug er keine Schuld. Rudi Brendel bleibt daher gelassen: „Ich weiß, das Sven das gut macht. Das beweist er ja auch immer wieder im Training.“ (aboe)

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