Esthal Gut ein Jahr im Einsatz: First-Responder helfen in mehr als 40 Notfällen

Sind oft die ersten Helfer bei medizinischen Notfällen: die First-Responder in Esthal.
Sind oft die ersten Helfer bei medizinischen Notfällen: die First-Responder in Esthal.

Spezialisierte Einsatzkräfte in Esthal überbrücken seit gut einem Jahr kritische Zeit vor dem Eintreffen von Notarzt und Rettungsdienst. Wie die ersten Monate liefen.

First-Responder sind speziell ausgebildete Einsatzkräfte, die bei medizinischen Notfällen parallel zum Rettungsdienst alarmiert werden, um die Zeit bis zum Eintreffen von Notarzt und Rettungswagen zu überbrücken und lebensrettende Maßnahmen einzuleiten. Die Einheit der Feuerwehr Esthal hat seit ihrem Start im Oktober 2024 bis zum 12. Dezember dieses Jahres bei insgesamt 41 medizinischen Notfällen im Bereich Esthal und den umliegenden Gemeinden geholfen.

Die Einheit war im Juni 2024 bei Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen der Feuerwehr Esthal offiziell gegründet worden. Nach einer Vorbereitungsphase genehmigten die Kreisverwaltung des Rhein-Pfalz-Kreises als zuständige Rettungsdienstbehörde und der Ärztliche Leiter Rettungsdienst Vorderpfalz das Konzept für den Standort Esthal, woraufhin die Einheit zum 1. Oktober 2024 in Dienst gestellt wurde, heißt es in einer Mitteilung der Feuerwehr der Verbandsgemeinde (VG) Lambrecht.

Erheblich Zeit in Training investiert

Von den 41 Einsätzen entfielen acht auf den Zeitraum Oktober bis Dezember 2024, weitere 33 Einsätze wurden 2025 abgearbeitet. Die First-Responder wurden überwiegend in Esthal eingesetzt, kamen jedoch auch in den Nachbargemeinden Frankeneck und Neidenfels sowie bei Verkehrsunfällen auf der K23 und der L499 zum Einsatz. In mehreren Fällen bestätigten die eintreffenden Notärzte und Rettungswagenbesatzungen laut Mitteilung, dass durch das schnelle Eingreifen der First-Responder und die sofort eingeleiteten lebensrettenden Maßnahmen das Leben der Patienten gerettet werden konnte. In zwei Einsätzen blieb der Reanimationserfolg aus.

Seit Anfang 2025 investierten die Mitglieder erheblich Zeit in Training und Fortbildungen, um auf medizinische Notfälle vorbereitet zu sein. Wichtige Rollen spielten dabei Ines Datzer, die hauptberuflich in der Notaufnahme der BG Unfallklinik Ludwigshafen arbeitet und die Leitung und das Training der Einheit übernommen hat, sowie Melanie Leising, die vor allem in der Anfangsphase Schulungen zum Thema Reanimation anbot. Die Wehr bedankt sich zudem bei der Leitung der Rettungswache Lambrecht sowie bei den Kollegen des Rettungsdienstes für Unterstützung und Zusammenarbeit. Außer Datzer gehören dem Leitungsteam Björn Bürger, Jochen Hummel und Torsten Buschlinger an.

Im vergangenen Jahr weiterentwickelt

Die Rückmeldungen der eingesetzten Notärzte und der Rettungswagenbesatzungen werden von der Feuerwehr der VG als durchweg positiv beschrieben. Durch die gewonnenen Einsatzerfahrungen habe sich die Einheit in den vergangenen zwölf Monaten fachlich und organisatorisch weiterentwickelt. Ergänzend besteht eine Zusammenarbeit in der Ausbildung mit der First-Responder-Einheit aus Elmstein.

Die medizinische Ausrüstung der Einheit ist spendenfinanziert. Für die Erstausstattung unterstützten Angelika und Gerd Mersinger aus Esthal finanziell. Weiteres Geld für die erweiterte Ausstattung kam von der Rettungsdienst Vorderpfalz GmbH, der KFD Esthal und von Mitgliedern und Unterstützern des Fördervereins. Insgesamt verfügt die Einheit mittlerweile über medizinische Ausstattung im Wert von rund 8000 Euro, die in Esthal und in den umliegenden Gemeinden zum Einsatz kommt. Als Einsatzfahrzeug stellt die Feuerwehr der VG ein Mannschaftstransportfahrzeug zur Verfügung, das am Standort Esthal mit einem Löschfahrzeug und einem Mehrzweckfahrzeug stationiert ist.

Die Einheit hat aktuell neun Mitglieder. Im Einsatzfall werden in der Regel zwei bis drei First-Responder alarmiert. Voraussetzung ist der aktive Einsatzdienst in der Feuerwehr Esthal einschließlich der Ausbildung zur Truppfrau beziehungsweise zum Truppmann und der BOS-Sprechfunkausbildung. Aufbauend darauf erfolgt eine Spezialisierung in medizinischen Fachlehrgängen.

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